Wie denn mein Arbeitsalltag als Sportblogger beziehungsweise freier Journalist so abläuft? Ja, diese Frage wird mir oft gestellt. Und noch häufiger erwarten viele als Antwort: ausschlafen – und wieder früh die Beine hoch. Da es aber auch Ausnahmen gibt, habe ich hier mal meinen ungefähren Tagesablauf zusammengekritzelt.

Etwa um 8 Uhr meldet sich der iPhone-Weckdienst und es braucht nicht lange, ehe ich im Kopfkissen die Mails checke, in den Timelines von Facebook und Twitter wühle und auf Sportportalen wie Spox zumindest zwei News aus der Welt des Fußballs lese. Wenig später: Kaffee, Tagesstart und auf dem Tablet klingelt schon ein Skype-Kontakt. Frech!

Sportblogger

9 Uhr. Drei Zeitungen (ja, echtes Papier) sind auf dem Tisch gelandet. Ich überfliege die regionalen Fußballnachrichten. Oft bietet das „Hamburger Abendblatt“ einige interessante Zitate, die ich mir dann in einem Online-Dokument anlege. Dann geht’s, auf Nummer Sicher, noch einmal in den Google-Kalender (eigentlich habe ich die Termine im Kopf, aber man weiß ja nie …) und man entdeckt einen Lunch, den man schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Anschließend schreibe ich die ersten Nachrichten. Gerade am Montagmorgen ist die Leselust der Fußballinteressierten groß.

10.45 Uhr. Ich checke das Video-Equipment: Akku, Tape, Mikrokabel, Kamera, Licht – jupp, passt alles, der Fragenkatalog ist im Rucksack. Dann geht’s ins Auto und zu einem Dreh mit einem Sportmanager. Ankunft: Stativ aufbauen, Smalltalk mit dem Gesprächspartner, Fragen durchsprechen, Mikros anstecken, Ton checken, los geht’s. Knapp 45 Minuten dauert der Dreh und auf der Rückfahrt warten Rückrufe, ein potentieller Auftrag, den ich während der Fahrt mit „Jaaaa, bekomme ich hin“ per Mail beantworte, und dann sind da noch die Freunde und Freundinnen, die per Whatsapp komische Bürofotos oder mittelmäßig witzige Videogags gesendet haben. Auch wichtig...

12.00 Uhr. Ankunft im Büro. Ich schreibe wieder zwei, drei News in den Tagesticker und beginne mit dem Videoschnitt vom Vormittagsdreh. Nebenbei twittere ich etwas Fußballzeug und schreibe mir die Aufgaben für den Nachmittag zurecht.

13.45 Uhr. Der Lunch-Termin. Oder: Speed-Netzwerken. Ich kenne ihn, er kennt mich, aber wir wissen beide viel zu wenig voneinander. Uns verbindet die Liebe zum Leben im Digitalen. Wir reden über vergangene und kommende Internetcamps und -messen und ich höre zum ersten Mal von Instapaper. Nach einer guten halben Stunde – Ende. Wir verabschieden uns mit: „Wir bleiben in Kontakt.“

14.30 Uhr. Der Videodreh vom Vormittag schafft's ins Netz. Nun steht das Interview mit einem kürzlich gefeuerten Trainer an. Ich baue mir fünf unbequeme Fragen zusammen und vorfreue mich auf den Termin. Ich bin guter Dinge. Er steht ja für Klartext. Die Nummer wird rocken.

15.00 Uhr. Trainer da, Kaffee in die Tasse und los. Zwei Mal sagt er „das ist aber nicht für die Öffentlichkeit“, ich antworte darauf „Ja, habe ich mir schon gedacht.“ Nach einer dreiviertel Stunde entlasse ich ihn mit den Worten: „Den Satz da muss ich aber schreiben.“ Er schiebt „Du machst das schon“ hinterher. So muss das.

16.30 Uhr. Das Gespräch geht in Kürze online. Dann folgt das immer gleiche Procedere: Der Artikel muss auf Facebook, in Facebook-Gruppen, bei Twitter und Google+ landen. Hier ein Dreizeiler, selten ein Einzeiler. Danach zum Sport.

18.30 Uhr. Das Tageshighlight: Laufen. 45 Minuten lang offline, ohne Notizzettel und Timelines. Meistens renne ich mit einem Fußballtrainer und wir erzählen uns wichtige und unwichtige Dinge.

20.30 Uhr. Ich kümmere mich um die Social-Media-Kundschaft und poste noch einige Veranstaltungshinweise. Und dann ist ja noch die Mail offen, die ich seit einer Woche vor mir herschiebe, die mich aber locker nochmal eine halbe Stunde kosten wird. Was tun? Wieder schieben!

23.45 Uhr. Mit dem iPad ins Bett. Ich denke, ich müsste mir noch ein „Thadeusz“-Interview ansehen. Nöö, doch lieber Kuttner. Ich mag beide, entscheide aber immer spontan. 0.24 Uhr, und das Tablet zeigt noch drei Prozent an. Ich bin bei null. Tschüss …

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