WAS HABEN Lana Del Rey, Massive Attack, Underworld, Nickelback, The Kinks, Neil Young, The Beach Boys, Shaggy, Craig David, Inna und Zedd gemeinsam?

Sie alle haben großartige Songs geschrieben. Und sie haben in mindestens einem davon Coca-Cola eine schöne Rolle gegeben: als Begleiterin auf Reisen, als Inspiration, Inbegriff von Heimat, Schönheitsideal oder Universalhilfe in allen Lebenslagen. Manchem erscheint sie gar so köstlich wie die Küsse seiner Liebsten.

Blues, Rock, Funk, Reggae, R’nB’, Techno, Country – welcome to the Club!

Hier entlang, bitte! Die Tür ist gar nicht streng…

1. Nickelback: „She Keeps Me Up"

Die Chad Kroeger, Sänger der kanadischen Band, macht hier druckvoll und funky klar, wie sehr er auf seine Lady steht. Und dass der Gedanke an sie ihn nicht schlafen lässt, wie eine „Coca-Cola Achterbahn“.

2. Beth Hart: „Coca Cola“

Okay, sie hat den Bindestrich vergessen. Aber Beth Hart beschreibt die frisch erwachte Leidenschaft so anschaulich – da hat die Rechtschreibung einfach mal Pause. Hier erklärt sie den Song:

3. The Kinks: „Lola“

Dieser zweideutige Song von 1970 mit der verdrehten Botschaft „war sie oder war sie keine sie?“ war sowohl in den USA als auch in Großbritannien ein Hit. Dabei wurde der Song im britischen Radio zunächst verboten. Das lag allerdings nicht an den sexuellen Verwirrungen, sondern an Coca-Cola. In der ursprünglichen Version singt Frontmann Ray Davies, sein Champagner schmecke „wie Coca-Cola. Eine Marke im staatlichen Radio BBC zu erwähnen ist allerdings absolut tabu. Der Sänger musste also zurück ins Studio und ersetzte „Coca-Cola“ durch „Cherry Cola“. Mit Kirschgeschmack wurde die Geschichte der Begegnung mit einer faszinierenden Frauengestalt dann auch im britischen Radio gespielt.

„We lie on the beach / And we mess up the sheets / And it tastes like Coca Cola“ (Beth Hart)

4. The Band: „When I paint My Masterpiece“

Bob Dylan schrieb diesen Song, zum Hit wurde er aber erst, als er 1971 ohne ihn von seinen Begleitmusikern neu interpretiert wurde. Der Songschreiber erzählt eine Geschichte von ein paar europäischen Abenteurern, die er faszinierend und etwas anstrengend findet. Als Levon Helm, der Sänger und Drummer von The Band zum Schluss ruft: „Oh, wieder zurück im Land von Coca-Cola", empfinden auch wir das Heimweh des weitgereisten Helden.

5. Rascal Flatts: „Ellsworth“

Die bittersüße Geschichte einer alten Witwe in einem Seniorenheim, die Mühe hat, sich an Dinge zu erinnern. Dies ändert sich schlagartig, als ihre Enkel die Stadt Ellsworth in Kansas erwähnen. Die alte Frau schwelgt in Erinnerungen, als ob es wieder 1948 wäre, als sie ein junges Mädchen war und ihr verstorbener Ehemann ihr den Hof machte. Sie erinnert sich, wie er in seiner armeegrünen Uniform vor ihr kniete, um ihr seinen Antrag zu machen. Eine ihrer unauslöschlichen Erinnerungen außerdem: wie das junge Paar sich „zwei Strohhalme und eine Coca-Cola teilt.

6. Lana Del Rey: "Us Against The World"

Lana Del Rey hat schon so manchen ihrer Texte mit Erfrischungsgetränken verfeinert. Und noch öfter hat sie unveröffentlichte Songs bei Soundcloud eingestellt (die nicht bei Spotify gelistet sind). So auch diesen aus dem Jahr 2010, in dem sie erzählt wie sie jemandem alle erdenklichen Wünsche erfüllt – wenn er ihr „dafür mitten in der Nacht eine Coke spendiert." Machen wir gern.

