Wir alle kennen Seilspringen aus unseren Kindertagen. Dieser beliebte Sport hat einen großen Bruder bekommen: Rope Skipping. Macht genauso Spass, ist unglaublich effektiv und weckt unsere Kreativität. Der Deutsche Meister im Rope Skipping, Nicolai Lorke, gibt uns Tipps aus erster Hand.

Es ist ein Klassiker bei Kindern, aber auch bei Boxern beliebt: Seilspringen. Kein Wunder, denn die Bewegungen am Seil fördern Ausdauer, Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn. Nicolai Lorke reicht einfaches Seilspringen in seiner Freizeit aber nicht aus. Der 20-jährige Student der Sportwissenschaft mag es eine Nummer extremer. Er ist Deutscher Meister im Rope Skipping – der Hardcore-Variante des Seilspringens.

Seilsprigen mit Handstand, Liegestütze und Spagat

Eigentlich ist Nicolai in seiner Jugend begeisterter Fußballer gewesen. Irgendwann wurde es ihm aber zu langweilig. Da traf es sich gut, dass ein Mitschüler im Sportunterricht einen Vortrag über Rope Skipping gehalten hat. Das packte ihn sofort.

„Beim Rope Skipping springen wir nicht einfach nur über das Seil, sondern mehrfach. Außerdem kreuzen wir zum Beispiel hinter dem Rücken, in den Kniekehlen oder unter einem Bein. Es gibt also ganz viele Variationen“, erklärt Nicolai. „Es gibt sehr viele turnerische oder Power-Elemente – im Handstand, in der Liegestütze oder im Spagat.“ Wer dem Stuttgarter beim Training zusieht, dem kann schon mal schwindelig werden. Das Seil ist nämlich kaum zu erkennen. So schnell hüpft Nicloai bei seiner Kür drüber hinweg. Power pur. „Der ganze Körper kommt beim Rope Skipping in Bewegung. Wenn man normal springt, kommt die meiste Kraft ja aus den Füßen. Wenn man kreuzt, kommen noch die Arme dazu. Wenn man unter den Kniekehlen kreuzt, muss der ganze Körper mit runter gehen. Der ganze Körper muss quasi in Spannung sein, damit man nicht einknickt“, sagt Nicolai. Rope Skipping macht also nicht nur Spaß, es sorgt auch für eine Top-Figur. Es verbrennt deutlich mehr Kalorien als Joggen.«Rope Skipping stärkt so nebenbei das Herz– und das Kreislaufsystem, fördert die Ausdauer und die Kondition», schreibt der Deutsche Turner-Bund auf seiner Homepage.

Am Anfang nicht gleich Vollgas geben

Neueinsteigern rät Nicolai, sich erstmal ein normales Gummiseil mit kurzen Griffen zu kaufen. „Man sollte am Anfang nicht gleich Zweifach-, Dreifach- oder Vierfach-Durchschläge machen, weil es zu sehr auf die Füße geht. Die Verletzungsgefahr ist erhöht, wenn man ungeübt ist. Man sollte mit einfachen Fußsprüngen oder Kreuzen beginnen.“ Wem das Springen Spaß macht, der kann schauen, ob ein Turnverein in der Nähe Rope Skipping anbietet. Die Trainer erklären genau, wie Ungelernte am besten und vor allem am schnellsten springen.

Nicolai als Freestyler

Nicolai hat vor der Deutschen Meisterschaft viermal die Woche trainiert. Das hat sich gelohnt: Der 20-Jährige hat sich nach den vier Disziplinen am Ende durchgesetzt. Dabei musste er in definierten Zeitspannen so oft über das Seil springen wie möglich (30 Sekunden und 3 Minuten) und außerdem möglichst viele Dreifachdurchsprünge am Stück schaffen (Triple Under).Am meisten Spaß macht Nicolai aber die letzte Disziplin: Freestyle-Springen. In einer exakt eingeübten Kür (45-75 Sekunden) springen die Sportler zu Musik und sollten dabei möglichst viele schwere Sprünge einbauen. 15 Kampfrichter entscheiden, wie schwer und kreativ die Kür war. Wer Nicolai in Aktion sehen will, kann sich seine Freestyle-Küren auf internationalen Turnieren ansehen:

Europameisterschaften 2013 in Aalborg, Dänemark:

World Youth Tournament 2012 in Tampa, Florida:

Infos zum Rope Skipping beim Deutschen Turner-Bund: http://www.dtb-online.de/portal/sportarten/rope-skipping.html