Blogs gibt es wie Sand am Meer – zu jedem Thema. Um unseren Journey-Lesern eine Orientierung zu geben, stellen wir jeden Monat einen unserer Lieblingsblogs vor. Diesmal: Sanvie.de, ein Führer durch das Interior Design des Nordens. Hier zählen innere Werte!
Blogoskop November sanvie.de
Kerstin Sandelmann bloggt auf Sanvie.de über Interior Design

Weckruf im Briefkasten
Am Anfang war die Sammelwut. Kerstin Schmidt trieb sich stundenlang auf amerikanischen Blogs herum. „Dabei habe ich so viele schöne Designs gefunden, dass ich gar nicht wusste, wie ich das bündeln sollte“, sagt die 31-jährige Mediendesignerin. Da kam ihr die Idee zum eigenen Blog. Das war 2008. Private Blogs gab es – zumindest in Deutschland – noch nicht an jeder Ecke. Auch Pinterest, heute eine wichtige Inspirationsquelle für Kerstin, sollte erst zwei Jahre später erfunden werden. Um Öffentlichkeit ging es Kerstin damals noch nicht. 2011 kam der Wendepunkt: Ein Fotograf schickte ihr eine Abmahnung. Sie hatte unwissentlich Bilder verwendet, deren Nutzungsrechte nicht geklärt waren.
Das war ein echter Schreckmoment“, gibt Kerstin zu. Und ein Weckruf zugleich: Anstoß dafür, ihren Blog professioneller aufzuziehen. Denn sie hatte in den ersten Jahren – ganz nebenbei – eine treue Community aufgebaut. „In meinem Freundeskreis sind nur wenige design-affin, hier aber habe ich Gleichgesinnte gefunden, mit denen ich mich über meine Interior Designs austauschen konnte.“ Heute zählt sanvie.de monatlich rund 20.000 Besucher. Der Blog-Name setzt sich zusammen aus „la vie“, französisch für „Leben“, und der ersten Silbe aus Kerstins Mädchennamen Sandelmann. Sanvie.de richtet sich an alle mit einem Faible für Design, Sanvie-mini.de lesen vor allem Eltern.
Blogoskop November sanvie.de
Auf Sanvie-mini.de geht es um das Leben mit Kindern

Schwarz und Weiß sind alle meine Farben
„Ich bin ein echter Schwarz-Weiß-Freak“, sagt Kerstin. Schon der erste Blick verrät: Hier schreibt jemand, der nordisches Design liebt. Schwarz-Weiß, die Grundfarben dänischen Interior Designs, durchziehen Kerstins Haus im niedersächsischen Oldenburg. „Wir haben fünf Zimmer, in denen ich mich richtig austoben kann.“ Sohn Emil ist begeistert, wenn seine Mama mal wieder die Möbel umstellt für ein Fotoshooting. Ihr Mann hat in den vergangenen Jahren echtes handwerkliches Geschick entwickelt. „Früher hatte Christian zwei linke Hände, heute ist er Ansprechpartner Nummer eins, wenn für meine DIY-Geschichten Bohr- oder Schleifmaschine ins Spiel kommen.“ Eines ihrer Lieblingsstücke ist das alte Küchenbüffet von 1923. Tagelang haben Kerstin und Christian daran geschliffen, gebeizt und gestrichen, ehe es in neuem – schwarz-weißen – Glanz erstrahlte.
Second Life für einen Gartenzaun
Blogoskop November sanvie.de
Viele Teile findet Kerstin auf Flohmärkten oder sogar auf dem Sperrmüll

„Ich finde tolle Teile auf Flohmärkten und selbst auf dem Sperrmüll“, sagt Kerstin. Kürzlich haben sie und ihr Mann aus einem kaputten Gartenzaun schicke Deckchairs gebaut. „Ich zeige, was geht, und nicht, was nicht geht.“ Dass schönes Interior Design nicht teuer sein muss zum Beispiel. „Oft hilft es schon, das Sofa zu verrücken. Man sollte sich fragen: Wohin blicke ich gerne – lieber durch das Fenster ins Grüne oder auf die weiße Wand mit dem Flachbildschirm?“ Sanvie.de lebt von Kerstins Stilgefühl und ihrem Blick fürs Detail. „Ein Zuhause bekommt eine eigene Handschrift, wenn man persönliche Accessoires hinzufügt: etwa Urlaubsfundstücke oder alte Schwarz-Weiß-Fotografien der Großeltern.“
Der Blick durchs Schlüsselloch
Blogoskop November sanvie.de
Ihre Vorliebe für Schwarz und Weiß sieht man ihrem Haus an

Doch Kerstin dreht sich nicht nur um ihren eigenen Stil, sondern blickt auch neugierig über den eigenen Tellerrand. Auf Reisen durchstöbert sie am liebsten Deko-Läden und erhascht inspirierende Blicke in die Wohnwelten anderer Länder und Kulturen. Unter der Rubrik „Sonntagsblick durchs Schlüsselloch“ lädt sie andere Design-Freunde ein, ihr Wohnzimmer vorzustellen. Auf der Suche nach spannenden Leuten und deren Designs durchstöbert sie Instagram-Profile und Blogs – und stellt sie schließlich in Interviews und Foto-Collagen vor. „Ich möchte meinen Lesern zeigen, wie sich das Leben ganz leicht schöner gestalten lässt.“