Mut ist ein wesentlicher Schlüssel zum Glück. Der griechische Historiker Thukydides hat es einmal so ausgedrückt: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber ist der Mut." Courage, wie der Mut auch genannt wird, kann viele Gesichter haben. Es gibt den Mut zur Wahrheit ebenso wie den Mut der Verzweiflung; es gibt ihn in Form von Sanftmut, Großmut und Kampfesmut, aber auch als Hochmut, Wankelmut und Übermut, der selten gut tut.

Jochen Mai / Foto@Philippe Ramakers
Blogger Jochen Mai wird für Coca-Cola Journey zum Glückssucher

In der Regel bewundern wir mutige Menschen. Die Charaktereigenschaft befähigt sie dazu, Widerstände und Gefahren zu überwinden, Risiken einzugehen, sich für andere einzusetzen, vielleicht sogar Opfer zu bringen. Mut hat auch etwas Ritterliches. Schon im Hochmittelalter wurde die Tugend in epischen Dichtungen gefeiert. Ritter, die sie besaßen, waren „ohne Furcht und Tadel".

Und doch behandeln die meisten den Mut wie ein Luxusgut: Jeder bestaunt ihn, aber kaum einer mag ihn sich leisten. Schon gar nicht im Job.

Mutige Manager sind selten

Welcher Chef reklamiert nicht einerseits das unternehmerische Denken und Handeln bei seinen Mitarbeitern, weil ja erst die Courage Raum für Kreativität und Innovationen außerhalb der Routine und Komfortzone schafft. Andererseits aber: Welcher Chef sieht es wirklich gerne, wenn Mitarbeiter mutig aufstehen und die Wahrheit sagen, Fehler benennen, die eigene Idee kritisieren – oder schlimmer: eine bessere haben? Mutig zu führen bedeutet eben nicht nur, den Pioniergeist zu wecken, sondern auch Aufrichtigkeit zu belohnen und unbequeme Meinungen zu hören und zu ertragen.

Der Glückssucher

Mutige Manager sind selten. Genauso selten wie jene, die wirklich einmal etwas Neues wagen. Dabei bedeutet „managen" genau genommen nichts anderes, als Entscheidungen zu treffen, deren Ausgang ungewiss ist, weil in unserer komplexen Welt zu viele Variablen nahezu jedes Kalkül auf eine Wette reduzieren. Der Mutige aber entscheidet trotzdem – und macht es möglich. Keinesfalls blind, sondern indem er es schafft, Risiken „sehend zu überwinden“, wie Jean Paul es einmal formulierte.

Mut ist uns nur zum Teil in die Wiege gelegt

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass Mutige keine Angst kennen. Kennen sie durchaus. Jeden verlässt der Mut hin und wieder. Das ist völlig normal. Nur zeichnet sich die Courage genau dadurch aus, dass das Zaudern überwunden wird und die Handlungsfreiheit wieder zurückgewonnen.

Das ist etwas, was uns nur zum Teil in die Wiege gelegt worden ist. Psychologen sind sich heute einig, dass ein paar Persönlichkeitsmerkmale den Mut begünstigen – Offenheit für Neues etwa. Oder emotionale Stabilität. Verträglichkeit ist bei mutigen Menschen dagegen kaum ausgeprägt. Man könnte auch sagen: Was andere über sie denken, ist ihnen egal. Das macht sie emotional und geistig enorm unabhängig und frei.

Das ist die gute Nachricht: Dieser Teil des Mutes lässt sich trainieren – wie ein Muskel. Je häufiger wir Konflikte, Risiken und Ungewohntes scheuen, desto schwächer wird der Mut. Wagen wir aber öfter Neues, setzen uns über Unsicherheiten und Unwägbarkeiten hinweg, dann gewinnen wir Freiheit – und damit Glück. Am Ende ist es – wie so oft – eine Frage des Willens. Nicht abwarten, bis der Mut kommt, sondern mutig sein wollen.

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