Lebensfreude-Signale aus Berlin! Die künftige Bundesregierung will nicht nur den materiellen Wohlstand des Landes sichern, sondern auch die Lebensqualität der Deutschen steigern.
Das Himalaya-Königreich Bhutan macht es uns seit mehr als drei Jahrzehnten vor: Es misst das Bruttosozialglück seines Volkes. Wie lebensfroh sind die Untertanen? Auch die Finanzministerien Australiens und Neuseelands prüfen neuerdings genau, wohin die Staatsgelder fließen und ob sie tatsächlich zum Wohl ihrer Landsleute eingesetzt werden. Nun reagiert die deutsche Politik auf die Erkenntnis, dass materieller Wohlstand allein nicht glücklich macht und die Höhe des Bruttosozialprodukts nicht zwangsläufig etwas über die Lebenszufriedenheit der Menschen aussagt.
Im jüngst vorgelegten Koalitionsvertrag vereinbaren die beiden großen Volksparteien den Aktionsplan „gut leben“. Ressortübergreifend wollen die Ministerien ihr Handeln so ausrichten, dass die Lebensqualität der Deutschen gesteigert werden kann. Und die besteht – so ist im Vertrag zu lesen – aus „guter Arbeit, gutem Einkommen, Gesundheit, aber auch immateriellen Werten wie Familie, Freunde und Freiheit“. Deshalb soll das Regierungshandeln „stärker an den Werten und Zielen der Bürgerinnen und Bürger“ ausgerichtet sein. Dazu soll es einen Dialog mit den Bürgern und darauf aufbauend eine regelmäßige Berichterstattung geben.
Einer freut sich ganz besonders über diese Pläne: Dr. Stefan Bergheim, Beiratsmitglied des Coca-Cola Happiness Instituts. Der Frankfurter Forscher hat bereits in der vergangenen Legislaturperiode im „Dialog über Deutschlands Zukunft“ eng mit Kanzlerin Merkel zusammengearbeitet und sie in Fragen der Lebenszufriedenheit der Deutschen beraten. „Insbesondere der konkrete Aktionsplan hat meine Hoffnungen in den Koalitionsvertrag übertroffen“, sagt Dr. Bergheim erfreut. Seine langjährige, zukunftsweisende Arbeit trägt nun Früchte.

Auf dem Weg zu einer lebensfrohen Nation

Früher analysierte Bergheim als Ökonom für die ganz großen Bankhäuser die Konjunkturverläufe des Landes. Dann aber setzte der heute 46-Jährige eine wichtige Erkenntnis in die Tat um: dass nicht das große Geld, sondern Familie und Gesundheit wirklich glücklich machen. Er stieg aus der Bankenbranche aus und gründete 2009 das „Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt“. In seiner Frankfurter „Denkfabrik für mehr Lebensqualität“, wie er sein Institut gerne nennt, entwickelte Bergheim einen modernen Fortschrittsindex. Einen, der nicht bloß das Wachstum der Volkswirtschaft misst, sondern anderen wesentlichen Fragen nachgeht: Wie gesund sind die Deutschen? Wie steht es um ihre Lebensqualität – bedingt durch Einkommen, Gesundheit und Bildungsniveau? Und wie stark belasten wir dabei die natürliche Umwelt?
Mit seinen Ideen hat er auch Angela Merkel überzeugt, die im Sommer zum „1. Internationalen Deutschlandforum“ einlud, um das Thema „Was Menschen wichtig ist – Lebensqualität und Fortschritt“ zu diskutieren. Das Forum will die Kanzlerin in regelmäßigen Abständen wiederholen. In diesem Rahmen schlug Merkel vor, das Thema auf die Agenda der deutschen G8-Präsidentschaft 2015 zu setzen.
Fortschrittsforscher Bergheim stimmt das optimistisch: „Wenn die Politik in den Dialog mit den Bürgern tritt und sie nach ihren Bedürfnissen fragt und danach handelt, dann sind wir auf dem Weg, ein wirklich fortschrittliches und lebensfrohes Land zu werden.“ Wir dürfen also gespannt sein auf weitere positive Signale aus Berlin!