Wenn Songwriter möchten, dass die Geschichten ihrer Lieder möglichst realistisch rüberkommen, setzen sie gerne ein paar Verweise mit Wiedererkennungswert ein. Nun gibt es einige universelle Grundsteine, bei denen jeder Popstar sich darauf verlassen kann, dass der Hörer sie kennt. Wer etwa einen gut platzierten Verweis auf Coca-Cola im Liedtext unterbringt, kann sicher sein, dass der Zuhörer unmittelbar einen Bezug zu seiner Lebenswirklichkeit herstellt, dass er ein wenig mitsingt und sich zum Musikhören vielleicht sogar eine Coke aufmacht. Hier sind 13 Lieder zum Coke-Trinken und Mitsingen. 

1. „Lola" von the Kinks

Dieser zweideutige Rocksong von 1970 mit der verdrehten Botschaft „war sie oder war sie keine sie?“ war sowohl in den USA als auch in Großbritannien ein Hit. Dabei wurde der Song im britischen Radio zunächst verboten. Das lag allerdings nicht an den sexuellen Anspielungen und Verwirrungen, sondern an Coca-Cola. In der ursprünglichen Version singt Frontmann Ray Davies, sein Champagner schmecke „wie Coca-Cola“. Eine Marke im staatlichen BBC zu erwähnen ist allerdings absolut tabu. Der Sänger musste also zurück ins Studio und ersetzte „Coca-Cola“ durch „Cherry Cola“. Mit Kirschgeschmack wurde die Geschichte der Begegnung mit einer faszinierenden Frauengestalt dann auch im britischen Radio gespielt.

2. „Good Directions“ von Billy Currington

Eine wunderschöne Frau aus Hollywood bleibt vor Billys Gemüsestand stehen, um nach dem Weg zu fragen. Er sagt ihr, dass sie zuerst „bei dem kleinen Dorfladen mit dem Coke-Schild" anhalten solle, um einen süßen Tee bei Miss Belle zu trinken, bevor sie weiter auf die Autobahn fährt. Nicht auf den Kopf gefallen, beschließt er, der Schönheit zu folgen, bevor sie für immer aus seinem Leben fährt. Natürlich geht die Geschichte für unseren Helden gut aus. Der Song führte im Jahr 2006 die US-Charts an und hat möglicherweise den Verkauf von süßem Tee an junge Männer angekurbelt.

3. „When I paint my masterpiece“ von The Band

Bob Dylan schrieb diesen Song. Zum Hit wurde er aber erst, als er 1971 von seinen Begleitmusikern, der Gruppe The Band interpretiert wurde. In seinem typisch kryptischen Stil erzählt der Songschreiber eine Geschichte über ein paar europäische Abenteuer, die er faszinierend und etwas anstrengend findet. Als Levon Helm, der Sänger und Drummer der Band am Schluss ruft: „Oh, wieder zurück im Land von Coca-Cola", fühlt der Hörer durch einen einfachen Bezug förmlich das wahre Heimweh des weitgereisten Helden.

4. „Ellsworth“ von Rascal Flatts

Dieses Märchen des Nashville-Trios aus dem Jahr 2007 ist eine bittersüße Geschichte über eine ältere Witwe in einem Seniorenheim, die ein wenig Mühe hat, sich an Dinge zu erinnern. Dies ändert sich schlagartig, als ihre Enkel die Stadt Ellsworth in Kansas erwähnen. Die alte Frau schwelgt in Erinnerungen, als ob es wieder 1948 wäre, als sie ein junges Mädchen war und ihr nun verstorbener Ehemann ihr den Hof machte. Sie erinnert sich an seinen blauen DeSoto und daran, wie er in seiner armeegrünen Uniform vor ihr kniete, um ihr einen Antrag zu machen. Eine der unauslöschlichen Erinnerungen ist, wie das junge Paar sich „zwei Strohhalme und eine Coca-Cola“ teilt.

5. „Drive-In“ von den Beach Boys

Die Beach Boys gelten schon fast als Botschafter der kalifornischen Surfszene. Offenbar haben sie aber auch zu Lande eine ganze Menge Spaß, wie es in diesem Lied von 1964 zu hören ist. Als sie sich in ihr Auto zwängen, um eine Doppelvorstellung im Auto-Kino zu sehen, spielt das Leinwandgeschehen erst einmal überhaupt keine Rolle. Viel wichtiger ist ihnen die Snack-Bar. Erst als sie mit „einer großen Portion Butter-Popcorn und einer extra großen Coke“ zu ihrem Auto zurückkehren, kann auch der Film losgehen.

6. „I'm just a girl“ von Deana Carter

Verlässt ein amerikanischer Musiker sein Heimatland, dann packt ihn fast unmittelbar die Sehnsucht. Heimweh gehört zu den ganz großen Themen der Musikgeschichte. Beispiele wären Chuck Berrys „Back in the USA" oder Bob Dylans „When I write my masterpiece". Auch der Country-Star Deana Carter reiht sich mit „I’m just a girl“ in die Liste der USA-Nostalgiker ein. Im Titelsong aus ihrem im Jahr 2003 erschienenen Album erzählt sie davon, dass sie in London und Paris war, dass ihr Herz sich dort aber immer nach Dingen sehnte, die ihre amerikanische Heimat symbolisieren. Teil ihrer Kur gegen Heimweh waren ein „Coca-Cola Eisbecher und ein Lied der Beach Boys.“

7. „Having a party“ von Sam Cooke

Zu einer gelungenen Party gehören in den Augen von Sam Cooke vor allem zwei Dinge: Songs, bei denen sämtliche Partygäste garantiert auf die Tanzfläche stürmen und genug „Cokes im Kühlschrank" für die Erfrischung zwischendurch. Dieses Erfolgsrezept gibt der legendäre R & B Sänger in einem Hit von 1962 preis. Schon der Titel liest sich wie eine einfache und wirkungsvolle Gebrauchsanleitung zum Feiern: „Having a party“. 