7. Spliff: „Carbonara“

Wir schalten kurz nach Deutschland: Spliff, die auch als Begleitband von Nina Hagen bekannt wurden, stehen kurz vor dem Durchbruch. Sie gehen mit einem von Keyboarder Reinhold Heil gesungenen Song ins Studio. Der Text: ein bisschen Dada, typisch frühe Achtziger. Fraglich, ob der Song ein solcher Hit geworden wäre, wenn es bei dem ursprünglichen Titel geblieben wäre: „Heiße Würstchen und Coca-Cola. Gut, dass da irgendwo noch eine italienische Speisekarte rumlag.

8. Inna: „Cola Song (feat. J Balvin)“

Besonders im Dancehall und in lateinamerikanischen Songs hat sich „Coca-Cola bottle“ als Synonym für eine schöne weibliche Figur etabliert. Die Dance-Beats der rumänischen Sängerin Inna klingen zwar nach einer munteren Balkan-Party, aber ihre Musik und Bildsprache sind international.

9. Zedd & Alessia Cara: „Stay“

Selten wird ein Lyric-Video öfter angeschaut als das mit der „richtigen“ Inszenierung. Aber bei Zedd’s Song „Stay“ sind 186 Millionen Klicks gerechtfertigt. Der knappe Text mit dem präzisen reduzierten Beats läuft über wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Da sitzt jemand bei Sonnenaufgang mit Rum and Cola und hat ... Sehnsucht!

10. Craig David: „She’s on Fire“

Craig David, Brite mit karibischen Wurzeln, erzählt die Geschichte eines Mädchens, das als pummeliger Teenager verspottet wurde und heute mit seiner Schönheit alle blendet. Auch er kennt die Taillen-Metapher: „She's hot, so nonchalant, ain't gotta front 'Cos a (coca cola bottle shape ah it a run de place)“

11. Shaggy: „Something Different“

Shaggy, mit einem weniger bekannten Song aus seinem Erfolgsalbum: „Boombastic“. Vermutlich die älteste Fundstelle für die Figurmetapher, aus dem Jahr 1995:

„Your coca cola figure in that skin tight dress
Hold me in your arms with so much tenderness
Hmmm girl you make me breathless“.

12. The Beach Boys: „Drive-In“

Die Beach Boys gelten als Botschafter der kalifornischen Surfszene. Offenbar haben sie aber auch zu Lande eine ganze Menge Spaß, wie es in diesem Song von 1964 zu hören ist. Als sie sich in ihr Auto zwängen, um eine Doppelvorstellung im Auto-Kino zu sehen, spielt das Leinwandgeschehen erst einmal überhaupt keine Rolle. Viel wichtiger ist ihnen die Snack-Bar. Erst als sie mit „einer großen Portion Butter-Popcorn und einer extra großen Coke“ zu ihrem Auto zurückkehren, kann auch der Film losgehen.

13. Pulp: „Common People“

Ein Klassiker des Britpop. Er handelt von einem Mädchen aus wohlhabender Familie, das gern wie „die normalen Leute“ leben würde. Sänger Jarvis Cocker nimmt diesen Klassentourismus sarkastisch auseinander, aber das Mädchen, eine damalige Kommilitonin während Cockers Kunststudium, bemerkt dies nicht:

„She told me that her dad was loaded
I said, "In that case I'll have a rum and coca-cola."
She said: "Fine"

14. Massive Attack: "Five Man Army"

1991 erzählt dieser Song auf dem ersten Massive-Attack-Album von den Bemühungen, in London cool zu wirken. Tiefe Basslinien und wunderbare Reggae-Samples, unter anderem von Horace Andy. Und ein Verweis auf „Lola“ von den Kinks:

„When I host my show-a I avoid the girl called lola
Who's more pu-pu-public than the drink they call it coca cola
I’m just practice posing face is shaded in black

15. Underworld: „Trim“

Auch ohne Underworld wären die Neunziger Jahre anders verlaufen. Für viele sind sie synonym mit „Born Slippy“, dem bekanntesten Song aus „Trainspotting“. Nach ihren Big-Beat-Hits kamen Underworld aber irgendwann wieder runter zu den subtilen Tönen ihrer Anfangszeit. Passend dazu die Zeile: „Hey classic Coca-Cola in a can when you wanna cool down.“

16. The Band Perry: „Hip to My Heart"

Im Jahr 2012 landete die Debüt-Single des Geschwistertrios in den Top 20 der Country-Musik US-Charts. Dies lag zum großen Teil an der koketten Weise, mit der die Sängerin Kimberly Perry die wichtigste Metapher des Lieds formulierte: „Ich mag deine Lippen wie ich meine Coca-Cola mag", weil seine Küsse so spritzig sind.

