Blogs gibt es wie Sand am Meer – zu jedem Thema. Um unseren Journey-Lesern eine Orientierung zu geben, stellen wir jeden Monat einen unserer Lieblingsblogs vor. Diesen Monat: BabyKind&Meer

Selbermachen lautet das Zauberwort

Alle Welt strickt, häkelt, bäckt, fotografiert und postet – und heraus kommen häufig tolle Sachen. Marisa ist so eine begnadete Do-it-yourself-Macherin. Auf ihrem Blog BabyKind&Meer teilt sie ihre besten Ideen: vom Vogelhäuschen bis zur Regenbogentorte.  
Eigentlich wollte Marisa ja Medien- und Literaturwissenschaft studieren. Doch dann kam alles anders. Sie lebte in Kiel, Micha – ihr heutiger Mann – in Bremen. Sie folgte ihrem Herzen, tauschte Ostsee gegen Nordsee und zog zu ihm. Bald wurde Marisas Bauch zum ersten Mal rund: Tochter Lilly kündigte sich an. Da war Marisa 21. Zweieinhalb Jahre später kam Schwester Lotte dazu. Und in wenigen Wochen werden die beiden Mädels ihr Brüderchen begrüßen. Aber was hat das alles mit DIY und Bloggen zu tun hat? 

Das Leben ist ein großes DIY-Projekt

babykindundmeer.de
Malende Mama: Mari zeigt Lotte ein Porträt ihrer großen Schwester 

Mit dem Studieren wurde es dann nichts mehr. Aber dem Schreiben ist Marisa treu geblieben. Schon als Dreizehnjährige gewann sie Schreibwettbewerbe. Später verfasste sie Lyrik, Kurzgeschichten und veröffentlichte Liebesromane.
2012 kam dann die Idee zum eigenen Blog. Marisa, die sich als Bloggerin Mari nennt, wollte ihr Schreiben weiter ausbauen – und professionalisieren. Das Thema war schnell klar: Natürlich ihre Kinder und das Leben – ganz nah am Meer. Denn mittlerweile lebt die Familie wieder bei Kiel an der Ostsee: Die Stadtwohnung wurde gegen ein Haus im Grünen getauscht und in jeder freien Minute geht es an den Strand. Das „Meer“ im Blognamen ist auch als „Mehr“ zu verstehen, denn Marisa schreibt natürlich nicht nur über Kind und Kegel. Ihre Fangemeinde verfolgt und kommentiert besonders begeistert ihre Do-it-yourself-Anleitungen. 11.000 Facebook-Freunde verzeichnet BabyKind&Meer inzwischen, 300.000 Klicks pro Monat erhält Mari von 60.000 verschiedenen Usern. 

Noch eine Leidenschaft: Fotografie

babykindundmeer.de
Das „Wochenende in Bildern“: eine Rubrik von BabyKind&Meer – meist vom Ostseestrand

Ein Leben ohne Do-it-yourself würde in Maris Fall eigentlich gar keinen Sinn machen. So wie sie sich das Schreiben selbst beigebracht hat, hat sie auch ihre Fotoskills durch Learning-by-doing weiterentwickelt. Ihr Blog lebt nicht nur von ihren Ideen, sondern auch von den tollen Fotos – mal bewusst inszeniert, häufig aber mit dem Auge und der Schnelligkeit für den richtigen Augenblick. „Ich bin fast süchtig nach Fotografieren“, gibt Mari zu. Und damit versteht es sich fast von selbst, dass die DIY-Frau auf ihrem Blog nicht einen simplen Umzug, sondern gleich einen richtigen Hausbau in Szene setzt! 

Von kinderleicht bis anspruchsvoll

babykindundmeer.de
Die berühmte Regenbogentorte: für anspruchsvolle Nachmacher

Den Erfolg der Selbermach-Bewegung führt sie unter anderem auf das Social-Media-Zeitalter zurück: „Wenn man etwas Schönes selbst gemacht hat, ist man unheimlich stolz und möchte seine Freude darüber am liebsten mit möglichst vielen teilen.“ Ihre Leser freuen sich besonders über einfache DIY-Anleitungen, die schnell im Alltag umgesetzt werden können. Echte Bewunderung gibt es für kniffligere Kreationen, auch wenn diese vielleicht nicht immer 1:1 nachgemacht werden. Marisas Regenbogentorte ist so ein Beispiel. Man sieht dem Farbenfeuerwerk schon an, dass da viel Arbeit drinsteckt. Und daraus macht Marisa auch gar keinen Hehl: „Ich fand ein Rezept auf einem amerikanischen Blog und buk es nach. Aber irgendwas stimmte an der Rezeptur nicht. Ich habe experimentiert und schließlich sah es erst beim dritten Anlauf so aus, dass ich es auf meinem Blog zeigen konnte.“ 

Zwischen Einzelkämpfertum und Familienleben

Geduld und viel Zeit stecken in BabyKind&Meer, wie in jedem gut gemachten Blog. Wenn die Kinder im Kindergarten sind, legt Mari los: Ideensuche, Ausprobieren, Fotografieren, Schreiben – das ist die vordergründige Arbeit eines Bloggers. Leserfragen beantworten, Facebook-Seite aktualisieren, Marketing betreiben, Kooperationen aushandeln und einfach ganz viel Bürokratie – das alles läuft in Eigenregie im Hintergrund. Der Blog ist längst zum Fulltime-Job geworden und nicht selten kommt Mari zum eigentlichen Schreiben erst abends, wenn die Kinder im Bett sind. „Aber es ist ein Beruf mit Berufung“, fügt Mari hinzu. „Die DIY-Geschichten setze ich ja oft gemeinsam mit meiner Familie um.“ Besonders die fünfjährige Lilly hat beim Basteln und Gestalten schon genauso viel Ausdauer wie ihre Mutter. Nur die zweijährige Lotte gibt oft nach zehn Minuten auf. Und dann muss eben der Papa ran und die Kleine beschäftigen. 
babykindundmeer.de
Feuer und Flamme für den Fensterbaum

Next step Video?

Manchmal wünscht sich Mari einen professionellen Partner. Jemanden, mit dem sie brainstormen und größere Ideen umsetzen kann. „Zum Beispiel würde ich gern meine DIY-Ideen auch im Videoformat umsetzen. Aber damit es wirklich gut wird, bräuchte ich jemanden, der die Kameraarbeit übernimmt.“ Professionalität ist Mari wichtig. Nicht nur, weil sie sich selbst als Perfektionistin bezeichnet. Deshalb achtet sie auch darauf, dass es zwischen Privatem und Blog immer eine Grenze gibt. 

Mari für mehr Fantasie

Nach zwei Jahren intensiver Bloggerarbeit gehen Professionalität und Kreativität bei Marisa Hand in Hand. Im Alltag denkt sie ihren Blog immer mit, für spontane und kreative Aufgaben ist sie fast immer zu haben. Deshalb machte sie auch sofort mit beim Aufruf von Fanta, das Blanko-Flaschenetikett ganz nach eigener Fantasie zu gestalten. „Die Idee fand ich klasse. Allerdings wurde das Unterfangen für mich zur echten Herausforderung“, gesteht Mari. „Beim Aufkleben des Etiketts war ich  zu schnell und habe den Glitzerstift verschmiert – und auf diese Weise gleich zwei Mal mein fertiges Werk zerstört.“ Am Ende aber – so viel sei verraten und ist hier zu bewundern –  kam ein absolut vorzeigbares Ergebnis dabei heraus. So viel Ausdauer, das weiß DIY-Profi Mari, gehört zu ihrem Job halt dazu.