PERFEKT GESCHMINKT und gestylt erwartet uns Zara Larsson („Lush Life“) im Berliner Soho-House. Später wird sie ein Mini-Konzert für geladene Gäste spielen. Die schwedische Pop-Sensation stellt dabei mit ihrer Band und zwei Background-Sängerinnen ihr neues Album vor. „So Good“ heißt es.

Zara Larsson: „So Good“:

Zara Larsson ist 19, aber sie wirkt schon wie ein gestandener Profi. Kein Wunder, sie ist schon fast zehn Jahre im Geschäft. Schon als Kind gewann sie in Schweden eine Castingshow. Im vergangenen Jahr aber nimmt ihre Karriere dann so richtig Fahrt auf: In London ist Larsson Opener für Beyoncé, in Paris singt sie vor dem Finale der Fußball-EM mit David Guetta den gemeinsamen Nummer-Eins-Hit „This One's For You“. Ihr Song „Lush Life“ wurde bei Youtube mehr als 440 Millionen Mal gesehen. Und sie gehört zum exklusiven Club der Künstler mit mehr als einer Milliarde Streams bei Spotify.

Ein Gespräch darüber, wie man bei einem rasanten Aufstieg seinen eigenen Kopf behält.

Zara Larsson - Selfie
SELFIE im Soho-House: Zara Larsson
Coca-Cola, Coke light, Coke Zero Sugar oder Coca-Cola Life?

„Darüber habe ich gestern noch mit einer Freundin gesprochen. Ich nehme die klassische.“

Du schaust viele Serien in deiner Freizeit. Heute morgen in Berlin schon was gesehen?

„Ich höre morgens gern Podcasts. Vor allem, wenn ich mich schminke. Da will ich nicht abgelenkt werden, weil ich irgendwo hinschauen muss. Danach habe ich eine Folge „Riverdale“ auf Netflix geguckt. Nicht das Beste, halt eine dieser Teenie-Serien. Aber ich habe das Gefühl, ich habe eh schon alles geguckt, und das war noch übrig.“

Du hast mit Clean Bandit, David Guetta und Ed Sheeran zusammengearbeitet. Bei wem warst du besonders nervös?

„Ty Dolla $ign. Ich bin ein großer Fan und liebe seine Musik. Für mich ging ein Traum in Erfüllung, mit ihm zu arbeiten. Er ist ein großartiger Künstler.“

Zara Larsson & Clean Bandit: „Symphony“


Ist es manchmal schwierig, nicht dahin zu schmelzen, wenn du auf große Künstler triffst?

„Äußerlich versuche ich schon, cool zu bleiben. Ich habe Ty gesagt, dass ich ein großer Fan bin. Das Ausmaß hat er wahrscheinlich gar nicht verstanden.“

Wie cool warst du, als du Beyoncé getroffen hast?

„Da kann man einfach nicht cool bleiben. Nein. Ich habe sie nach einem Konzert 2013 getroffen, und sie war unglaublich. Ich glaube, derzeit will ich sie lieber nicht treffen. Ich könnte nicht professionell sein. Aber bei einigen Leuten ist es schon okay.“

Gibt’s einen Musiker, mit dem du unbedingt zusammenarbeiten möchtest?

„Ich würde gerne mit Nicki Minaj oder Anderson Paak zusammenarbeiten. Ich liebe Hip Hop.“

Gibt's jemanden, mit dem du auf gar keinen Fall zusammenarbeiten würdest?

„Chris Brown.“

Das kam schnell. Warum?

„Weil er ein verdammter Mistkerl ist. Davon gibt es einige. Ich liebe nicht alle Künstler.“

„Ich bin einfach der Typ dafür, Dinge auszusprechen, die ich denke. So bin ich.“

Chris Brown wurde vor Jahren dafür verurteilt, seine damalige Freundin Rihanna verprügelt zu haben. Du bist ja dafür bekannt, geradeaus deine Meinung zu sagen. Hilft dir das in diesem Geschäft oder ist es eher schädlich?

