DIE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG berichtet im Artikel „Zucker fürs Volk“ am 11./12. Februar 2017 unter anderem über Projekte, die Coca-Cola in Deutschland fördert. Obwohl mehrere unserer Fakten aufgegriffen sind, ist der Artikel insgesamt unausgewogen und tendenziös. Denn unsere Punkte sind nur so aufgeführt, dass sie hinlänglich bekannte Positionen der im Bericht zitierten Kritiker bekräftigen. Klingen auch deshalb die an uns gerichteten Fragen so voreingenommen?

Damit sich jeder ein Bild davon machen kann, wie und warum sich Coca-Cola gesellschaftlich engagiert, veröffentlichen wir in voller Transparenz sowohl die Anfrage der Süddeutschen Zeitung, unsere ausführliche und fristgerechte Antwort sowie unsere Reaktion auf den Bericht. Die Journalistin der Süddeutschen Zeitung hat der Veröffentlichung ihrer Fragen widersprochen. Dem folgen wir nicht, schwärzen aber ihren Namen.

Email von Kommunikationsdirektor Patrick Kammerer an die Redakteurin der Süddeutschen Zeitung vom 14. Februar 2017

 

Reaktion der Süddeutschen Zeitung auf unsere Antworten vom 8. Februar 2017 



 

Originalanfrage der Süddeutschen Zeitung vom 6. Februar 2017 


 

Antwort von Coca-Cola Deutschland vom 8. Februar 2017


 

Und so lauteten unsere Antworten (Originaltext, zwecks besserer Lesbarkeit nicht als Screenshot):

1. Wann genau hat Coca Cola Deutschland die neuen Informationen online gestellt?

Die im vergangenen Jahr erstmals veröffentlichte und 2016 aktualisierte Liste dokumentiert Partnerschaften, Mitgliedschaften und Förderungen, mit denen sich Coca-Cola in Deutschland seit 2010 für ausgewogene Ernährung und einen aktiven Lebensstil engagiert. Diese Liste haben wir zuletzt am 8. Dezember 2016 ergänzt und online gestellt.

Die erste Auflistung enthielt bereits die Angaben für die Jahre 2010 bis 2015. Sie erschien am 18. Dezember 2015. Damals hatten wir angekündigt, dass wir die Auflistung jährlich aktualisieren.

Darüber hinaus berichten wir – wie eingangs beschrieben – umfänglich über unser Engagement in diesen und in anderen Bereichen, unter anderem seit 2009 in unseren Nachhaltigkeitsberichten, in Pressemitteilungen sowie auf verschiedenen, zum Teil eigens für diese Projekte eingerichteten Webseiten.

2. Warum fördert Coca Cola vor allem Sportprogramme?

Ihre Frage enthält zunächst eine Annahme, die sachlich unzutreffend ist. Über die von Ihnen genannte Liste von Partnerschaften hinaus gibt es zahlreiche weitere Engagements. Einzelheiten dazu finden Sie unter anderem in unseren Nachhaltigkeitsberichten. Tatsache ist: Die Mehrheit der von uns geförderten Initiativen sind kommunale Projekte. Ein Teil der Mittel fließt zudem in den Umweltschutz, z.B. das Renaturierungsprojekt „Alte Elbe Klieken“.

Viele der in der Liste aufgeführten Projekte sind zudem keine reinen Bewegungsprojekte, sondern nutzen den Sport als gesellschaftlich bindendes Element für die Integration von Geflüchteten und Migranten, die Entwicklung wichtiger sozialer Fähigkeiten bei benachteiligten Jugendlichen oder die Inklusion von Menschen mit Behinderung.

In vielen Fällen haben sich die Initiatoren bzw. Organisatoren der Initiativen um eine Förderung durch Coca-Cola beworben.

3. Wie muss man sich diese Förderung konkret vorstellen?

Es gibt mehrere Arten der Förderung:

  1. Die Förderung durch unsere weltweite Stiftung (The Coca-Cola Foundation) oder
  2. Die direkte Förderung durch uns als Unternehmen oder durch eine unserer Marken.

Zu 1.

Die The Coca-Cola Company hat sich verpflichtet, jährlich 1 Prozent der erwirtschafteten Erlöse an nachhaltige Initiativen in lokalen Gemeinschaften zu spenden (mehr über die Projekte der Foundation hier).

Allein in 2015 wurden rund 300 Organisationen in über 70 Ländern mit mehr als 117 Millionen USD unterstützt. Darauf sind wir stolz. Davon profitieren auch Initiativen in Deutschland, die sich erfolgreich um Förderung bewerben. 

