Karnevalskostüme sind lustig und bunt. Das passende Kostüm zu Halloween: eher gruselig und dunkel. Es gibt auch einen Mix aus beidem: Lars Manthe erschreckt als Gruselclown die Besucher im Filmpark Babelsberg. Wir haben ihn begleitet.
Gruselalarm zu Halloween
Als gruseliger Clown Penny erschreckt Lars Manthe Besucher im Filmpark Babelsberg

Es ist kurz vor 13 Uhr, als Lars Manthe an diesem Samstag seine Wohnung in Berlin verlässt. Er steigt in den Zug, dann in den Bus – ab zum Job. Auf dem Weg trifft er betagte Damen und kleine Kinder. Lars lächelt freundlich, sie lächeln zurück. Ein netter Zeitgenosse. Fünf Stunden später reagieren die Menschen plötzlich ganz anders, wenn sie Lars sehen. Sie schreien, kreischen, rennen davon. Lars hat sich komplett verwandelt. Jetzt ist er ein Monster.
Von der Kühltheke zur Horrorshow
Die seltsame Verwandlung des Lars Manthe: Sie passiert seit vier Jahren. Immer kurz vor Halloween. Dann schlüpft er in seine Rolle als Penny. Ein gruseliger Clown, mit grünen Haaren und spitzen Zähnen. Lars ist einer von rund 200 Laienschauspielern bei den Horrornächten im Filmpark Babelsberg. Im normalen Leben arbeitet er als Verkäufer in einem Feinkostladen: „Da bin ich natürlich immer freundlich zu den Kunden. Hier hab' ich mein Kontrastprogramm, hier kann ich die Sau rauslassen“. Abervorher muss er natürlich noch in die Maske.
Gruselalarm zu Halloween
Lars Manthe bereitet sich in der Maske für seinen Auftritt vor

Zahn für Zahn
In den zwei Stunden Vorbereitung für seinen Auftritt legt Lars selbst Hand an, lässt sich ab und zu von anderen Hobby-Monstern helfen. Erst Hose und Pulli anziehen, dann die weiß-roten Kontaktlinsen einsetzen und die Make-up-Grundierung auflegen. Danach kommen die künstlichen Augenbrauen und das wirklich gruselige Gebiss, und zwar Zahn für Zahn. Am Ende noch Augen und Nase weiß pudern, und rote Farbe drauf. Perücke auf. Fertig! Lars ist verschwunden. Penny ist zu Halloween erwacht.
Horrornacht im Filmpark Babelsberg
Mittlerweile ist es dunkel geworden. Nebeldunst liegt über der Straße der Giganten im Filmpark.
Wir hören Stöhnen, Fauchen, spitze Schreie, und Kettensägen. Ein wirklich gruseliger Klangteppich. Plötzlich marschieren sie um die Ecke: Hexen, Zombies, Schlossgeister, Gevatter Tod und mittendrin Penny. Sie gehen zum Spielplatz. Dort sollen sie auf ihre „Opfer“ lauern: Gruselfreudige Besucher, die eigens zur Horrornacht in den Filmpark Babelsberg kommen. „Am besten erschreckt man die Leute von hinten. Die Maske an sich ist schon gruselig. Dazu kommt noch das klassische Anschreien und grelles Lachen. Meine Aktionen müssen unerwartet und spontan sein“, sagt Lars und macht sich auf den Weg zu einer Gruppe junger Frauen. Die fürchten sich in der Regel am meisten vor ihm.

Frauen lieben Horror-Dates
Gruselalarm zu Halloween
Wulstige Augenbrauen: Ein Muss für jedes Halloween Monster 

Besucherin Sophie aber freut sich , als Penny sich ihr nähert. Sofort zückt sie ihr Smartphone zum Erinnerungs-Selfie mit dem Gruselclown. „Ich kenne sein Kostüm schon vom letzten Jahr und bin vorbereitet , aber ich habe trotzdem noch Muffensausen“, sagt sie und lächelt Penny an. Flirtfaktor Angst? „Viele Frauen sind fasziniert und neugierig, wer sich hinter der Maske versteckt. Das ist ein Anreiz für manche“, sagt Lars. Auf die netten Avancen eingehen will er jedoch nicht. Denn er hat eine Freundin. Und Penny mag es eh lieber, wenn Frauen ihn fürchten und nicht anhimmeln.
Gruselalarm zu Halloween
Professionelle Unterstützung in der Maske: Der Fön macht's möglich

Auch Männer dürfen Angst zeigen
Vier Stunden lang „monstert“ Lars durch den Filmpark. Das Kostüm spannt beim Reden etwas,
Hunger sollte er nicht haben. Denn durch die falschen Zähne passt gerade einmal eine Zigarette.
Am Ende des Abends geht es wieder in die Maske zum Abschminken. Langsam kommt der nette
Lars wieder zum Vorschein. „Man muss schon einen kleinen Schaden haben, um hier mitzumachen“, sagt der 28-Jährige. „Ich kann aus dem Alltag ausbrechen und mich hinter einer Maske verstecken. Der Clown ist mein Alter Ego“. Halloween habe er als kleiner Junge geliebt und mit seinem Bruder gefeiert. In seiner Rolle blüht er auf, er nimmt dafür sogar zwei Wochen Urlaub. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich auch gestandene Männer vor dir erschrecken. Einer ist mal vor mir weggelaufen.“ Er selbst erschreckt sich am meisten vor schwarzhaarigen, barfüßigen Mädchen im weißen Nachthemd. Das findet er „sehr, sehr gruselig...“


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