Blogs gibt es wie Sand am Meer – zu jedem Thema. Um unseren Journey-Lesern eine Orientierung zu geben, stellen wir jeden Monat einen unserer Lieblingsblogs vor. Diesmal: Die Glücksbäckerei. Aus ihr kommen Kuchen, Muffins, Weihnachtsplätzchen. Und viele schöne Geschichten.
Blogoskop Dezember
Kathrin Runge bloggt aus der Glücksbäckerei

Manchmal steht sie da frühmorgens im Schlafanzug. Schürze um und los geht’s. Schnell riecht es dann in ihrer Küche nach Zimtschnecken, Baguette oder Apfeltarte mit Mandelkrokant. Manchmal stellt Kathrin Runge ihren Ofen aber auch erst spät am Abend an. Bei Musik und guter Beleuchtung widmet sie sich zuhause, in der Nähe von München, dann Cupcakes mit Pistazien und Waldmeister, Weihnachtsplätzchen und Schokobrownies mit Roter Bete. Schüttelt zwischen Mehl, Zucker und Eiern einen anstrengenden Tag ab. Denn: Backen macht glücklich. Das ist das Motto des Blogs und gilt auch für Kathrin ganz persönlich. „Es ist doch faszinierend, dass aus einfachen Dingen wie Mehl und Butter kleine Kunstwerke entstehen können. Gleichzeitig ist Backen ein toller Ausgleich für meine Kopfarbeit als Journalistin.“

Experimentell, trotzdem genau

Wenn Kathrin neue Rezepte für die Glücksbäckerei ausprobiert, stehen vor ihr keine streng abgemessenen und exakt geordneten Zutaten. Dafür experimentiert sie zu gern. Das zeigt sich auch am anschließenden Zustand der Küche – „ziemlich unordentlich“. Dennoch kommt die Genauigkeit keinesfalls zu kurz. „Die gehört zum Backen einfach dazu, du machst eine Kleinigkeit falsch und schon klappt etwas nicht.“ Was Kathrin auch ab und an passiert. Selbst in der Glücksbäckerei geht mal was schief, verbrennt, fällt zusammen oder löst sich nicht aus der Form. „Am schlimmsten war eine Erfahrung mit Cake Pops – ein Drama in mehreren Akten. Das habe ich dann auch auf dem Blog geschildert und meine größten Probleme und die Lösungen dafür beschrieben. Anscheinend haben auch viele andere Hobbybäcker Probleme mit Cake Pops – der Beitrag wird extrem oft gelesen.“
Blogoskop Dezember
Frisch aus der Glücksbäckerei

Aus dem Mini-Ofen für 7

Schon als Kind hat Kathrin oft mit ihrer Großmutter, die sie mit aufgezogen hat, gebacken. Richtig angefangen hat sie aber erst in einer 7er-WG während des Journalistikstudiums – „die Küche war winzig und der Ofen so groß wie ein Mikrowelle“. Die Backleidenschaft blieb während ihres ersten Jobs, da machte sie „viel für die Kollegen“. Als die Medienkrise kam und sie ihren Traumjob bei der Tageszeitung verlor, hatte ihr Mann die Idee mit dem Blog. Eine Möglichkeit, die Leidenschaften für das Backen und das Erzählen von Geschichten zu verbinden. „Ich war erst skeptisch, ob es das Richtige für mich ist. Hatte keine Ahnung von Foodfotografie oder der technischen Seite. Aber dann habe ich gedacht: Egal, ich probiere es einfach aus.“
Blogoskop Dezember
Backen macht glücklich - und sieht richtig gut aus

2012 war das. Inzwischen verfolgen jeden Tag mehrere tausend Leser die neuesten Rezepte, Testberichte von Backutensilien und Experimente aus der Glücksbäckerei. Kathrin widmet sich leidenschaftlich ihrem Blog, arbeitet außerdem mittlerweile als freie Journalistin, hat ein Buch mit Weihnachtsrezepten veröffentlicht und ist nicht zuletzt vor Kurzem Mutter geworden. Bis ihr Sohn in den Genuss ihres Backwerks kommt, wird noch einige Zeit vergehen. Eines Tages darf er bestimmt die Glücksbäckerei auch einmal selbst ausprobieren. Dass dann mal etwas nicht klappen kann, darauf ist Kathrin vorbereitet. „Ich backe gerne mit anderen zusammen, aber mit Kindern ist es eine besondere Herausforderung.“
Blogoskop Dezember

Weihnachtsplätzchen: das Rezept

Aus der Glücksbäckerei verabschieden wir uns natürlich nicht ohne ein Rezept. Für die Weihnachtszeit empfiehlt Kathrin Marzipan-Butterplätzchen zum Ausstechen, ein einfaches und leckeres Familienrezept. „Diese Weihnachtsplätzchen gelingen auch Backanfängern, die unterm Jahr vielleicht nie backen. Und der Plätzchenteig ist sehr vielfältig – man kann aus ihm Kekse zum Ausstechen genauso wie mit Marmelade oder Schokocreme gefüllte Plätzchen machen.“ Also: Keine Ausreden! Denn: Backen macht glücklich!