Bei der The Coca-Cola Foundation können gemeinnützige Organisationen Anträge auf Förderung stellen. Diese werden geprüft und entsprechend der Kriterien der Stiftung entschieden. Im Falle der Zusage erhalten die Antragsteller eine Spende der Stiftung für ihr Projekt. Selbstverständlich müssen die Geförderten zum Abschluss des Projektes der Stiftung einen Bericht über die Mittelverwendung zukommen lassen.

Zu 2.

Bei unseren Markenprojekten ist der Ansatz ein anderer. Wir wollen die Popularität unserer Marken nutzen, um gesellschaftliche Anliegen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und zu ihrer Lösung beitragen. Bedeutende Projekte sind unter anderem unsere „Fanta Spielplatz Initiative“ zur Sanierung von Spielplätzen gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. sowie die „Lift Unified Laufgruppen“ zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung im Sport gemeinsam mit Special Olympics Deutschland.

Darüber hinaus unterstützen wir als Unternehmen gemeinnützige Organisationen mit Geld- und Sachspenden, wie zum Beispiel die Tafeln e.V.

Coca-Cola in Deutschland motiviert seine Mitarbeiter aktiv, sich für soziale Belange einzusetzen, zum Beispiel in den zahlreichen von Coca-Cola unterstützten Initiativen. Hierzu stellen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Arbeitszeit für soziale Projektarbeit frei.

4. Es gibt Stimmen, die Coca Cola vorwerfen, dass mit der Förderung von Sportprogrammen von den ungesunden Produkten Ihres Unternehmens (zum Beispiel Coca Cola) abgelenkt werden soll. Was sagen Sie dazu?

Wir sind stets offen für Kritik, sofern sie auf Fakten beruht. Fakt ist jedoch: Coca-Cola produziert und vertreibt in Deutschland mehr als 80 verschiedene Getränke, wovon rund ein Drittel kalorienfrei oder -reduziert sind. Jedes dieser Getränke ist gesundheitlich unbedenklich, solange es in Maßen genossen wird.

Fakt ist auch: Viele der durch uns geförderten Programme haben – wie oben dargelegt – vor allem die Integration von Geflüchteten und Migranten bzw. die Förderung benachteiligter Jugendliche zum Ziel. Sie wurden über die The Coca-Cola Foundation gefördert. In diesem Zusammenhang werben wir weder für unsere Produkte noch für unser Unternehmen. Und auch hier gilt: unsere Förderung war und ist stets transparent. Daher halten wir den Vorwurf für nicht gerechtfertigt.

5. Es gibt Stimmen, die sagen, dass Coca Cola gezielt Jugendliche anspricht, auch durch Werbung im Internet oder Sendungen wie Coke TV. Was sagen Sie dazu?

Wie viele andere Unternehmen, darunter auch Zeitungen und Zeitschriften, werben wir – auch an Jugendliche. Allerdings werben wir nicht in Medien, die sich an Kinder unter 12 Jahren richten und bei denen mehr als 35% der Leser, Hörer oder Zuschauer jünger als 12 Jahre sind. Wir sind überzeugt, dass bis zu diesem Alter vor allem die Eltern, Erzieher und Betreuer entscheiden sollten, was Kinder konsumieren. Die Einhaltung dieser Verpflichtung wird regelmäßig von unabhängigen Auditoren überprüft.

6. Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass die Selbstverpflichtungen der Getränkeindustre nicht ausreichen, um Produkte mit weniger Zucker auf den Markt zu bringen. Was sagen Sie dazu?

Allein Coca-Cola bietet in Deutschland mehr als 80 verschiedene alkoholfreie Getränke an, davon ein Drittel ohne oder mit wenig Zucker. Zu praktisch jedem unserer Getränke bieten wir eine kalorienfreie bzw. -arme Alternative an. Bei der klassischen Coca-Cola sind es mit Coca-Cola Light und Coca-Cola Zero Sugar sogar zwei kalorienfreie Varianten. Hinzu kommt mit Coca-Cola Life eine kalorienreduzierte Variante. Und: Mit unseren Wassermarken wie Apollinaris oder ViO erzielen wir inzwischen 10% unseres gesamten Absatzes. 

Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an unseren Rezepturen. Seit 2004 haben wir den durchschnittlichen Kaloriengehalt unserer in Deutschland verkauften Getränke bereits um mehr als 10% reduziert. Die Fanta Orange hat heute 7% weniger Zucker als 2002. Bei Sprite haben wir den Zuckergehalt gegenüber 2003 sogar um 10% abgesenkt. Unsere neue, im Herbst 2016 eingeführte
Coca-Cola Zero Sugar schmeckt dank verbesserter Rezeptur nun noch mehr wie die klassische Coca-Cola – und enthält nach wie vor keinen Zucker. Daneben setzen wir auch auf innovative Süßungskonzepte wie zum Beispiel bei Coca-Cola Life mit Steviaextrakten und 50% weniger Zucker als die klassische Variante.

