Blogs gibt es wie Sand am Meer - zu jedem Thema. Um unseren Journey-Lesern eine Orientierung zu geben, stellen wir jeden Monat einen unserer Lieblingsblogs vor.  Diesen Monat: Dressed Like Machines.
Musik, Kunst, Lifestyle, virale Clips, Fundstücke – „Dressed Like Machines“ bietet von vielem ein bisschen. Der Blog kommt so schräg und unterhaltsam daher wie sein Name. Und trifft offensichtlich einen Nerv. Drlima gehört zu den 20 meistgelesenen Blogs in Deutschland.
drlima

Schräge Mischung, ungewöhnlicher Name, und doch: Dressed like Machines gehört zu Deutschlands meistgelesenen Blogs


Maschinen tragen keine Kleider. Wie also soll jemand aussehen, der angezogen ist wie eine Maschine? Oder jemand, der so angezogen ist, dass er aussieht wie eine Maschine? Über Fragen wie diese sollte man nicht zu lange nachdenken, sondern einfach den Klang wirken lassen. Tatsächlich gibt es keine Antwort auf die Frage, warum einer der erfolgreichsten Blogs in Deutschland diesen merkwürdigen Namen trägt. Willy Iffland, der Kopf von drlima, gibt unumwunden zu, dass die Idee seinen Kopf kreuzte als er eines Nachts von einer Party kam. Es ist nicht auszuschließen, dass Alkohol im Spiel war, als der Name entstand. „Ich wollte keinen handelsüblichen Namen und Dressed Like Machines hat mir sofort gefallen. So ein Name muss nicht tiefsinnig sein. Er funktioniert gut und hat einen hohen Wiedererkennungswert.“ Vielleicht funktioniert der Name deshalb so gut, weil man sich darunter nichts vorstellen kann und der Blog das Versprechen einlöst, das der Name gibt: Die Mischung ist ein wenig schräg und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

An einem ruhigen Sonntagnachmittag

So beiläufig wie der Name, so kam auch der Blog zu Willy. „Es war an einem Sonntagnachmittag vor vier Jahren. Ich saß zuhause und langweilte mich. Ein Freund von mir hatte damals einen Blog den ich interessant fand. So etwas wollte ich auch versuchen und weil ich nichts Besseres zu tun hatte, entstand an dem Tag Dressed Like Machines.“ Am Anfang war es ein reiner Musikblog. Dann hat sich der Blog entwickelt wie sein Macher. Das Themengebiet wurde immer größer, Willy wollte sich nicht mehr auf ein einziges Thema konzentrieren. „Es gibt zu viele Sachen, die mich interessieren. So hat sich der Blog kontinuierlich weiterentwickelt.“ Heute gibt es auf Dressed Like Machines nach wie vor viel Musik, aber auch Kunst, Design und viele unterschiedliche Netzfundstücke. Der Clip über ein Hundebrüderpaar kann es genauso auf den Blog schaffen, wie das Video eines Versprechers von Robert de Niro beim Casting für „Der Pate.“

Vom Hobby zum Fulltimejob

Dressed Like Machines entwickelte eine gewisse Eigendynamik. Von der Schnapsidee wuchs der Blog sich zuerst zum Hobby aus, heute ist die Site der Hauptjob seines Erfinders. „Ich bin praktisch rund um die Uhr damit beschäftigt, ich lebe davon und bekomme darüber Aufträge.“ Drlima ist inzwischen auch kein Einmannprojekt mehr. Willy arbeitet mit einem Team von fünf Leuten zusammen, die den Blog mit befüllen. Außerdem gibt es einen Vermarkter, der Bannerwerbung oder Advertorials vermittelt. „Anfragen für Kooperationen bekomme ich mehrmals täglich aber ich muss natürlich sehen, ob ein Produkt oder eine Marke zu uns passt. Ich achte sehr auf meine Glaubwürdigkeit.“

Zielgruppe unbestimmt

Und wer liest die bunte Themenmischung? Ebenso eine bunte Mischung von Lesern. „Meine Zielgruppe ist etwa 16 bis 34 Jahre alt. Genau kann ich das nicht sagen. Bei manchen Postings reagiert ein sehr junges Publikum, andere sprechen eher Vierzigjährige an. Es ist ein Phänomen, das ich mir nie genau erklären konnte, dass der Blog von so unterschiedlichen Leuten gelesen wird. Aber ich finde es schön.“ Eine Erklärung gibt es für die breite Lesergemeinde: Stern.de und Süddeutsche.de verlinken regelmäßig auf drlima. So finden Leser auf den Blog, die zum einen nicht zu den klassischen Lifestylebloglesern gehören und zum anderen den Altersdurchschnitt heben. Willy ist jedenfalls zufrieden mit seinen Lesern. 9.500 am Tag finden auf dem ein oder anderen Weg zum Blog. Und einige davon melden sich auch zurück. Meistens kommen Kritik, Lob, Anregungen, Fankontakt über Facebook zu Willy. Dort folgen ihm aktuell über 14.600 Fans.

Zukunft der Maschinen

Und wie darf es weitergehen? „Dressed Like Machines ist mein Herzensprojekt, wenn es so weiter wächst, bin ich zufrieden,“ sagt der Gründer, der sich selbst noch in der  Findungsphase sieht. „Ich bin 24. Da kann noch viel passieren. Ich habe keine Ahnung, wo ich mich in fünf Jahren sehe. Ich plane nicht so weit.“ Jetzt macht er erst einmal seinen Blog weiter, nebenher ist er für eine Online-Promo-Agentur tätig und schreibt als Gastautor für Stern.de, im neuen Jahr wird er Produktmanager bei einem Label in Berlin. Die Arbeitsteilung beim Blog wird sich dann vielleicht ein wenig verschieben. „Ich habe ein kompetentes Team um mich herum, das auch jetzt schon viel schreibt während ich mich viel um den administrativen Teil kümmere. Ich bin selbst gespannt, wie Dressed Like Machines sich weiterentwickelt. Ich finde das schön so.“