DA STEHT ER und schaut Richtung Osten, der kleine Coca-Cola Wagen. Noch ist der Blick zwischen den Säulen frei, wir schreiben das Jahr 1957. Im Jahr zuvor wurde die Renovierung des kriegsgeschundenen Bauwerks vom Ost-Berliner Magistrat beschlossen. Als der Coke-Fahrer an dem geschichtsträchtigen Ort Pause macht, steht es kurz vor der Fertigstellung.

Brandenburger Tor ohne Adler

Nur die Quadriga, das Viergespann, das nur stückchenweise durch den Krieg gekommen war und später komplett neu gegossen wurde, sollte noch fertiggestellt werden. Allerdings nicht komplett: Preußenadler und eisernes Kreuz wurden 1958 aus der wiedergeschaffenen Quadriga entfernt. Die Symbole des preußisch-deutschen Militarismus wollte die Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung nicht mehr auf dem Tor sehen. Nach der Wende bekam die Quadriga die Symbole zurück. Aber das ist nur eine Geschichte hinter dem Brandenburger Tor.

Ein Tor zur Geschichte  

Das Brandenburger Tor war geschichtsträchtig seit es steht und wird es vermutlich für immer bleiben. 1789 wurde mit dem Bau begonnen, seitdem war es Symbol für praktisch alles. 1806 nahm sich Napoleon nach der Schlacht von Jena und Auerstedt die Quadriga mit nach Paris, wenig später wurde sie zurückgeholt. Napoleon hatte die Pferdeskulptur noch nicht einmal ausgepackt. Die Berliner nannten die Quadriga, als sie wieder an ihrem Platz stand, nur noch „die Retourkutsche“. Das war wohl die Berliner Art, mit der Niederlage umzugehen.

1933 wurde das Tor wieder zum Symbol. Hier ließ sich Hitler mit einem Fackelzug nach der Machtergreifung feiern. Zwölf Jahre später wurde das Tor, als Berlin von den Alliierten eingenommen wurde, ordentlich zerschossen. Von der Quadriga blieb nur ein Pferdekopf übrig.

Coke History - Trabi

ENDLICH offen: Trabi Cabrio vor dem Brandenburger Tor


Symbol der Teilung, Symbol der Einheit

Coca-Cola Historie - Teaser

Nach Kriegsende markierte das Tor die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin, beziehungsweise zwischen den Staaten der NATO und denen des Warschauer Pakts. Die Renovierung wurde dennoch bei aller Feindschaft gemeinsam durchgezogen. Danach war erst einmal Schluss mit dem offenen Tor. 1961 verschloss die Berliner Mauer den Platz zwischen den Säulen. Wann immer seit dem eine politisch bedeutende Rede über die Deutsche Teilung gehalten wurde, war das geschlossene Tor der Schauplatz dafür.

Ein Tor für alle

Dann wurde im Rahmen der Wiedervereinigung das Symbol der Teilung zum Symbol der Einheit. Und das ist es bis heute geblieben. Hier werden gewonnene Meisterschaften bejubelt, hier wird gedacht und gefeiert. Zwischendurch wurde das Tor auch noch einmal renoviert und sah ganz ähnlich aus wie auf dem Foto von 1957. Nur der kleine Coke-Wagen stand nicht mehr davor.