Man nehme ein Pfefferminzbonbon und eine Flasche Coke light – jeder weiß, was gleich passiert. Unzählige Videos zeigen sie: die unverwechselbare Coke light Fontäne. Zehn Jahre nach dem ersten filmisch dokumentieren Experiment sind wir immer noch süchtig nach diesem explosiven Effekt. Unzählige Versuchsaufbauten sind im Internet zu sehen: schaumige Badewannen, ein Raketenauto, der Dominoeffekt.
Ein Professor von der University of Illinois in Chicago hat das Phänomen 1999 in einer Late Night Show bekannt gemacht. Doch es waren der Zirkuskünstler Fritz Grobe und der Anwalt Stephen Voltz, deren Experiment die Welt fesselte. 2006 brachten sie bei einer umwerfend schaumigen Aktion insgesamt 100 Zwei-Liter Flaschen Coke light und 500 Bonbons zum Einsatz. Ihr Experiment #137 erinnert an einen virtuosen Feuerwerksaufbau, die Fontänen sind choreographiert wie ein Ballett. Der Film wurde seither über 100 Millionen Mal angeschaut und zum viertlegendärsten YouTube-Video aller Zeiten gekürt. „Wir dachten, dass wir etwas wirklich Cooles gemacht haben“, sagt Voltz, „aber es war unmöglich vorherzusehen, wie weit sich dieses Video verbreiten würde.“ 


10.000 Flaschen Coke

Nach dem unglaublichen Erfolg dieses Videos gründeten Grobe und Voltz die Produktionsfirma EepyBird Studios, um die Anfragen von Medien und Unternehmen, die eigene virale Videos umsetzen wollten, zu bewältigen. „In weniger als 48 Stunden hatten wir einen neuen Fulltime-Job – das war großartig“, sagt Grobe. Natürlich produzieren die beiden auch weiterhin eigene YouTube-Hits und zeigen ihre Performance rund um den Globus. Sie haben schon viele Rekorde mit Coke betriebenen Fontänen aufgestellt – zum Beispiel mit etwa 2.850 Teilnehmern auf den Philippinen. Nach eigenen Schätzungen haben sie inzwischen ungefähr 10.000 Flaschen Coke für ihre Experimente genutzt – die selbstverständlich anschließend alle recycelt wurden.


Fröhliche Wissenschaft

„Wissenschaftler“ Volz und Grobe
„Wissenschaftler“ Stephen Voltz (links) und Fritz Grobe: „Etwas wirkliches Cooles machen.“


Über ihre Kostüme haben Voltz und Grobe übrigens erst sehr spät nachgedacht – und dann einen echten Coup gelandet. Sie nahmen zwei weiße Metzgerkittel aus dem Laden nebenan. „Wir dachten, damit sehen wir aus wie Wissenschaftler“, sagt Grobe. Bei ihren Experimenten haben sie aber vor allem ein Ziel. Sie wollen die Menschen zum Lachen bringen und sie anstecken. Grobe und Voltz sind begeistert, dass sie viele andere zu eigenen Coke light Fontänen inspirieren konnten. „Wir lieben es, wenn die Leute verrückte Dinge machen“, sagt Voltz, „und wir wollen, dass sie so etwas selbst ausprobieren. Spaß zu haben ist Teil unserer DNA.“
Übrigens: Verantwortlich für die Fontäne sind das in der Coke gelöste Kohlendioxid und die raue Oberfläche der Pfefferminzbonbons, an der es sich anlagern kann. Normalerweise wird sie sofort abgelutscht. Im menschlichen Magen kommt es deshalb nicht zu diesem Effekt.