Kind und Karriere? Kann ich, denken viele Frauen. Doch was sie wirklich erwartet, wenn Konferenzen und Zahnungsschmerzen zusammenkommen, wenn Kita-Ferien die Urlaubsplanung bestimmen und Kita-Viren alles hinfällig machen, das sagt einem natürlich keiner. Komisch, findet Hermin – und erzählt einmal im Monat aus ihrem Leben zwischen Coke, Kind und Kegel. 

Die Mama-AG

Es weihnachtet

KENNT IHR DAS? Erst blickt ihr – irgendwann Ende August – irritiert auf die ersten Lebkuchen im Supermarkt, dann passiert eine Weile lang nichts und plötzlich ist Vorweihnachtszeit und ihr mittendrin. Früher fand ich mich dann gelegentlich mit Freundinnen am Glühweinstand wieder. Heute erkenne ich am Terminkalender meines Sohnes, dass es losgeht. Zuerst feiern wir Erntedank. Dann verkündet der Kindergarten die Schließzeit um die Feiertage, die natürlich mit den Dienstplänen im Büro kollidiert. Und schon werden Laternen gebastelt und Lieder geübt. Und dann stehe ich mit Fritz und seiner Laterne zwischen all den anderen Eltern und bin gerührt.

Wenn gar nichts geht, hole ich Fertig-Keksteig aus dem Supermarkt (natürlich Bio, für’s Gewissen).



Der Plätzchen-Wettbewerb

Natürlich habe ich, wie all die anderen, mit meinem Kind gebacken. Irgendwann zwischen Fritz abholen und abendlicher Telefonkonferenz. Ganz ehrlich: Es gibt Momente, in denen ich Mütter, die nicht arbeiten, doch beneide. Das war wieder einer davon. Während ich mit Meetings und Terminen jongliere, tauschen Vollzeit-Mamis Rezepte aus, um mal was ganz Neues auszuprobieren. Bewundernswert! Aber auch ein Wettbewerb, zu dem keine arbeitende Mutter antreten kann. Selberbacken schaffe ich im Notfall noch. Originell wird das Ergebnis aber nicht. Dafür fehlen mir einfach der Kopf, die Zeit und die Energie. Wenn gar nichts geht, hole ich Fertig-Keksteig aus dem Supermarkt (natürlich Bio, für’s Gewissen) und bereichere damit das Advents-Buffet.

Advent-Outsourcing 

Die Mama-AG – Kekse und Keime – Coca-Cola Journey
SCHNUPFEN-PING-PONG: Der gefürchtete Kita-Keim schlägt zu

Zum Glück bin ich damit in der Kita nicht allein. Das merke ich auch am Nikolaustag und bei der Weihnachtsfeier. Mag sein, dass es bei all den kleinen Feiern manchmal eng wird, doch ich bin froh und dankbar, dass es das Engagement im Kindergarten und all diese Feste dort überhaupt gibt. Ich schätze es sehr, dass unser Sohn eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit verbringt und auch den biblischen Hintergrund vermittelt bekommt. Auch wenn ich nicht die Zeit habe, jeden zweiten Nachmittag Stollen zu backen, Laternen, Nikoläuse, Christbaumschmuck zu basteln und Lieder zu singen.

Dass es in der Vorweihnachtszeit jedes Jahr unglaublich stressig wird, hat übrigens noch einen zweiten Grund: Ausgerechnet, wenn es im November, Dezember richtig stimmungsvoll werden könnte, geht es nicht nur los mit den Lebkuchen – sondern auch mit den Krankheiten.

Vorweihnachts-Kita-Keime

Eigentlich sollte ich mir über Geschenke Gedanken machen, das letzte Quartal im Büro wuppen und die Familie vorweihnachtlich einstimmen. Aber was passiert? Fritz bringt einen dieser üblen Kita-Keime mit nach Hause und alle – also Mami, Papi und Fritz - liegen natürlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander flach. Ping-Pong! Für jeden, der noch nie mit Kita-Keimen zu tun hatte: Alles, was man über sie sagt, stimmt. Sie sind hartnäckig, sie sind häufig und sie machen vor niemandem halt.

Alles, was man über Kita-Keime sagt, stimmt. Sie sind hartnäckig und sie machen vor niemandem halt.



Mom @ home

Wenn mein Sohn nachmittags mit glühendem Kopf und glasigen Augen an mir lehnt, weiß ich schon: Vergiss die Termine in den nächsten Tagen. Zum einen will ich mich um mein krankes Kind kümmern, zum anderen geht es gar nicht anders. Die Kita nimmt die kleinen Racker erst wieder in Empfang, wenn sie 24 Stunden fieberfrei sind. Richtig so. Ich will auch nicht, dass andere Kinder fiebernd und virensprühend in die Kita gehen. Aber manchmal ist tatsächlich der erste, ehrliche Gedanke: Verflixt! Die Termine. Mal kann der Papa zum Glück zuhause bleiben, mal kann auch die Babysitterin kommen. Der größte Teil aber hängt an mir – und so will ich es auch. Ich weiß genau, wenn ich beim kranken Fritz bleibe, dauert es zwei Tage und ich liege selber flach. Damit wir nicht jedes Mal alle umfallen wie die Dominosteine, hält sich der Papa dann besser von Frau, Kind und Keimen fern. So bleibt wenigstens einer in der Verfassung, Nahrung ranzuschaffen und Suppe zu kochen.

Schniefend auf der Weihnachtsfeier

Natürlich gehe ich krank nicht ins Büro. Da halte ich es mit der Kita-Regel. 24 Stunden fieberfrei und nur mit klarem Kopf. Von meiner bloßen Anwesenheit hat schließlich niemand etwas. Außerdem würden sich die Kollegen bedanken, wenn ich ihnen jeden Kita-Keim anschleppen würde. Den ein oder anderen Schnupfen bringe ich natürlich doch mit auf die Weihnachtsfeiern in Kita und Büro. Aber dagegen helfen schließlich Glühwein und Lebkuchen. Zum Glück fallen Erkältungszeit und Lebkuchenzeit ja zusammen.

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