Zwei Männer, eine Meinung. Vom Milliardär und Großinvestor Warren Buffett stammt das Bonmot „Man sollte vor allem in sich selber investieren. Das ist die einzige Investition die sich tausendfach auszahlt." Dee Hock wiederum, Gründer und langjähriger Chef von VISA, gelangte irgendwann zu folgender Überzeugung: „Wer den Erfolg sucht, sollte mindestens 50 Prozent seiner Zeit in das Selbstmanagement investieren, um seine Ziele, Prinzipien, Motive und sein Verhalten besser zu verstehen und zu verfolgen."

Jochen Mai / Foto@Philippe Ramakers
Blogger Jochen Mai wird für Coca-Cola Journey zum Glückssucher

Was beide Erfolgs-Typen hier so unterschiedlich beschreiben, ist letztlich nichts anderes als Selbstreflexion – also die regelmäßige Auseinandersetzung und Analyse mit den vier wichtigen Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Wo stehe ich gerade?
  • Was sind meine Ziele?
  • Wie komme ich diesen näher?
Das klingt – zugegeben – recht trivial. Regelmäßig angewendet aber schlägt Reflexion alle Lern-, Produktivitäts- oder Selbstmanagementtipps, die überall verbreitet werden.

Davon sind auch die Wissenschaftler Francesca Gino und Gary Pisano von der Harvard Business School überzeugt. Sie sagen: Wir können zwar allein schon durch unser Handeln lernen („learning by doing"), wesentlich effektiver aber sei das „Learning by reflecting".

Bei einem ihrer zahlreichen Experimente ließen die Forscher ihre Probanden etwa eine Reihe von Intelligenz-Tests absolvieren. Manche durften danach eine Pause machen und über die bisherigen Lösungswege nachdenken, andere schufteten danach einfach weiter – ohne Rückschau und Analyse. Resultat: Die erste Gruppe erzielte im Schnitt 18 Prozent bessere Ergebnisse als die Kontrollgruppe.

Der Glückssucher

Selbstreflexion ist eine Bewusstseinsfrage. Jemand nutzt seine freie Zeit (auch) zum Nachdenken im Wortsinn; um zu klären, was gut war und was verbesserungswürdig ist, was er oder sie gelernt hat, welche Fähigkeiten sich weiterentwickelt haben oder was zu tun ist, um selbstgesteckten Zielen näher zu kommen. Selbstreflexion ist eine wohlwollende und positive Sicht auf das eigene Leben – und ein wesentlicher Schlüssel zu Glück und Erfolg.

 Erfolg durch Besinnung

Eine fundierte Ausbildung, Fachwissen, praktische Erfahrungen, daran mangelt es heute kaum einem. Wohl aber an der rechten und regelmäßigen Besinnung. Nicht wenige betrachten nach Feierabend allenfalls die Glotze, andere denken vor allem darüber nach, was sie geärgert hat, was sie verbockt oder wieder nicht geschafft haben. Sicher, auch Niederlagen gehören zum Leben dazu. Aber worauf wir uns konzentrieren, dorthin geht auch unsere Energie: zum Beef mit dem Kollegen oder zum Beitrag in der kommenden Konferenz.

Erfolg trotz Rückschlägen

Mit dem Selbstmanagement ist es wie mit dem Zuknöpfen eines Hemdes. Einmal falsch angesetzt, kriegt man den Rest nur noch schwer auf die Reihe. Selbstreflexion aber hilft nicht nur dabei, Erfahrungen zu sammeln, sie ermöglicht uns auch, diese auch in einen größeren Kontext zu stellen und ihnen eine Richtung zu geben – oder eben diese zu korrigieren.

Erfolg durch Selbstreflexion – Der Glückssucher – Coca-Cola Journey
POSITIVE Sicht auf das eigene Leben ist ein wesentlicher Schlüssel zu Glück und Erfolg

Von dem mehrfachen olympischen Goldmedaillengewinner Bart Connor gibt es dazu eine wunderbare Anekdote. Als sich der Kunstturner neun Monate vor den olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles schwer am linken Bizeps verletzte, hätte es das Aus für seine Sportlerkarriere sein können. Doch Connor unterzog sich einer Operation, intensiven Therapien und konnte sich schließlich für die Spiele qualifizieren. Er nahm an allen acht Wettkämpfen im Geräteturnen teil und gewann mit der US-Mannschaft sowie als Einzelathlet am Barren Gold.

Später wurde er im Fernsehen gefragt, wie er das alles geschafft habe. Connor dankte seinen Eltern. Der Moderator hakte nach: „Komm Bart, wie war das wirklich?"

Erfolg: Freude beim Einschlafen

Doch dann erzählte Connor die Geschichte seines Lebens. Als er noch ein kleiner Junge war, seien seine Eltern jeden Abend vor dem Einschlafen an sein Bett gekommen und hätten ihn gefragt: Was war heute dein größter Erfolg? So schlief er jeden Abend in dem Bewusstsein ein, etwas erreicht zu haben. Und jeden Morgen wachte er auf mit der Gewissheit, wieder mindestens ein Erfolgserlebnis zu haben.

Dieses Reflektieren, dieses Bewusstsein hat ihm schließlich auch die Sicherheit gegeben, es zu den olympischen Spielen zu schaffen. Und sie zu gewinnen.

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