• Aufmerksamkeit, aufmunternde Worte, Erfolge. Besonders für Kinder ist das wichtig.
  • Aber wie sollen sie Selbstvertrauen gewinnen, wenn sie in der Gesellschaft keinen Platz finden?
  • Die Initiative RespAct fördert sozial benachteiligte Kinder mit einem besonderen Programm. Coca-Cola unterstützt sie

HELLES KINDERLACHEN mischt sich in Vogelgezwitscher, eine riesige Rutschbahn glänzt in der Sonne. Der Spielplatz um die Ecke dagegen ist starr vor Dreck und in weiten Teilen zerstört. Ein Nachmittag am Görlitzer Park. Die Grünfläche in Berlin-Kreuzberg ist ein Spiegelbild ihrer Umgebung: die Grenzen zwischen arm und reich sind hier fließend. Kein Einzelfall in deutschen Städten. Auch Kinder und Jugendliche sind von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen.

Coca-Cola – RespAct - Anna Jankowska

AUSTEILEN und Einstecken: beides kann man bei RespAct lernen


Boxen: Dampf ablassen, mit Disziplin und Fairness

Anna Jankowska zeigt auf ihr Kinn, dort sind Treffer am wirksamsten. Die 26-Jährige trägt ihre Boxhandschuhe, Schlag- und Deckhand sind in Position. Anna Jankowska ist Mentorin bei RespAct. Heute trainiert sie im Görlitzer Park drei künftige Mitstreiter. Freiwillige, die später das Erlernte an Kinder und Jugendliche weitergeben sollen. Anna Jankowska geht sonst selbst als Mentorin an Schulen in sozial schwachen Vierteln und bringt dort jungen Menschen das Boxen bei. Mit Mundschutz und Handschuhen wird dort ordentlich Dampf abgelassen und ganz nebenbei Disziplin und Fairness trainiert.

Gefühle und Ideen diskutieren

RespAct entstammt einem Lehrforschungsprojekt an der Freien Universität in Berlin. Längst ist es bundesweit erfolgreich. Mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche in vielen Städten Deutschlands wurden durch die Projektwochen an Schulen erreicht. RespAct verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, erklärt die Leiterin Prof. Dr. Heather Cameron. Die Kinder stärken ihr Selbstbewusstsein und lernen, mit Gefühlen wie Trauer, Angst und Wut besser umzugehen. Gleichzeitig lernen sie, Konfliktpotentiale in ihrem Umfeld zu erkennen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Indem sie ihre Ideen und Probleme diskutieren, übernehmen sie Verantwortung und erkennen, dass ihre Sorgen in der Gesellschaft Gehör finden, sagt Cameron. Neben der kreativen Gruppenarbeit steht auch das Boxtraining im Fokus des Projekts.

Draufhauen und dann Aufräumen

Coca-Cola – RespAct - Boxtraining
AUSDAUER und Koordination werden beim Boxen ebenfalls trainiert 

Im Görlitzer Park fliegen derweil die Fäuste. Anna Jankowska nimmt ihre Schüler hart ran. Die Gesichter der Teilnehmer sind längst rot und die Arme schwer, aber aufgeben gilt nicht. Anna Jankowska hat früher selbst lange Kampfsport betrieben, dann kam das Studium und ihr Weg führte zu RespAct. Sie hat selbst erlebt, wie wichtig der Sport für die eigene Entwicklung war, heute freut sie sich über die Erfolge in den Schulen. „Durch das Boxen bekommen die Kinder Anerkennung. Sie lernen, ihre eigene Kraft und die der anderen einzuschätzen und gewinnen an Sicherheit“. Besonders Mädchen würden dadurch extrem an Selbstbewusstsein gewinnen und lernen, ihren Willen klar zu äußern. Mädchen sind eine wichtige Zielgruppe des Projekts, da eine starke Gemeinschaft auch starke Frauen braucht. Mit wippenden Zöpfen und riesigen Boxhandschuhen lernen sie, sich nicht nur auf dem Rasen durchzuboxen. Einige Mädchen entschließen sich nicht nur, im Boxverein weiterzumachen, sondern setzen sich aktiv für ihren Kiez ein. Sie verfassen Briefe an das Grünflächenamt und kümmern sich selbst in Aufräumaktionen um die Sauberkeit ihres Parks.

Coca-Cola – RespAct - Anna Jankowska
BESONDERS MÄDCHEN gewinnen durch das Training Selbstbewusstsein

Reden statt schlagen

RespAct ist keine Organisation mit starren Strukturen. An den Projekten sind fast immer Studierende beteiligt. Die Mischung aus praktischen Kompetenzen und fundierter akademischer Methodik zeichnet die Arbeit aus und ist ein Garant für den Erfolg, da ist sich die Heather Cameron sicher. RespAct ist außerdem flexibel und reagiert auf Entwicklungen in der Gesellschaft: „Wir fangen jetzt mit einem Pilot-Projekt an, das sich an Willkommensklassen und geflüchtete Jugendliche richtet.“