8. „Hip to my heart" von The Band Perry

Im Jahr 2012 landete die Debüt-Single des Geschwistertrios in den Top 20 der Country-Musik US-Charts. Dies lag zum großen Teil an der koketter Weise, mit der die Sängerin Kimberly Perry die wichtigste Metapher des Lieds behandelte. Sie ist im Song über beide Ohren in einen Kerl verliebt, dem sie sagt, „Ich mag deine Lippen wie ich meine Coca-Cola mag", weil seine Küsse so spritzig sind. Wer diese Botschaft nicht versteht muss wirklich Brause im Kopf haben.

9. „When Worlds Collide“ von Neil Young

In seiner 2009 veröffentlichen Saga über einen Road Trip quer durch die Vereinigten Staaten hakt der gebürtige Kanadier Sehenswürdigkeiten ab, während er den Kilometerstand seines hybridgetriebenen 1959 Lincoln Continentals nach oben treibt. Einmal richtet er seine Aufmerksamkeit auf das Wahrzeichen der Route 66, ein nächstes Mal „schwebt er entlang des Rio Grande, eine Coca-Cola in meiner Hand.“ Im Grunde weiß der Hörer nie, ob Young etwas entgegenfährt oder von etwas wegfährt. Offensichtlich ist nur, dass er genauso viel über sich selbst lernt wie über seine Wahlheimat. Und dass er dabei Coca-Cola trinkt.

10. „Small Town Girl“ von Kellie Pickler

Die Gewinnerin von American Idol 2006 hat den Titelsong aus ihrem Debüt-Album mitverfasst. In „Small Town Girl“ präsentiert sie sich dem Country-Musik Publikum als das einfache Mädchen von Nebenan, das sie immer gewesen ist und, trotz ihres neu entdeckten Ruhmes, immer sein wird. Der Song ist auch ein Liebesbekenntnis gegenüber der amerikanischen Kleinstadt, mit all ihren Vorlieben für die einfachen kleinen Freuden des Lebens wie „Coca-Cola und Apfelkuchen“.

11. „I Was Country When Country Wasn't Cool" von Barbara Mandrell

In  diesem Schlager aus dem Jahr 1981 outet sich die Country-Königin als langjährige Liebhaberin der Musik und ihres Lebensstils. Sie erinnert sich in dem Song an die weniger guten alten Zeiten, in denen sie noch versuchte, ihre Leidenschaft für Country zu verbergen und sich an den Geschmack der Rock 'n' Roll-Massen anzupassen. Heute würde sie sich schämen, wenn sie noch einmal bei einem Song von George Jones das Autoradio leiser drehen würde. Eigentlich sei es mit dem Country ein bisschen wie mit einem anderen bodenständigen Brauch, den sie auch lange heimlich pflegte. Sie werfe nämlich gerne „Erdnüsse in Cola". 

12. „Americano“ von The Brian Setzer Orchestra

Dieses Neo-Swinglied erzählt die Geschichte von einem fremden Herrn, der sehr bemüht ist, sich dem amerikanischen Lebensstil anzupassen – vielleicht sogar ein bisschen zu bemüht. Er ist angezogen wie ein Cowboy aus Texas und wünscht sich einen Cadillac, um das Bild zu vervollständigen. Er setzt aber auch weniger extravagante Möglichkeiten ein um sich anzupassen, wie eine neu entdeckte Liebe für Baseball und Rock 'n' Roll. Seine Lieblingsbestellung beim Essen ist „eine Coca-Cola, Joe, und eine Pizza zum Mitnehmen.“ Vielleicht wird er es schaffen.

13. „Spin Me A Christmas“ von Aqua

Die etwas kitschige Gruppe aus Skandinavien ist für ihre eigensinnige Einstellung zur Popkultur bekannt. Berühmt wurde Aqua vor allem mit „Barbie Girl“, einem Top 10-Hit aus dem Jahr 1997. In einem Weihnachtssong gibt es eine direkte Anspielung auf die Verbindung zwischen Coca-Cola und dem Weihnachtsmann. Mit der Zeile „Wenn es nicht Coca-Cola gäbe, wäre er weiterhin grün,“ bezieht sich die Gruppe auf die altbekannte Legende, dass das Unternehmen für das heutige Aussehen des Weihnachtsmannes verantwortlich sei. Tatsächlich steckt in der Geschichte mehr Wahrheit als Legende: Der Illustrator Haddon Sundblom malte den symphatischen, rot angezogenen „Coca-Cola Weihnachtsmann“ für eine Werbekampagne im Jahr 1931 und gestaltete das Bild bis in die 1970er Jahre hinein jedes Jahr neu. Davor gab es in der volkstümlichen Kultur kein einheitliches Bild vom Weihnachtsmann.

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