Wie aus dem Nichts steht plötzlich ein blühender Baum zwischen Beton und Asphalt. Es scheint, als hätte jemand über Nacht den Pinsel angesetzt und den grauen Hinterhof mit grüner und pinker Farbe erhellt. Die Künstlerin heißt Lea du Plessis, ihre Leinwand sind triste Orte in Kapstadt. 

Während sich andere junge Kapstädter in Bars, Parks oder am Strand treffen, sucht Lea du Plessis nach tristen Orten: um sie schöner und grüner zu machen. Dazu verabredet sich die 22-Jährige mit ihren Freunden – ausgerüstet mit Spaten, Bäumchen oder Grünpflanzen. Je nach Ort und Laune schaffen sie kleine urbane Gärten, Beete oder basteln Blumentöpfe aus Konserven. Wie Richard Reynolds, der Begründer des so genannten Urban Gardenings, wollen die jungen Kapstädter nichts weiter, als die Natur in ihre Stadt zu holen. „Die Menschen brauchen das Grün um sich herum“, sagt Lea du Pessis. „Jeder hat ein Bedürfnis nach Natur. Das wollen wir stillen.“

Geheime Botschaften

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Die "geheime Gärtnerin" kommt nachts und verschwindet ungesehen. Was bleibt, sind ihre grünen Grüße mitten in der Stadt


Lea nennt sich selbst die „geheime Gärtnerin". Mit diesem Pseudonym unterschreibt sie auch die Botschaften, die sie an einigen Orten nach einer Aktion hinterlässt. Nachts im Geheimen zu pflanzen, ist Teil ihrer Mission. Die Überraschung ist größer, wenn am Morgen plötzlich ein Baum steht, wo noch am Abend zuvor graue Wände oder Straßen die Umgebung prägten. Die junge Kapstädterin liebt es, wenn die Menschen stehen bleiben, ihren Augen nicht trauen. Und lächeln. „Ich möchte sie zum Umdenken bewegen – zumindest für den Moment, indem sie sich über den neuen Baum in ihrem Viertel freuen“, sagt die junge Frau strahlend. „Was wir tun, passiert beiläufig, aber es ist wunderschön. Wie die Natur.“ Leas Augen leuchten dabei wie die pinke Perücke, die sie bei ihren Guerilla-Aktionen trägt. Ihr Markenzeichen.

Einfach mal was Verrücktes machen

Viele runzeln die Stirn, wenn die junge Kapstädterin mal wieder eines ihrer grünen Streetart-Projekte plant. „Im Grunde ist doch jeder auf seine Weise verrückt“, sagt Lea während des Drehs für den aktuellen Coca-Cola Spot. „Ich pflanze eben nachts Bäume.“ Stellvertretend für all die Verrückten, die ihre Mitmenschen mit solch kleinen Gesten im Alltag erfreuen, wurde Lea du Plessis für die neue Coca-Cola Kampagne geshootet. „Ihr Beispiel soll andere zu spontanen Freundlichkeiten animieren“, sagt Lars Senhen, Director Trademark Coca-Cola in Deutschland. „Es zeigt, dass man keine Berge versetzen muss, um Lebensfreude zu verbreiten. Manchmal reichen eben auch Bäume, Blumen oder ein einfaches Lächeln.“

Der Blick fürs Schöne

Auch beruflich ist Lea du Plessis fasziniert von seltsamen und schönen Dingen. Unter dem Namen „strangelynice“ gestaltet die Illustratorin und Designerin unter anderem Magazine, Broschüren und Grafiken. So hat sie auch ihr „secretgarden.er“-Logo selbst entworfen, das sie zum Beispiel auf ihre Baum-Botschaften druckt. Auf dem dazugehörigen Blog erklärt Lea unter anderem wie man ein „Secret Gardener“ wird.


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