5555 Folgen „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ – und Raúl Richter ist seit sieben Jahren mit dabei. In der RTL-Soap spielt er den unehelichen Sohn von Bösewicht Jo Gerner. Angefangen hat seine Karriere aber mit Coca-Cola...
Den Nikolaustag 2007 wird Raúl Richter nicht vergessen. Es ist der Tag, an dem sein Gesicht zum ersten Mal einem Millionenpublikum gezeigt wird. Sein erster Auftritt als Dominik Gundlach in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Damals ist der Berliner Schauspieler 20 Jahre alt. Es ist seine erste große Rolle. Und was für eine. Er wird Mitglied der GZSZ-Familie und flimmert seitdem täglich als Frauenschwarm durchs RTL-Vorabendprogramm.

Der erste Schritt ins Showgeschäft: Ein Shooting für Coca-Cola

Mit 11 oder 12 Jahren, so genau weiß Raúl das heute nicht mehr, fährt er zu seinem ersten Foto-Shooting – für Coca-Cola. „Ich weiß noch, dass das Shooting in einem
Fußballstadion stattfand und viele Kinder dabei waren – auch mein kleiner Bruder. Das war mein erstes Erlebnis vor der Kamera. Es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich in meiner Freizeit weiter in der Branche 'arbeiten' wollte“, sagt der Sohn eines Entwicklungshelfers, der
die ersten vier Jahre seines Lebens in Peru verbrachte.
Es dauert nicht lange, da entdeckt der Soap-Star eine neue Leidenschaft: das Synchronisieren von Filmen und Serien. Auch da ist sein jüngerer Bruder Ricardo mit dabei. „Während unsere Freunde im Schwimmbad waren, standen wir im Synchronstudio. Das war halt unser Job, den haben wir ernst genommen .“ 

Im dritten Anlauf  zum Soap-Star

Die Arbeit im Studio motiviert Raúl, sein Ziel weiter zu verfolgen. Außerdem verdient er damit auch schon als Schüler sein eigenes Geld. Lange vor dem Abitur ist ihm deshalb klar, dass er in der Branche Fuß fassen will. Ein anderer Job kommt nicht wirklich in Frage, höchstens noch Pilot. Der private Schauspielunterricht fruchtet schnell. Er spielt in Krimiserien und übernimmt Hauptrollen in zwei Musikvideos der ECHO-Gewinnerin LaFee. Bei einer Daily Soap landet er aber nicht auf Anhieb. Nach erfolglosen Castings für „Verliebt in Berlin“ und „Alles was zählt“ klappt es 2007 dann endlich. Im Surf-Urlaub in Frankreicht bekommt Raúl die Nachricht, dass er die Rolle des Dominik Gundlach bekommt. „Das war ein Riesenschritt. 'GZSZ' ist die
erfolgreichste Daily Soap. Man ist plötzlich bekannt, verdient gutes Geld und hat seinen ersten
Job. Ich habe das damals erst gar nicht so realisiert.“ 

Die Arbeit bei „GZSZ“: Mehr als Liebesbriefe beantworten

Liebesbriefe, Autogrammstunden, Kreischalarm. Die Hauptrolle bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ macht Raúl zum Teeniestar. Dabei ist die Arbeit bei einer täglichen Serie ein knochenharter Job. Morgens früh in die Maske, lange Drehtage und abends Texte lernen.
„Das war am Anfang hart.“ 

Raúl Richter macht im November Schluss mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

Der 27-Jährige hat den stressigen Soap-Job nach sieben Jahren erst einmal satt. Bis Ende September steht er in Babelsberg noch vor der Kamera, dann ist Schluss. Am 27. November ist er zum letzten Mal als Dominik Gundlach zu sehen. Viele Fans sind darüber traurig und äußern das in Foren und sozialen Netzwerken. Sorgen, dass Raúl vom Bildschirm verschwindet, sollten sie sich aber nicht machen. Denn neben „GZSZ“ probiert er immer wieder neue Dinge aus. 2013 moderierte er zum Beispiel die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Auch als Synchronsprecher ist er immer wieder zu hören, zuletzt für den computeranimierten Film „Epic – Verborgenes Königreich“. Und wer weiß, vielleicht steht Raúl Richter eines Tages auch mal wieder für Coca-Cola vor der Kamera. Da, wo alles anfing.