Der Aufstieg ist beschwerlich. Und dann fängt es auch noch an zu regnen. Aber Juliane lässt sich nicht beirren, schließlich hat sie eine Mission. Und die heißt „Halde“. 

Juliane Helmke, wie die Bloggerin mit ganzem Namen heißt, ist dabei, mit ihren Freunden die Halde Haniel in Bottrop zu erklimmen. Immerhin 159 Meter hoch. In den Händen halten sie 200 Luftballons – an jedem einzelnen ist ein kleines Kärtchen mit einem Kompliment befestigt: „Es ist so schön, wenn du lachst“ und „Schön, dass es dich gibt“. Die Freunde wollen die Heliumballons steigen lassen – von der Anhöhe des alten Steinkohletagebaus bis weit hinein ins Ruhrgebiet. „Wir wollen den Menschen, die unsere Ballons finden, eine Freude bereiten – einfach so“, erklärt Juliane.

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Für Juliane zählt diese Aktion zu ihrer Passion: Heimatliebe. Oder genauer: Ruhrpottliebe. Auf ihrem Blog „HeimatPOTTential“ lebt die 35-Jährige ihre Leidenschaft für das Ruhrgebiet, das im Rest der Republik gern gleichgesetzt wird mit Smog und Industrietristesse. Aber in ihren Blogeinträgen schreibt Juliane locker alle Vorurteile aus der Welt. Dafür spürt sie in ihrer Freizeit seltene Schönheiten auf: nette Cafés, außergewöhnliche Läden, Orte zum Abhängen in der eigenwilligen Naturlandschaft des Ruhrpotts. „Hier isset schön, grün und kontrastreich“, beschreibt Juliane ihre Heimat. Davon hat sie mittlerweile 3.000 Fans auf ihrer Seite überzeugt, bei facebook folgen ihr sogar über 6000.

Bloggen mit Leib und Seele

Zeigen, wie schön der Alltag im Pott ist – das ist Julianes Art, ihre Lebensfreude mit anderen zu teilen. Statt bis in die Puppen zu feiern, lebt sie lieber den Tag – stets bewaffnet mit ihrer Kamera, auf der Suche nach den kleinen Besonderheiten des Lebens. Ehrlich, humorvoll und nicht selten schonungslos mit sich selbst schreibt die passionierte Pottlerin von ihren täglichen Begegnungen.

Manchmal müssen es aber auch größere Aktionen sein, findet Juliane. So wie heute, wo sie und ihre Freunde auf die Halde kraxeln. Fast eine Stunde geht es bergauf – mittlerweile regnet es in Strömen – bis sie tropfnass oben ankommen. Statt der versprochenen „grandiosen Aussicht“ - eine graue Regenwand. Und die bunten Heliumballons? Die sind so nass geworden, dass sie geschmeidig die Halde hinuntergleiten statt in den Himmel zu steigen. Ein Misserfolg also? „Das sieht unheimlich schön aus“, lacht Juliane und schießt eine Menge Fotos von bunten Ballons vor grauer Wand. Und siehe da: Ein paar Luftballons schaffen den Weg in den Himmel doch – Komplimente für Fremde im Gepäck.

Und dann war da noch...

Toni Margaux, die in Hamburg überall Glitzerkugeln aufhängt und so die Stadt zum Leuchten bringen will. Hier weiterlesen...

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