Einer der heißesten Tage im Jahr, plötzlich startet auf dem Prenzlauer Berg in Berlin eine riesen Wasserschlacht. Die Erfrischung kommt direkt aus dem Feuerwehrschlauch: Auf Wunsch vieler Hitzegeplagter startete die Feuerwache an der Oderberger Straße im Sommer 2010 eine einzigartige Aktion. Seitdem können sich Anwohner und Passanten des Öfteren über eine kühle Dusche freuen.

Wasser marsch!

Am 11. Juli 2010 kletterte das Thermometer in Berlin auf 37,4 Grad Celsius. Nach einer ganzen Reihe heißer Tage lechzte alles nach Wasser. Da vorerst kein Löscheinsatz absehbar war, nutzten die Feuerwehrleute im Stadtteil Prenzlauer Berg die Zeit, um die Straßenbäume per Schlauch zu gießen. „Von Passanten kam dann immer wieder die Frage: „Können Sie mich bitte mal nass spritzen?’“, erinnert sich Feuerwehrmann Christian Rotsch. „Die Leute waren erschöpft, die Hitze unerträglich. Das hab’ ich natürlich gern gemacht.“ Aus diesem spontanen Gefallen wurde eine Wasserschlacht, von der heute noch gesprochen wird. Das war eine einmalige Aktion, die in dieser Form wohl nicht mehr stattfinden wird, sagt Rotsch. Aber an heißen Tagen – wenn die Bäume mal wieder gegossen werden müssen – darf sich der eine oder andere Fußgänger über eine kühle Dusche aus dem Feuerwehrschlauch freuen. „Das ist ja auch eine Form des Helfens und damit Kern unserer Arbeit“, sagt Christian Rotsch.

Ein ausgeprägtes Helfer-Gen

Feuerwehrmann zu werden, ist der Wunsch vieler kleiner Jungs. Später ergreifen diesen Beruf aber nur diejenigen, die bereit sind, im Notfall ihr Leben aufs Spiel zu setzen: „Als Kind stellt man sich das toll vor. Feuerwehrmann ist ein angesehener Beruf“, so Christian Rotsch. „Aber irgendwann wird einem klar: Wenn alle aus dem brennenden Haus laufen, musst du da rein. Das schreckt viele ab.“ Der 35-jährige Berufsfeuerwehrmann verfügt über ein „ausgeprägtes Helfer-Gen“, wie er es selbst beschreibt. 2001 leistete er seinen Zivildienst bei der Berliner Feuerwehr und fand Gefallen diesem Beruf. Nach einem sechsjährigen Abstecher in die freie Wirtschaft, kam er zurück nach Berlin – und zur Feuerwehr.

Ein besonderes Arbeiten, eine besondere Wache

Die Feuerwache an der Oderberger Straße gibt es bereits seit 1883. Damit ist sie die älteste noch im Dienst befindliche Wache in Deutschland. Schon damals hatte sie eine Art Sonderstatus, weil die Feuerwehrleute auf Schimmeln zum Einsatz ritten. Aber auch heute ist die Feuerwehr Prenzlauer Berg alles andere als eine gewöhnliche Wache. „Gerade weil wir so viel Tradition haben, pflegen wir den Kontakt zu den Bürgern“, sagt Rotsch. „Aktionen wie die Wasserdusche kommen bei den Bewohnern in Prenzlauer Berg gut an. Die sind einfach spontan. Woanders würde das wahrscheinlich kaum funktionieren. Das ist das Einzigartige an Berlin und an diesem alternativen Stadtteil“, erklärt der Feuerwehrmann. Ein Dankeschön erwartet Rotsch für die „Erfrischungsarbeit“ nicht. „Es ist toll, wenn es den Leuten dadurch besser geht, wenn sie sogar Spaß haben. Das ist einfach mal was ganz anderes und macht auch ein bisschen stolz“, so Rotsch. „Wir wollen, dass sich die Menschen im Viertel sicher und wohl fühlen – und dafür braucht es manchmal gar nicht viel.“ Der größte Dank, das sind für Rotsch die strahlenden Augen der Kinder. Sei es bei Aktionen wie diesen oder beim Tag der offenen Tür: „Die freuen sich schon, wenn sie ein Feuerwehrauto sehen. Das sind unsere größten Fans.“

Solche Tage sind bei Christian Rotsch aber eher die Ausnahme. Der Job als Berufsfeuerwehrmann bedeutet vollen Einsatz auch in Extremsituationen. Freude und Leid liegen häufig ganz nah beieinander. Abschalten und Kraft tanken kann Rotsch bei seiner Familie, mit der er am Stadtrand in Mahlsdorf wohnt. „Es ist gut, dann auch mal rauszukommen, wirklich Feierabend zu machen und nicht bei jedem Sirenengeräusch wieder in Alarmbereitschaft zu sein.“ Rotsch liebt seinen Beruf, die großen wie die kleinen Taten. Denn auch andere zu erfrischen, kann anstrengend sein: „Aber für mich ist das ,Eustress’: positiver Stress, der Körper und Seele gut tut.“ 

 


Und dann war da noch...

Roberto Cuellar entwirft kreative Skulpturen, auf denen Teens das Skateboardfahren üben können. Er gibt den jungen Skatern die Chance, ihre Freizeit sinnvoll, mit viel Spaß und Inspiration zu gestalten. Roberto baut und skatet gemeinsam mit ihnen. Und bringt die Teens so wortwörtlich zum Fliegen.

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