Eine kalte Coke, die Sonne lacht, das Meer glitzert. Fehlt noch was? Genau: Ein gutes Buch gehört zum Urlaub wie Badehose und Sonnenmilch. Ob tagsüber am Strand oder nach einer Wandertour abends auf der Hütte: Selten haben wir so viel Spaß an Literatur wie an unseren freien Tagen. Die Journey Redaktion stellt ihre liebsten Urlaubsbücher vor.

Marc Elsberg: Blackout

Was würde passieren, wenn plötzlich in ganz Europa der Strom ausfällt? Nach dem Lesen weiß man fließendes Wasser und die Hotel-Klimaanlage doppelt zu schätzen.
Blanvalet Taschenbuch Verlag, 800 Seiten, 9,99 €

Jason Starr: Stalking

Spannend, beängstigend, ungemütlich – Jason Starrs Geschichte über einen Stalker und sein Opfer macht Gänsehaut. Man sollte „Stalking“ in einem entspannten, heiteren und warmen Urlaub lesen. Dann geht sie schneller wieder weg.
Diogenes, 528 Seiten, 11,90 €

Roald Dahl: Küsschen, Küsschen

Bitterböse und immer überraschend: Die Kurzgeschichten von Roald Dahl eignen sich perfekt für einen kurzen Lesehappen zwischendurch.
Rowohlt, 304 Seiten, 8,99 €
Gute Bücher – Coca-Cola Journey
…Stunden am Strand…


Tom Rachman: Die Unperfekten

Tom Rachmans Debüt ist ein hintergründiger Gesellschaftsroman über eine internationale Tageszeitung, erzählt anhand der Schicksale ihrer Mitarbeiter. Fesselnd, hochaktuell – und genug Seiten für einen längeren Urlaub.
Deutscher Taschenbuch Verlag, 400 Seiten, 14,90 €



Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord

Fred Vargas’ Krimis um Kommissar Adamsberg machen süchtig. Mit dem ersten Band beginnen! Dann reicht der Urlaub vielleicht auch noch für die Bände 2 bis 10.
Aufbau, 239 Seiten, 8,99 €

T. C. Boyle: Talk Talk

Bei T. C. Boyle jagt eine gehörlose Frau jagt dem Dieb ihrer Identität hinterher. Eine furiose Reise beginnt, das macht Stimmung für einen eigenen Roadtrip!
Deutscher Taschenbuch Verlag, 464 Seiten, 9,95 €

Andreas Eschbach: Eine Billion Dollar

Seine Vorfahren haben im 16. Jahrhundert Geld angelegt, das 500 Jahre später auf 1 Billion Dollar angewachsen ist und an John Salvatore Fontanelli übergeben wird. Mit dem Geld kommt in Eschbachs Roman eine Aufgabe: der Menschheit ihre verlorene Zukunft wiederzugeben. Eine ziemlich große Aufgabe für jemanden, der ein paar Tage zuvor noch Pizzabote war.
Bastei Lübbe, 896 Seiten, 9,99 €

Dave Eggers: Der Circle

Dave Eggers beschreibt das Leben in der schönen neuen Welt einer Internet-Gesellschaft, in der durch totale Transparenz und Überwachung vollständige soziale Kontrolle erzeugt wird. Orwell meets Huxley – ebenso spannend wie beklemmend, da diese Zukunft bereits in Sichtweite ist.
KiWi-Taschenbuch, 560 Seiten, 10,99€

Alex Garland: Der Strand

Alex Garlands Roman spielt in einer Zeit, als die Inseln im Golf von Thailand noch unberührt waren. Eine Gruppe von Aussteigern beschließt, in diesem Paradies zu leben und sich von der Außenwelt abzuschotten. Touristen sind ja immer die anderen. Bitte vergessen, dass der Roman mit Leonardo DiCaprio verfilmt wurde – und die eigenen Bilder im Kopf spielen lassen.
Goldmann, 448 Seiten, 9,99 €

