Blogs gibt es wie Sand am Meer – zu jedem Thema. Um Euch eine Orientierung zu geben, stellen wir alle zwei Wochen einen unserer Lieblingsblogs vor. Heute Karrierebibel, den Blog rund um Bewerbungstipps und mehr.
Wer sich auf Jobsuche begibt, auf Vorstellungsgespräche vorbereitet oder beim Gehalt noch eine Stellschraube nachziehen möchte, kann sich durch 30 Regalmeter Bewerbungsliteratur ackern, oder auf Karrierebibel.de nachsehen. Der Blog rund um Karrierefragen aller Art ist eine Art Destillat der Bewerbungsliteratur und hilft bei praktisch jedem Job-Problem weiter. Der Macher hinter Karrierebibel ist Jochen Mai, unser Journey-Kolumnist zu Karrierethemen.

Wie aus einem Buch eine Bibel wurde. Und ein Blog.

Blogoskop Karrierebibel

Der heute wohl erfolgreichste Karriereblog mit rund zwei Millionen Lesern im Monat, machte seine ersten Schritte im analogen Leben als Buch. Jochen Mai, der Kopf hinter der Bibel, war damals noch Wirtschaftsjournalist und Freizeitblogger. Über Jahre experimentierte er mit unterschiedlichen Blogformaten, setzte verschiedene Themen und Communitykonzepte um und wurde Schritt für Schritt zum Social-Media-Profi; allerdings in seiner Freizeit und anonym. Irgendwann wollte er aus seinem Hobby dann „etwas Vernünftiges“ machen und beschloss, statt Blogs vollzuschreiben, ein Buch zu konzipieren. Da er selbst riesige Mengen an Bewerbungsliteratur durchgearbeitet hatte, lag ein Karriereratgeber nahe. So entstand die Ur-Karrierebibel, als Quintessenz unendlich vieler Ratgeber, in eine neue Form gegossen und digital begleitet. Die Karrierebibel sollte nicht einfach ein Buch sein, sondern eine multimediale Karriere-Plattform und eine Kombination aus alter und neuester Erzählweise. Deshalb startete einige Monate vor Erscheinen des Buchs schon der Blog zum Buch. Was zunächst als Marketinginstrument gedacht war, wuchs sich nach uns nach zum eigenen Unternehmen mit mehreren Angestellten aus.

Ein Blog macht Karriere

Als Jochen Mai 2007 einen Blog zum Buch startete, war er noch ein Pionier zwischen Papiermedium und digitaler Welt. Er veröffentlichte einzelne Kapitel der Bibel online, bevor das Buch in den Druck ging. Was den Verlegern anfangs noch Zahnschmerzen bereitete, funktionierte als Konzept perfekt. Die Leser blieben nach der Onlinelektüre nicht etwa weg, sie wollten beides, die Bibel in Buchform und den Blog mit seinen Kommentarfunktionen und kleinen Extras. „Ich wusste aus meiner Blogerfahrung, dass ich etwa 1.000 Leser am Tag erreichen musste damit die Idee funktioniert. Als die Karrierebibel dann erschien, waren wir bei 1.500 Lesern täglich mit steigender Tendenz“, erinnert sich Jochen Mai. Sie alle wollten offensichtlich zusätzlich die Bibel zum Blättern. Als das Buch auf den Markt kam, war die erste Auflage sofort vergriffen. Die Karrierebibel wurde, wie es sich für eine Bibel gehört, ein Bestseller. Und Karrierebibel.de, die kleine digitale Schwester, wuchs sich zum digitalen Leitmedium in allen Karrierefragen aus.

Unternehmen Karriere

Das Buch ging durch die Decke, der Blog aber, der eigentlich nur Begleitmedium war, blieb. Der Bedarf an Orientierung im Bewerbungsdschungel ist offensichtlich so hoch, dass Karrierebibel seit sieben Jahren Leser in Scharen anzieht. Natürlich sieht die digitale Bibel heute nicht mehr so aus wie damals. Das ist wohl der größte Unterschied zwischen Buch und Blog: Ein Buch ist etwas, das bleibt, ein Blog muss sich permanent weiterentwickeln. Er bleibt nur, wenn er seiner Zeit konsequent einen Schritt voraus ist. Etwa alle zwei Jahre bekommt Karrierebibel deshalb einen Relaunch, ein neues Layout, ein paar technische Erneuerungen. Wer andere in Jobfragen beraten will, muss selbst up to date bleiben. Jochen Mai bietet seinen Lesern deshalb alles, was neu ist auf dem digitalen Markt und gleichzeitig benutzerfreundlich. Dafür scheut er weder Kosten und Mühen und gibt ganz nebenher eine Lektion in Sachen Unternehmertum. „Ich habe schon Geld und Zeit investiert, als noch gar nicht klar war, dass das Blog jemals etwas einbringen würde. Es war reines Unternehmertum, da ging es um ein Investment von Zeit und Geld, man muss Risiken eingehen, Begeisterung für das eigene Ding aufbringen. Es geht darum, zu Experimentieren, sich der Sache ganz zu verschreiben und immer zu versuchen, für die Kunden das beste Produkt zu machen. Mir war schon anfangs wichtig, dass ich ein ansprechendes Design habe und nicht irgendeinen Blog von der Stange. Ich habe dann immer wieder neues ausprobiert. Karrierebibel hatte eine App als die großen Verlage noch lange nicht so weit waren. Das wurde bemerkt und machte Schule. Die Innovationskraft des kleinen Unternehmens hat viele begeistert.“

Evangelium für Abiturienten und Young Professionals

Die Karriere Bibel

Begeistert sind nach wie vor auch die Leser der Karrierebibel – und das ist praktisch jeder, der in irgendeiner Form mit Berufsfragen zu tun hat. Abiturienten in der Orientierungsphase gehören ebenso dazu, wie Personaler, Berufswechsler, Jobsuchende und auch Arbeitnehmer, die fest im Sattel sitzen, sich aber gerne Tipps für den Umgang mit komplizierten Kollegen im Team holen. Fragen und Antworten finden sie alle. Die richtige Farbe der Krawatte beim Vorstellungsgespräch wird ebenso behandelt, wie der positive Effekt von Sauerstoff im Großraumbüro. Die Leserschaft umfasst also das gesamte beruflich aktive Leben und reicht von 18 bis etwa 65. Und weil Karrierebibel zum großen Teil Ratgeber ist und Tipps gibt, die sich auch umsetzen lassen, melden sich diese Leser auch gelegentlich zurück. Wenn sie dann schreiben, dass sie den Traumjob aufgrund der Tipps bekommen haben, dass Gehaltsverhandlungen gelungen sind und Teams besser zusammenarbeiten, dann wissen Jochen Mai und seine Autoren wieder, warum sie die Karrierebibel machen. Und sie wissen, warum es manchmal gut ist, alte Medien und neue Kommunikationstechniken zu kombinieren
Hast du einen Lieblingsblog?
„Das ist nicht leicht zu beantworten. Ich habe 250 Blogs in meinem Feedreader, die wären da nicht drin, wenn sie mich nicht interessieren würden. Im Moment interessieren mich Psychosachen. Wenn ich einen Blog nennen sollte, wäre das ScienceOfUs.
Welches ist dein meistgenutztes Social Network?
Twitter ist mein Lieblingskanal. Wenn ich unterwegs bin, kommuniziere ich am liebsten über Twitter, 140 Zeichen reichen mir aus um schnell mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Das ist auch nachrichtlicher und schneller als Facebook.“