Nicole Lauscher ist Redakteurin bei der Zeitschrift BUNTE. Das folgende Interview ist am 27. Juni veröffentlicht worden.

Herzinfarkt ist die Todesursache Nummer eins bei Frauen. Doch die meisten unterschätzen das Risiko. Die Kampagne „Hör auf dein Herz" der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin und von Coca-Cola light will Frauen für die Gefahr sensibilisieren. BUNTE sprach mit Schauspielerin Nadja Uhl, die sich für die Kampagne starkmacht.


Frau Uhl, warum engagieren Sie sich?

Weil ich selbst zu 100 Prozent zur Zielgruppe gehöre. Ehrlich gesagt hat die Kampagne auch mich motiviert, über meine Work-Life-Balance nachzudenken.

Inwiefern?

Ich habe mich gefragt, wie ich es schaffen kann, meine Familie und meine Karriere so zu organisieren und zu verbinden, dass es mir weiterhin Freude bereitet und nicht irgendwann in eine einzige Belastung kippt. Bei Familie und Beruf spricht man immer von einer Doppelbelastung, dabei sollte es doch eine Doppelfreude sein.

Die Kampagne hat zum Ziel, dass sich Frauen mehr um ihre Herzgesundheit sorgen. Haben Sie Angst vor einem Infarkt?

Nein, überhaupt nicht. Das ist ja das Typische an uns Frauen: dass wir immer funktionieren und überhaupt nicht an

diese Gefahr denken. Ich erlebe so viele tolle Frauen, die sich nicht gestatten innezuhalten. Sie haben immer ihren Plan vor Augen, was alles noch erledigt werden muss, sodass für sie selbst kein Raum mehr bleibt. Vielen Frauen fällt es schwer, sich die Grenzen ihrer Belastbarkeit einzugestehen.

Was raten Sie diesen Frauen?

Wir können uns nicht immer nur durch die Vorgaben von Karriere und Familie unser Leben diktieren lassen, sondern müssen auch den Mut haben, als Frau Grenzen zu ziehen und zu sagen: Hier ist für mich eine Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Und dann?

Ich habe für mich gelernt, dass ich nicht immer die hundertprozentig funktionierende Karrieremutter sein muss und dass es absolut in Ordnung ist, wenn ich mal nicht erreichbar bin.

Neben Karriere und Kindern schaffen Sie es auch noch, Sport zu treiben...

Ich habe vor Kurzem wieder angefangen zu laufen. Zurzeit gehe ich dreimal pro Woche morgens eine Stunde joggen und kriege schon schlechte Laune, wenn ich keinen Sport mache.

Das setzt uns Frauen ja wieder unter Druck: Ich muss Sport machen...

Wer auf sein Herz hört, weiß, was einen glücklich macht. Wenn mich Sport glücklich macht, dann ist er gut. Wenn er Stress bedeutet, ist er in dem Moment nicht gut.

Allerdings haben Sie das Glück, dass Ihr Lebensgefährte sich um die Kinder kümmert, wenn Sie unterwegs sind. Das ist nicht in allen Partnerschaften so.

Sollte es aber! Eine Partnerschaft bedeutet für mich, dass man sich gegenseitig entlastet und aufeinander achtgibt. Es heißt doch so schön, einer trage des anderen Last, und nicht: Ich nehme deine Last auch noch, Schatzi, damit du es schön bequem hast, so wie wir Frauen das manchmal machen.

 

SO SCHÜTZEN SIE IHR HERZ

  • Lachen: Herzhaftes Lachen steigert die Blutzirkulation um 20 %. Der Effekt hält 45 Minuten.
  • Nicht rauchen: Schätzungen zufolge gehen bis zu 40 % der Todesfälle bei koronaren Herzkrankheiten (KHK) aufs Rauchen zurück.
  • Mediterran essen: Fisch, Gemüse, Obst, Olivenöl, Nüsse und Rotwein (in Maßen) schützen das Herz. Auch gesund: Bitterschokolade.
  • Bewegung schützt vor Herzinfarkt und reduziert das Sterberisiko von KHK-Patienten.
  • Weißdorn stärkt das Herz und hält die Gefäße elastisch.