„Beides. Mit den ganzen Social-Media-Kanälen kann sich meine Generation viele Dinge einfacher bewusstmachen. Wir können uns über Sachen austauschen, bei denen es sehr schwer ist, keine Meinung zu haben. Ich bin einfach der Typ dafür, Dinge auszusprechen, die ich denke. So bin ich. Es hilft dabei, einen Aufschrei zu erzeugen, auch wenn das für mich als Musikerin nicht das Ziel ist. Aber es ist wichtig, eine Stimme zu haben. Wenn ich nur die Meinung eines Menschen ändern kann, wenn ich über Feminismus und Geschlechtergerechtigkeit spreche, dann ist das schon toll.“

Zara Larsson: „Lush Life“


Junge Mädchen könnten sich durch deine Aussagen auch bestärkt fühlen…

„Genau. Das ist eine Frage der Generation. Viele in meinem Alter sind direkt und offenherzig. Das liebe ich.“

Aber du musst auch mit Hasskommentaren fertigwerden auf deiner Facebook-Seite, wenn du Dinge wie Frauenrechte ansprichst. Wie gehst du damit um?

„Ich blocke und lösche.“

„Ich habe noch nie eine Produzentin gesehen oder eine Toningenieurin. So ist es doch fast überall auf der Welt.“


Schauspielerinnen beschweren sich darüber, dass Hollywood-Frauen nach wie vor schlechter behandelt und bezahlt. Welchen Eindruck hast du vom Musikgeschäft?

„Ich denke, dass es bei uns Künstlern ziemlich gerecht verteilt ist. 50 Prozent Jungs, 50 Prozent Mädels. Klar wird Hip Hop von Männern dominiert. Im Pop-Bereich gibt es dagegen sogar etwas mehr weibliche Künstler. Aber wenn es um das Geschäft geht – um die großen Plattenfirmen – dann sehe ich dort meistens Männer die wichtigen Entscheidungen treffen. Das ist keinesfalls gleichberechtigt. Ich habe auch noch nie eine Produzentin gesehen oder eine Toningenieurin. So ist es aber doch fast überall auf der Welt. Du kannst Musik machen, aber das und das nicht. Denn das ist ein Männerberuf. Krankenschwester: ein Frauenberuf. Also auch im Musikgeschäft gibt es diese Schubladen, definitiv. Hoffentlich werden wir das in den nächsten Jahren aufbrechen.“

Du bist in diesem Geschäft quasi aufgewachsen. Hattest du manchmal das Gefühl, dass dich die Männer nicht ernstgenommen haben?

„Ich habe sehr viel Glück. Diejenigen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, respektieren mich und meine Meinung. Am Ende kann ich alles entscheiden, denn sie glauben an mich. Aber es gab auch Situationen im Studio, in denen ich mich sehr laut und deutlich ausdrücken musste, damit ich verstanden wurde.“

Wie sehr hilft dir der Erfolg dabei, dein Ding durchzuziehen? Zum Beispiel Songs auszuwählen, die du wirklich magst?

„Ich ziehe es mittlerweile vor, meine Songs selbst zu schreiben. Je erfolgreicher du bist, desto talentierter und berühmter sind die Songwriter, die auf dich zukommen. Das ist toll. Da sage ich natürlich nicht Nein. Aber für mein nächstes Album, an das ich jetzt schon denke, würde ich gerne alle Songs schreiben. Ich möchte eigentlich nicht, dass jemand mit einem Song auf mich zukommt. Außer, er ist super gut, okay, dann nehme ich ihn“ (lacht).

„Ein Pop-Album mit tollen Melodien und Texten. Keine Ahnung, was die Songs so gut macht, sie sind es einfach.“

Du wirkst äußerst selbstbewusst. Musstest du das lernen oder ist das einfach dein Charakter?

„Das bin ich. Das sieht man an meiner Familie. Meine jüngere Schwester und ich sind sehr verschieden, auch wenn wir zusammen aufgewachsen sind. Sie ist sehr schüchtern, ich bin extrovertiert. Das ist einfach Teil meiner Persönlichkeit.“

Zara Larsson – „So Good“
EINFACH GUT: Zara Larssons Album „So Good“
Du sagst, dein Album heißt „So Good“, weil es einfach so gut ist. Warum ist es so gut?

„Ich liebe jeden einzelnen Song und kann mir alle ununterbrochen anhören. Einfach ein gutes Pop-Album mit tollen Melodien und Texten. Keine Ahnung, was die Songs so gut macht, sie sind es einfach.“

Das macht es natürlich schwer, sich noch zu steigern…

„Ja, aber ich hoffe schon, dass mein zweites Album noch besser wird.“

Mit wem würdest du dich gerne auf 'ne Coke treffen?

„Ich würde gerne eine Coke mit Barack Obama trinken. Nein, mit Michelle!“

Fünf Lieblingssongs von Zara Larsson:

1) Stefflon Don: „Hop On”
2) Nicki Minaj: „No Frauds“
3) Future: „Mask Off“
4) DJ Khaled: „Shining“
5) Zara Larsson: „So Good“



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