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren unsere Werbeausgaben für Light- und Zero-Getränke erhöht. Heute investieren wir im Vergleich zu unseren klassischen Erfrischungsgetränken überproportional viel in die Werbung für unsere Getränke ohne Zucker. Die Markteinführung der neuen Coca-Cola Zero Sugar ist unser größtes Marketinginvestment in die Marke in den vergangenen zehn Jahren.

Unser Ziel ist es, die Auswahl an kalorienfreien und kalorienarmen Getränken stetig zu erweitern. Dazu werden wir auch weiter in unsere Wassermarke ViO investieren. So planen wir, mit ViO spritzig 2017 eine neue Variante unseres beliebten Mineralwassers auf den deutschen Markt zu bringen. Außerdem werden wir unsere ViO BiO Limonaden um drei zuckerreduzierte Varianten ergänzen. Diese werden rund 45% weniger Zucker und Kalorien enthalten als herkömmliche Limonaden.

Damit Konsumenten die von ihnen verzehrten Mengen besser kontrollieren können, investieren wir zudem verstärkt in kleinere Verpackungen. Dazu gehören unsere 150 ml und 250 ml Einwegpfanddosen für unterwegs, unsere kleinen Glasmehrwegflaschen für die Gastronomie sowie die 330 ml PET-Einwegpfandflasche für den Handel.

Wir unterstützen zudem ausdrücklich die Selbstverpflichtung der Vereinigung Europäischer Getränkehersteller (UNESDA), den durchschnittlichen Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken von 2015 bis 2020 um weitere 10% zu reduzieren.

7. Es gibt auch Stimmen, die den Einfluss der Industrie, auch jener von Coca-Cola bei der Plattform für Ernährung und Bewegung für zu groß halten, um wesentliche Verbesserungen der Lebensmittelprodukte zu erreichen. Was sagen Sie dazu?

Zum Kontext Ihrer Frage: Die stetige Weiterentwicklung unserer Produkte ist – wie oben beschrieben – unser erklärtes Ziel. Daran arbeiten wir aus eigenem Antrieb. Die Plattform für Ernährung und Bewegung (peb) ist ein offenes Bündnis, das sich „für eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige und ausreichende Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen“ einsetzt. Jedes Mitglied der peb hat – unabhängig von der Größe - das gleiche Stimmrecht, die Gremien sind paritätisch mit Mitgliedern aus allen gesellschaftlichen Gruppen besetzt. Unternehmen stellen deutlich weniger als die Hälfte aller Mitglieder. Wir erkennen nicht, worin die von Ihnen erwähnten „Stimmen“ einen „zu großen Einfluss“ sehen könnten. Im Übrigen sind natürlich auch Medien und weitere geeignete Multiplikatoren eingeladen, sich aktiv an der Übergewichtsprävention zu beteiligen und Mitglied bei peb zu werden.

8. Es gibt Mediziner, die zuckerhaltige Süßgetränke für eine wesentliche Ursache für die Zunahme übergewichtiger Menschen halten. Was sagen Sie dazu?

Zu viel Zucker ist für niemanden gut. Aber Übergewicht hat vielfältige Ursachen. Neben dem Ernährungsverhalten sind das zum Beispiel auch genetische Ursachen, Bewegungsmangel oder Stress. Zur Lösung bedarf es deshalb eines übergreifenden Ansatzes aller gesellschaftlichen Kräfte.

Unsere Verantwortung als Getränkehersteller sehen wir darin, die Konsumenten dabei zu unterstützen, ihre Kalorienaufnahme zu kontrollieren und moderat zu halten. Dazu bieten wir eine große Auswahl an kalorienfreien und kalorienarmen Getränken an. Zudem arbeiten wir ständig an der Verbesserung unserer Rezepturen und an Innovationen. Daneben bieten wir unsere Getränke verstärkt in kleinen Verpackungen an. Wir investieren überproportional in die Werbung für Light- und Zero-Getränke. Und schließlich informieren wir detailliert auf den Etiketten unserer Getränke über Inhaltsstoffe und Nährwerte. Weitere Informationen dazu finden Sie bei Ihrer Frage 6 und in unseren Nachhaltigkeitsberichten.

9. Es gibt Mediziner, die von Studien berichten, dass Süßstoffe in Getränken das Hungergefühl steigern können. Was sagen Sie dazu?

Süßstoffe gehören in Europa zu den am besten erforschten Inhaltsstoffen. Tatsache ist: Süßstoffe haben nachweislich keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Einen ausführlichen wissenschaftlichen Überblick zu der Frage finden Sie beim Süßstoff-Verband.