17. Keith Urban: „Red Camaro"

Keith Urban, wurde zwar in Neuseeland geboren und wuchs in Australien auf, doch in seiner Wahlheimat Nashville hat er seinen Country-Pop perfektioniert. Und so ist dies ein Text wie aus dem All-American-Bilderbuch. Er fährt mit seinem roten Camaro, den Kopf seiner Frau an seiner Schulter, ihre Lippen an einer Coca-Cola. Wir stellen uns hier mal Urbans Gattin Nicole Kidman vor.

18. Azealia Banks: „Nude Beach a-Go-Go“

Nun haben die beiden Azaleen sich endlich vertragen. Iggy Azalea und Azealie Banks, beide Rapperinnen, beschimpften sich jahrelang mit – schlagzeilenträchtigen – Statements. Nun wollen sie die Kriegsnagelfeile begraben und sogar zusammen Musik machen. Könnte etwa so klingen wie in diesem Strandlied: „Teenage Verona, sippin Coca-Cola Teenage Verona, Momma Can't Control Her!“ Großer Tobespaß!

19. The Brian Setzer Orchestra: „Americano“

Dieses Neo-Swinglied erzählt die Geschichte von einem fremden Herrn, der sehr bemüht ist, sich dem amerikanischen Lebensstil anzupassen – vielleicht sogar ein bisschen zu bemüht. Er ist angezogen wie ein Cowboy aus Texas und wünscht sich einen Cadillac, um das Bild zu vervollständigen. Er setzt aber auch weniger extravagante Möglichkeiten ein um sich anzupassen, wie eine neu entdeckte Liebe für Baseball und Rock 'n' Roll. Seine Lieblingsbestellung beim Essen ist „eine Coca-Cola, Joe, und eine Pizza zum Mitnehmen.“

„Gimme Coca-Cola, lemon soda, salted ice cream / And I give him soap and water“ (Lyle Lovett)

20. Lyle Lovett: „Keep it Clean"

Der große Komponist und Schaupieler Lyle Lovett aus Texas hat einen Abschluss in Deutscher Sprache und Literatur. Hier beschreibt er Coca-Cola als Universalmittel, in allen Lebenslagen, ähnlich hilfreich wie Wasser und Seife.

„Don't pour out your Coca-Cola / If it's still got a little bit of fizz“ (Craig Morgan)

21. Craig Morgan: „Still a Little Chicken Left on That Bone“

Craig Morgan macht allen Mut, die im Begriff sind, sich hängen zu lassen. Da ist immer noch Fleisch am Knochen, singt der Country-Mann aus Tennessee, „schütte deine Coke nicht weg, so lange sie noch sprudelt."

22. Neil Young: „When Worlds Collide“

In seinem Song über einen Road Trip quer durch die Vereinigten Staaten hakt Neil Young Sehenswürdigkeiten ab, während er den Kilometerstand seines hybridgetriebenen 1959 Lincoln Continentals nach oben treibt. Einmal richtet er seine Aufmerksamkeit auf das Wahrzeichen der Route 66, ein nächstes Mal schwebt er „entlang des Rio Grande, eine Coca-Cola in meiner Hand.“

„I remember when no one was lookin' / I was puttin' peanuts in my Coke“ (Barbara Mandrell)

23. Barbara Mandrell: „I Was Country When Country Wasn't Cool"

In diesem Schlager aus dem Jahr 1981 erinnert sich die Sängerin an die weniger guten alten Zeiten, in denen sie noch versuchte, ihre Leidenschaft für Country zu verbergen und sich an den Geschmack der Rock 'n' Roll-Massen anzupassen. Heute würde sie sich schämen, wenn sie noch einmal bei einem Song von George Jones das Autoradio leiser drehen würde. Eigentlich sei es mit dem Country ein bisschen wie mit einem anderen bodenständigen Brauch, den sie auch lange heimlich pflegte: Mandrell wirft gerne „Erdnüsse in Cola". 

24. Sam Cooke: „Having a Party“

Zu einer gelungenen Party gehören für Sam Cooke vor allem zwei Dinge: 1. Songs, bei denen die Gäste garantiert auf die Tanzfläche stürmen und 2. genug „Cokes im Kühlschrank". Dem haben wir nichts hinzuzufügen.