ES IST SCHWER, Julien Bam ans Telefon zu kriegen. Denn der YouTube-Star ist für seine Community im Dauereinsatz. Ideen für seine Videos sammeln, Scripts schreiben, drehen, schneiden, nebenbei instagramen, facebooken und snapchatten und natürlich schon wieder neue Ideen entwickeln. Ganz schön anstrengend, so ein Leben als YouTuber. Der 27-Jährige ist einer der Überflieger der Szene und zählt mit 2,8 Millionen Abonnenten zu den zwölf beliebtesten YouTubern Deutschlands.

Julien Bam ist 27 Jahre alt, stammt aus Singapur und lebt in Köln. Seine aufwendigen Videos sind schnell, laut und vor allem: kreativ. Wenn er rappend einen Kollegen parodiert, klicken 15 Millionen Leute den Clip an. Lässt er sich von Lena Meyer-Landrut Backpfeifen geben, lachen darüber rund neun Millionen User. Die harte Arbeit zahlt sich also aus. Aktuell nutzt Julien sein Smartphone auch, um den Snapchat-Channel von Fanta mit Leben zu füllen.


Fanta Orange, Fanta Klassik, Fanta Zero oder eine andere Geschmacksrichtung? 
„Fanta Klassik. Ich finde die Flasche einfach klasse.“

Es ist jetzt 13.05 Uhr. Wann bist du letzte Nacht ins Bett gegangen? 
„So gegen drei, vier Uhr. Wie immer....“

So lang arbeitest du an deinen Videos? 
„Ich würde sogar sagen, dass es früh war. Meistens ist es fünf oder sechs, wenn es wieder hell wird. Dann denken wir: höchste Zeit, schlafen zu gehen.“

Julien Bam – Selfie am Telefon

NICHT OHNE mein Handy: Julien Bam 

Was macht ihr die ganze Nacht? 
„Meist sitzen wir so lange am Script oder schneiden am Video. Tagsüber drehen wir und nachts folgt dann die Arbeit am Computer.“

Bist du nachts kreativer?
„Ich glaube, man kann tatsächlich kreativer sein, weil es einfach ruhiger und friedvoller ist. Deswegen ist mehr Raum für Kreativität.“

Kannst du denn sofort einschlafen oder drehen sich die Gedanken da auch noch um deine Clips?
„Ich brauche schon recht lange, ehe ich einschlafe. Manchmal entscheide ich mich auch spontan, doch noch nicht zu schlafen. Dann steh' ich nochmal auf und mache mir Notizen zu Video-Ideen, die mir im Bett gekommen sind. Ansonsten habe ich die Liebe zu Dokus wiederentdeckt. Die sind zwar interessant, machen mich aber auch schön müde.“

Wie viel Schlaf bekommst du im Schnitt?
„Sechs Stunden reichen  eigentlich aus. Manchmal sind es acht, manchmal nur drei. Aber meist nur, wenn wir mehrere Projekte gleichzeitig haben.“

Das Erste, was du am Rechner oder Smartphone machst, wenn du aufwachst?
„Ich schaue auf dem Handy, was ich alles verpasst habe, checke Mails und Whatsapp. Dann schaue ich nach, wie der Plan für den Tag aussieht. Das planen wir zwar meist in der Nacht, aber einiges vergessen wir dann auch wieder.“

Julien Bam

LANGE NÄCHTE, frische Ideen: Julien Bam

Du wohnst mit einem Musikproduzenten zusammen in Köln, dein Team wohnt direkt um die Ecke. Wie gut ist die Internetverbindung?
„Das Modem steht direkt da, wo upgeloadet wird... also bei mir. Aber ab und an funktioniert bei uns das WLAN nicht. Wenn das ausgerechnet beim Upload passiert, laufen wir natürlich in der Wohnung rum und schreien, bis es wieder funktioniert. Mein Mitbewohner ist auch IT-Mann und regelt das zum Glück meist schnell.“

Einkaufen, Leergut abgeben, Flirten – alles geht heute über Apps. Was nutzt du davon im Alltag und was machst du lieber auf traditionellem Weg?
„Die drei Sachen, die du aufgezählt hast, mache ich nicht mit Apps. Eigentlich benutze ich Apps nur für meine Social-Media-Kanäle: Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat. YouTube passiert vom Handy aus.

