Jeden Monat gibt’s auf Journey erfrischende Interviews mit Promis aus Show und Sport. Heute: Valentina Babor. Die Münchner Pianistin ist nicht mehr nur der Geheimtipp von Star-Geiger David Garrett. Sie hat Experten und Fans längst überzeugt – und geht jetzt auf Tournee.
SIE IST GERADE fünf Jahre alt, da setzt sie sich zum ersten Mal ans Klavier. Ein Jahr später entdeckt ein Musikprofessor sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Danach geht es Schlag auf Schlag:
erstes Solo-Konzert mit acht, Schülerin am Mozarteum in Salzburg mit zwölf und danach ein  Klavier-Studium in München. Das will sie im Frühjahr beenden. Heute ist die Enkelin des Kosmetik-Konzerngründers Michael Babor 26 Jahre alt und erntet begeisterte Kritiken. Die Süddeutsche Zeitung nannte sie „ein Ausnahmetalent“ und bescheinigte ihr „natürliche Eleganz“ und „erstaunliche musikalische Reife“.
Auf ihrem ersten Solo-Album „Piano Princess“ interpretiert sie moderne Stücke von Robert Miles, R. Kelly und Meat Loaf. Auch ein Duett mit ihrem Entdecker David Garrett darf natürlich nicht fehlen. Wir treffen Valentina Babor kurz vor ihrer Tournee im November und sprechen mit ihr über verständnislose Nachbarn und schmerzende Finger.
Valentina Babor - Selfie
Selfie mit Coke: Valentina Babor

Coke, Coke Light, Coke Zero oder Coke Life?
„Coke Light. In meinem Beruf ist es wichtig, nicht zuzunehmen. Außerdem sieht man im Fernsehen immer dicker aus, als man ist. Deshalb muss man darauf achten. Und sie schmeckt mir gut.“
Sie waren ein musikalisches Wunderkind. Die Kreativität ist Ihnen quasi in die Wiege gelegt worden, oder?
„Ja, aber meine Eltern haben mir nicht dazu geraten, Musik zu machen, sondern mich alles Mögliche machen lassen. Meine Mutter hat mich zum Ballett mitgenommen, ich bin leidenschaftlich geritten und war im Tennis komplett unbegabt. Durch meine Mutter bin ich mit Operetten in Berührung gekommen, und wollte eigentlich Geige lernen. Diesen Wunsch haben mir meine Eltern nicht erfüllt, weil sie meinten, es würde furchtbar klingen, wenn ein Kind Geige spielt. Darum haben sie mir erst mal ein Klavier geschenkt.“
In der Pubertät ändern sich die Interessen oft schnell. Gab es bei Ihnen auch mal den Gedanken, aufzuhören?
„Natürlich gab es mal Momente, in denen ich keine Lust zum Üben hatte. Das hat jeder. Es ist halt mit viel Anstrengung verbunden. Wichtig sind die Erfolgserlebnisse. Wenn man die Möglichkeit hat, Konzerte zu spielen und die Begeisterung im Publikum sieht, hat man die Bestätigung und Motivation, weiter zu machen. Deshalb hatte ich damit eigentlich nie Probleme. In der Pubertät wusste ich längst, dass ich einen musikalischen Beruf ausüben will.“
Hatten Sie nie andere Berufswünsche?
„Als Kind wollte ich mal Detektivin werden, das fand ich cool.“
Musik nimmt einen solch großen Raum ein in Ihrem Leben – ist da Platz für andere Hobbys?
„Ich finde wichtig, Sport zu treiben. Es ist für den Körper wichtig, kleine Entspannungen zu bekommen. Ich bewege mich zwar am Instrument schon relativ viel, aber Fitness ist trotzdem wichtig. Ich habe jetzt auch wieder angefangen zu reiten. Das habe ich als Kind sehr gerne und gut gemacht. Das ist ein super Ausgleich.“
Sie sind viel unterwegs, haben Sie überhaupt noch Zeit zu üben?
„Im Moment kann ich leider gar nicht üben. Wir Pianisten haben das Problem, unsere Instrumente in der Regel nicht mitnehmen zu können. Ein Geiger hat seine Geige dabei und kann zwischendurch ein paar Sachen einüben. Ich muss schauen, ob ich hier und da mal ein Klavier organisieren kann. Vor meiner Tour werde ich mich zwei Wochen zurückziehen und fokussiert mein Programm vorbereiten.“

Nachdem ein Nachbar sich beschwert hatte, durfte ich nur noch drei Stunden pro Tag üben.