F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby

Ebenfalls mit Leo verfilmt, als opulentes Musical. Doch im Original als Roman ungleich packender. Bei Fitzgeralds klarer Sprache und überragender Erzähltechnik vergisst man alles um sich herum und taucht ein in die Roaring Twenties.
Deutscher Taschenbuch Verlag, 256 Seiten, 9,90 €

Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit

Der zehnjährige John Franklin lebt mit seiner Familie in Lincolnshire. Seine außergewöhnliche Langsamkeit, die ihn zum Außenseiter macht, kompensiert er durch genaues Beobachten und ein exzellentes Gedächtnis, Stetigkeit und Ausdauer, Zielstrebigkeit und Willenskraft. Nadolnys Klassiker wirkt überaus entschleunigend.
Piper, 384 Seiten, 9,99 €

Tommy Jaud: Hummeldumm

„Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.“ Beim Comedy Autor Tommy Jaud, weiß man, was man bekommt.
Fischer, 320 Seiten, 8,99 €
Gute Bücher – Coca-Cola Journey
…und Nachmittage unterm Baum. 


Siri Hustvedt: Was ich liebte

Siri Hustvedts Buch über die Liebe, nachdenklich und phasenweise tief traurig. Dabei von einer solchen emotionalen Wucht, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Selbst, wenn man gerade mit einem Cocktail auf der Strandliege Platz genommen hat.
Rowohlt, 752 Seiten, 9,99 €

Wolfgang Herrndorf: Tschick

Jetzt schon ein Klassiker der Auf-und-davon-Literatur. Zwei jugendliche Außenseiter von den entgegengesetzten Enden der Gesellschaft machen sich mit einem geklauten Lada auf den Weg in die Walachei. Sie kommen dort nie an. Aber sie fahren durch Ostdeutschland, hören unmögliche Musikkassetten, reden über Mädchen und die Welt, treffen auf sehr skurrile Zeitgenossen und werden Freunde. Herrndorfs Sprache ist jugendlich-locker, dabei nie anbiedernd. Deshalb ist Tschick auch eine Sommer-Empfehlung für jeden Leser, der die Pubertät hinter sich gelassen hat. Egal, ob sie ein halbes Jahr oder ein halbes Jahrhundert zurückliegt. 
Rowohlt, 256 Seiten, 8,99 €

Roberto Bolaño: 2666

Um Bolaños Roman zu lesen, braucht man Urlaub, schon wegen seiner über 1000 Seiten. Der Inhalt ist unmöglich zusammenzufassen, zumal 2666 auch noch unvollendet ist und zwei Handlungsstränge sich überlagern. Sehr bizarr und sehr gut. Vielleicht regnet es ja viel.
Fischer, 1200 Seiten, 14,99 €

Thomas Hettche: Pfaueninsel

Ein kleinwüchsiges Schlossfräulein lebt auf der Pfaueninsel bei Potsdam zwischen Pfauen, Kängurus und exotischen Pflanzen. Aus der Perspektive der Marie erzählt Hettche, wie der Rückzugsort der Preußenkönige im 19. Jahrhundert zu einem Sammelsurium wurde. Gartenbauarchitekten und Hofgärtner machten aus der Insel eine eigene kleine Welt. Für alle Berliner und Berlin-Urlauber bleibt danach nur noch ein Weg: auf die Fähre zur Pfaueninsel. 
Kiepenheuer&Witsch, 352 Seiten, 19,99 €

William Boyd: Ruhelos

Boyd konstruiert die Geschichte einer Spionin und ihrer Tochter – die nichts wusste von der erstaunlichen Vergangenheit ihrer Mutter. Eine Spionagegeschichte, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Nach diesem Roman schaut man seine Urlaubsbegleitung vielleicht noch mal etwas genauer an.
Berliner Taschenbuch Verlag, 384 Seiten, 9,99 €
Wo wird was gelesen? Das ZEITmagazin hat die meistgeliehenen Bücher in den Stadt- und Landesbibliotheken von 22 deutschen Städten ermittelt. Das Ergebnis findet ihr hier.