Kochen, Backen, Hausarbeit: Holst du dir selbst im Alltag schon mal Tipps von YouTube- Videos?
„Sehr gute Frage...(überlegt) Ne, mache ich eigentlich nicht. Wenn, dann würde ich die YouTuber direkt fragen, wie etwas funktioniert. Mittlerweile sind einige echt gute Freunde geworden.“

Ich bin immer erreichbar. Sonst verpasse ich irgendwas oder lasse jemanden im Stich.

Urlaub mit der Familie oder romantischer Abend: Gibt es Tage, wo das Handy mal für 'ne längere Zeit ausbleibt?
„Das ist zumindest etwas, nach dem ich mich schon seit langer Zeit sehne: dass ich das Handy mal einen Tag komplett weglassen kann. Wenn mein Handy mal wieder kaputt ist, habe ich direkt ein Ersatzhandy, bin immer erreichbar. Es ist momentan halt nicht möglich, darauf zu verzichten. Sonst verpasse ich irgendwas oder lasse jemanden im Stich, wenn ich mal mein Handy weglege und zuhause sitze.“

Die fünf Lieblingssongs von Julien Bam: 


Und die Community wird unruhig, wenn du länger nichts postest...
„Wenn ich mich grundlos nicht melde, kann das schon mal vorkommen.“

Du hältst auch in privaten Augenblicken drauf, etwa beim Familienbesuch in Singapur. Welche Situationen würdest du nie filmen?
„Ich bin ja generell jemand, der oft Sketche inszeniert und gezielt nur das preisgibt, was ich preisgeben will. Ich mache ja keine Vlogs. Aber ich erzähle schon Dinge, die mich beschäftigen, die ich erlebt habe. Weisheiten, die ich mitbekommen habe von Familie, Freunden, meinen Reisen.“

Es gibt Videos, die ich mittlerweile auf 'privat' gestellt habe. Man entwickelt sich ja weiter.

Hast du schon mal ein Video bereut?
„Bereut nicht, aber es gibt Videos, hinter denen ich mittlerweile nicht mehr so richtig stehen kann. Mein „Faktenvideo“ zum Beispiel. Das fand ich damals richtig cool, heute eher grauenvoll. Das würde ich gerne löschen (lacht). Es gibt tatsächlich Videos, die ich mittlerweile auf 'privat' gestellt habe, damit sie nicht mehr jeder sehen kann. Ich kann mich darin als Typ einfach nicht mehr wiederfinden. Man entwickelt sich ja auch weiter.“

Wie sieht's aus mit einem Lieblingsvideo?
„Da müsste ich mal schnell in meinen Channel gucken. Aber eins wäre auf jeden Fall das Video „Leb wohl, mein Freund“. Da steckte eine unglaubliche Konzeptionierung dahinter und ein unglaublich krasser Zeitaufwand. Weil das Video eigentlich erst Sinn ergibt, wenn man sich die letzte Minute anguckt. Da gibt’s einen Plot-Twist sozusagen.“

Wofür geht am meisten Zeit drauf: Planung, Dreh oder Nachbearbeitung? 
„Das ist unterschiedlich. Aber generell dauern Konzeptionierung und Planung am längsten. Das dauert meist drei Tage. Wir drehen dann in der Regel zwei Tage und ich sitze zwei Tage am Schnitt. Ich schneide aber schon während der Drehtage, so dass wir am Ende auf rund sechs Tage für ein Video kommen.“

Du bist musikalisch, rappst, tanzt unfassbar gut, jonglierst, zauberst: Worin bist du richtig schlecht?
„Es gibt viele Sachen, die ich noch lernen will. Meine Tänze liegen ja im Bereich Hip Hop und Breakdance, andere Tänze kann ich dagegen nicht. Aber die würde ich gerne mal ausprobieren. Und auch Musikinstrumente, wie die asiatische Geige Erhu. Oder Cello. Oder E-Gitarre...“