Ein Klavier ist nicht nur groß, sondern auch laut – zumindest für die Nachbarn...
„Ich hatte schon einmal Probleme mit der Hausverwaltung, weil mein Nachbar sich beschwert hatte. Ich durfte dann nur noch drei Stunden zu bestimmten Zeiten üben. Das ist für mich natürlich nicht schön, aber auch nachvollziehbar. Deshalb brauche ich einen Ort, an den ich mich zurückziehen und meine Ruhe haben kann. Den habe ich mittlerweile in München gefunden. In meinem Haus habe ich ein eigenes Studio. Auch da nehmen meine Klaviere viel Platz ein. Dazu kommen Unmengen von Noten.“
Wie geht es Ihren Fingern, wenn Sie stundenlang spielen?
„Ich verletze mich öfters am Nagelbett. Wenn ich viel spiele, schneide ich meine Nägel ganz kurz. Dadurch kann sich die Haut vom Nagel etwas lösen, was sehr weh tut. Ich trage deshalb hin und wieder Pflaster an den Fingern. Aber da muss ich durch ...“
Das heißt, Auftritte mussten Sie noch nicht absagen?
„Nein, zum Glück nicht. Während des Auftritts bin ich ohnehin so unter Adrenalin, dass ich keinen Schmerz spüre. Ich habe mal ein Konzert mit schlimmster Grippe gespielt und habe nichts gemerkt. Danach bin ich fast umgekippt. Aber wenn ich merke, dass meine Finger schmerzen, mache ich lieber zwei Stunden Pause, als eine Sehnenscheidenentzündung zu riskieren.“

Während des Auftritts bin ich so unter Adrenalin, dass ich keinen Schmerz spüre.


Von Mozart zu Meat Loaf: Auf Ihrem Album interpretieren Sie bekannte Rock- und Popsongs auf Ihre ganz eigene Weise. Wollten Sie schon immer in diese Richtung gehen?
„Ich war immer schon Fan anderer Musikgenres. Ich liebe Elektro-Swing oder Soul. Ich mag auch Christina Aguilera. Mich begeistert gute Musik. Die ist nicht vom Genre abhängig, sondern von den Künstlern. Ich wusste aber bis vor zwei Jahren nicht, dass das auch am Klavier möglich ist. Ich hatte früher zwar schon einmal ein kleines Crossover-Projekt gemacht, aber richtig hat mich erst David Garrett zum Crossover gebracht. Inzwischen habe ich Blut geleckt und für die nächsten Jahre einiges vor!“
 
Auf ne Coke mit Valentina Babor
 DAVID GARRETT setzt sich immer voll und ganz für eine Sache ein, sagt Valentina Babor

David Garrett hat auch Ihr Album produziert. Wie war die Zusammenarbeit?
„Er hat sich sehr viel Mühe gegeben und sich mit mir beschäftigt. Er hat mir Tipps gegeben und war sehr fürsorglich. Er hat verständlicherweise nicht viel Zeit, aber das geht heute über Mails ja unproblematisch. Er hilft mir auch bei der Vorbereitung zur Tour. Er setzt sich immer voll und ganz für eine Sache ein. 
Er gilt als Frauenschwarm...
„Meine Mutter mag ihn auch sehr, sehr gerne... Aber unabhängig von seinem Aussehen ist David ein toller Musiker und menschlich total sympathisch.“
Sie konzentrieren sich bei den Konzerten voll und ganz auf Ihre Stücke, schauen auf Noten und Tasten. Nehmen Sie die Zuschauer eigentlich war?
„Die Zuschauer sehe ich eher dunkel. Das Bühnenlicht ist hell und blendet oft. Manchmal sehe ich die ersten Reihen, aber ich fühle das Publikum. Das Wichtigste ist der emotionale Kontakt, dafür muss ich niemanden sehen.“
Mit wem würden Sie sich gerne mal auf ne Coke treffen?
„Ich würde wahnsinnig gerne mal Xavier Naidoo kennenlernen. Ich bin ein großer Fan von ihm
und würde auch gerne mal mit ihm zusammenarbeiten.“
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schau sie dir live an:

29.11.2015  Hamburg
30.11.2015  München
01.12.2015  Offenbach
02.12.2015  Berlin
03.12.2015  Köln