Blogs gibt es wie Sand am Meer zu jedem Thema. Um Euch eine Orientierung zu geben, stellen wir regelmäßig einen unserer Lieblingsblogs vor. Heute den Social Media Blog philippsteuer.de.

„SNAP ME IF YOU CAN“ – mit diesem Buchtitel macht der Blogger und selbsternannte „Social Media Revoluzzer“ Philipp Steuer, gerade Furore im Netz. Hinter dem Titel verbirgt sich ein Ratgeber, der seinem Leser das Social Media Phänomen Snapchat nahe bringen will. Und das auch schafft.

Wer immer schon mal wissen wollte, was eigentlich ein „digital native“ ist, der ist bei Philipp Steuer genau richtig. Der Kölner ist gelernter Onlineredakteur, Blogger für Internettrends und Berater für Onlinemarketing. Auf die Frage, warum er sich auf Social Media Themen spezialisiert hat, antwortet er selbstverständlich, damit sei er aufgewachsen. Schüler-VZ, Studi-VZ, Facebook waren dabei, als Philipp erwachsen wurde. „Ich fand es immer schon spannend zu sehen, wie Menschen online zusammen kommen, was sie bewegt, was sie teilen und warum.“ Vielleicht ist es nur folgerichtig, dass er heute auf seinem Blog philippsteuer.de verschiedene Internettrends dabei unterstützt, groß oder noch größer zu werden.

Philipp Steuer

DIGITAL Native: Philipp Steuer


Snapchat: Das kleine Gespenst

Der Social Media Trend der Stunde ist in Philipps Augen Snapchat. Tatsächlich geistern gerade viele Artikel, Bemerkungen und Gerüchte über den Foto- und Video-Messenger durch die Medienwelt. Phillip sind Artikel und Gerüchte nicht genug. Er ging das Ganze systematisch an und schrieb einen Ratgeber für alle, die mehr wissen wollen über den kleinen Geist auf gelbem Grund. Snap me if you can ist vor ein paar Wochen als E-Book erschienen und gilt bereits als der maßgebliche Leitfaden durch das Snapchat-Universum. Kein Wunder. Der Ratgeber ist locker-lesbar geschrieben, praxisnah und zeigt auf 80 Seiten klar und komprimiert, was alles mit der App möglich ist. Das Buch war auch deshalb notwendig, weil sich Snapchat nicht auf den ersten Blick selbst erklärt. Über den Leitfaden mit einfachen Bedienungstipps für Einsteiger und Erweiterungsmöglichkeiten für Fortgeschrittene freut sich deshalb sowohl der Onliner als auch ein Social Media Amateur. Ein Buch für alle also. Außerdem gibt es das geballte Snapchat-Wissen auch noch umsonst. Also theoretisch. Wer mag, kann für das E-Book nach Belieben zahlen. Und das machen auch viele der bisher 6.000 Leser - sehr zur verdienten Freude des Autors.

Snaps können genau einmal angesehen werden. Wer sich ablenken lässt, hat verloren.


Warum aber interessiert sich Philipp überhaupt für Snapchat? Weil es anders ist. Täglich werden wir mit Informationen, Nachrichten, Posts und Tweets zugeschüttet. Jeder, der regelmäßig durch eine Timeline huscht, weiß: Jede Meldung, die nicht sofort und aufmerksam wahrgenommen wird, geht unter – auch wenn sie eigentlich unendlich lang zur Verfügung steht. „Aufmerksamkeit ist inzwischen das höchste Gut,“ sagt Philipp. „Genau das macht Snapchat so interessant.“ Snapchat arbeitet mit dieser knappen Aufmerksamkeit. Snaps, die kurzen Nachrichten aus Bild, Video und Text, können genau einmal angesehen werden. Wer sich ablenken lässt, hat verloren.

Blogoskop

Snapchat: Reiz des Vergänglichen

Vergänglichkeit im Netz zu einem eigenen Wert zu erklären, ist ein raffinierter Schachzug. Schließlich haben Facebook-Nutzer gerade erst gelernt, dass das Netz nichts vergisst. Und jetzt vergisst es doch. Das verleiht Snapchat eine ganz eigene Authentizität. „Es lockert die Sache auf,“ sagt Philipp. „Wer mal Blödsinn redet oder auf einem Foto nicht so gut aussieht, verschickt den Snap trotzdem. Er ist ja nicht ewig abrufbar. Vergänglichkeit beflügelt. Das macht sympathisch.“ Nacktbilder posten sollte man trotzdem nicht, rät Philipp. Auch wenn der Snap nur unter vier Augen getauscht wird und nach einmaligem Ansehen verschwindet. Außerdem gibt es noch ein Hintertürchen: Wer richtig viel Arbeit in einen Snap gesteckt hat und ihn behalten will, kann die Geschichte bei Youtube speichern. Dann ist es natürlich aus mit der Vergänglichkeit.

Wer mal Blödsinn redet oder nicht so gut aussieht, schickt den Snap trotzdem. Vergänglichkeit beflügelt.


Snapchat Icon von Coca-Cola US

Das Snapchat Icon von Coca-Cola US


Ein Snap hat also ein kurzes und dafür intensives Leben. Und wenn der Snapchatter will, ein Doppelleben. Snaps können entweder unter Freunden und Followern getauscht werden, dann werden sie persönlich an eine Person oder einen Freundeskreis geschickt. Gleichzeitig landen Fotos, Videos und Nachrichten – wenn der Nutzer will – in der eigenen Snapchat-Story. Diese Geschichte ist eine Sammlung aus Snaps, die aneinandergereiht werden wie ein Film. 24 Stunden ist der Film abrufbar. Dann ist alles weg. Diese Reihen aus Videos, Bildern und Nachrichten mausern sich gerade zu einem originellen Erzählformat, das nicht nur privat genutzt wird. Journalisten entdecken diese Form des Storytelling für sich und Firmen setzen ihre Marketingleute darauf an. Auch Coca-Cola US snappt schon. Snapchat, so prophezeit Phillip, ist das nächste große Ding im Netz. Vermutlich hat er Recht. 

Snapchatter werden in fünf Schritten

Philipp Steuer – Snap Me If You Can

Wer jetzt selbst zum Snapchatter werden will, kann das in wenigen Minuten schaffen. Hier sind Philipps Tipps für einen schnellen Einstieg. Für alle, die ein bisschen tiefer in das Thema einsteigen möchten, empfehlen wir „Snap me if you can“.

  1. Smartphone zur Hand nehmen und die App installieren. Dann ein Profil einrichten und los geht’s.
  2. Im Kamera-Modus ein Foto machen.
  3. Mit dem Foto werden die Bearbeitungsfunktionen sichtbar und verständlich. Oben rechts können Text, Zeichnungen und Emojis eingesetzt werden. Unten links kann eingestellt werden, wie lange der Snap sichtbar sein soll.
  4. Entscheiden, ob das Bild in die eigene Geschichte gepostet wird oder privat an Freunde geschickt werden soll.  
  5. Die App funktioniert in alle Richtungen. Man kann nach rechts, links, oben und unten sliden. Mit der Navigation muss sich ein neuer Nutzer erst einmal vertraut machen. Hier zählt vor allem klassisches learning by doing. Und dann kann es auch schon losgehen.

 Hast du einen Lieblingsblog?

„Ich lese sehr gerne den Blog von Richard Gutjahr, weil der neue Denkansätze reinbringt. Außerdem mag ich den Onlinemarketing-blog, weil die gut dazwischen bloggen.“

 Und einen Lieblings-Social-Media-Kanal?

„Aktuell natürlich Snapchat.“