Zeit ist mittlerweile sicher ein knappes Gut...
„Ja, momentan habe ich leider kaum Zeit, meinen Hobbys nachzugehen. Außer ich verbinde sie mit meinen Videos, wie Tanz oder Musik.“

Du hast mal erzählt, du empfändest keinen Hass...
„Ich wurde von meiner Familie und meinen Verwandten in Singapur so erzogen, dass Hass etwas Schlechtes ist. Ich kenne das Gefühl einfach nicht. Hass ist ein extremes Wort. Ich finde es nicht gut, wenn man dieses Wort in jeder Situation benutzt, denn das löst in einem selbst nur einen negatives Gefühl aus. Das geht mir aber auch beim Wort lieben so. Das wird heutzutage auch für alles benutzt.“

Man ist der Person, die snapt, sehr nah. Die Videos, die man sieht, sind meist nicht älter als einen Tag.

Man hat das Gefühl, dass es in Deutschland, und speziell in sozialen Netzwerken bei einigen Nutzern sehr viel Hass gibt. Inwieweit spürst du den?
„Ich lese solche Kommentare auf jeden Fall und denke mir meinen Teil. Ich finde es nicht gut, was gerade im Netz abgeht und wie schnell dort gehasst wird. Wir haben auch schon überlegt, dazu eine Message zu formulieren. Aber man muss vorsichtig damit umgehen. Jeder hat ja eine ganz andere Wahrnehmung vom Hassen. Man kann halt schlecht verallgemeinern.“

Juckt es dir manchmal in den Fingern, Hatern zu antworten?
„Immer wieder mal. Aber das geht auch ganz schnell wieder weg. Wenn ich mich von irgendetwas angesprochen fühle und es mich wirklich trifft – weil die Kritik vielleicht stimmt – dann kann ich daraus lernen. Wenn mich etwas aber gar nicht anspricht, dann ist es unnötig, darauf zu reagieren.“

Wir wollen zum Schluss über den Snapchat-Kanal von Fanta sprechen, den du bespielst. Dein Plädoyer für Snapchat?
„Man ist der Person, die snapt, sehr nah. Die Videos, die man sieht, sind meist nicht älter als einen Tag. YouTube-Videos können dagegen vorproduziert und älter sein. Man muss sich das Video innerhalb eines Tages angucken, muss also immer dabei sein. Es ist dadurch sehr aktuell.“

Was werden wir von dir erfahren auf Fantas Snapchat-Channel?
„Verschiedene Dinge, die zu mir passen. Die Leute, die mich kennen, werden sagen: Das ist typisch für dich. Ich werde mir immer wieder Neues überlegen und der Kreativität freien Lauf lassen.“

Mit wem würdest du dich gerne mal auf 'ne Fanta treffen?
„Vielleicht ein romantisches Fanta-Date mit der US-Sängerin Madison Beer. Aber die ist ja vergeben. Dann vielleicht Justin Timberlake. Dann könnte ich ihn fragen, was ich falsch gemacht habe in der Musik *lacht*...“

Die fünf Lieblingssongs von Julien Bam: 

1. Antonio Banderas & Los Lobos: „Cancion Del Mariachi“

„Wir sind gerade im „Narcos“-Fieber und haben die Staffeln richtig durchgesuchtet. Darum sind wir auf diesem Latin-America-Style hängengeblieben.“

2. Mi-No & Zico: „Okey Dokey“

„Das ist ganz abgespaced. Koreanische Trap Musik.“

3. Felix Mendelssohn: „Violin Concerto in E Minor, Opus 64“

„Das Stück hatte ich mal in einem Video erwähnt. Das habe ich früher immer gerne auf der Geige gespielt.“

4. DJ Snake & Justin Bieber: „Let Me Love You“

„Diesen Song haben wir gecovert, als wir unsere Reise nach Island begonnen haben. Ist mir voll im Ohr geblieben.“

5. Frank Sinatra: „Fly Me To The Moon“

„Viele Zuschauer wissen, dass das einer meiner Topsongs ist.“


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