Apollinaris
Oft gefälscht – Echte Krugmarke aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Über 150 Jahre ist es her, dass Winzer Georg Kreuzberg die Apollinaris- Quelle im rheinland-pfälzischen Ahrtal entdeckte. In frühen Zeiten war es äußerst aufwändig,  das Wasser zum Verbraucher zu bringen. Seither sich hat vieles in der Abfüllung und Qualitätsmangement verändert. Ein Besuch am Abfüllstandort Bad-Neuenahr. 
Dort wurde  wurde das Wasser anfangs in Steinzeugkrüge gefüllt, hergestellt in Handarbeit.  Die Krüge mussten bis zu 24 Stunden probegewässert werden, um sie auf Durchlässigkeit zu prüfen. Die Brunnenknechte und –mädchen tauchten anschließend die Krüge tief in den Brunnen ein, um sie zu füllen. Danach wurden die Krüge verkorkt und „verpicht“, das heißt mit einer pechartigen Masse am Flaschenhals verschlossen. Ab 1850 gab es Zinnkapseln, die das Verschließen erleichterten. Mitte des 19. Jahrhunderts kostete eine Flasche Apollinaris so viel, wie ein Arbeiter in zwei Stunden verdiente. Welch ein Luxus Mineralwasser früher war!
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Brunnenmädchen zu Beginn des 19. Jahrhunderts


Trotz moderner Technik wird noch immer erheblicher Aufwand betrieben, um das einzigartige Mineralwasser abzufüllen.  Das erklärt Frank Wieland, verantwortlich für die Abfüllung in Bad Neuenahr: „Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel in Deutschland, das eine amtliche Zulassung benötigt. Für seine Abfüllung gelten strenge Regeln, um die ursprüngliche Reinheit zu gewährleisten.“ So darf beispielsweise die Abfüllung nur am Quellort erfolgen und es nicht erlaubt, die Mineralisierung zu verändern. Lediglich Eisen und Mangan dürfen entfernt werden. 
Da Mineralwasser ein Naturprodukt ist, unterliegt es natürlichen Schwankungen. War es doch Jahrzehnte lang durch verschiedene Gesteinsschichten unterwegs.  Auf diesem Weg wird es mit wertvollen Bestandteilen wie Magnesium und Kalzium anreichert, kann in seiner Zusammensetzung jedoch leicht schwanken. „Deshalb sind tägliche Analysen unseres Mineralwassers sehr wichtig“, erklärt Wieland. „Um perfekte Qualität zu gewährleisten, haben wir sogar ein spezielles sensorisches Labor.“ Dort gibt es mehrere Mitarbeiter, die genau hinsehen und -schmecken. „Die Qualitätsmanager kennen sich aus – da sind beispielsweise ausgebildete Ökotrophologen oder Braumeister dabei. Einige Kollegen kümmern sie sich schon zehn, einer sogar bereits seit zwanzig Jahren um unser Mineralwasser“, sagt Wieland. Denn nur, was der Mineral- und Tafelwasserverordnung zu einhundert Prozent entspricht, verdient das traditionsreiche rote Markendreieck – das es schon seit 1885 gibt.