Jeden Monat gibt’s auf Journey erfrischende Interviews mit Stars aus Show und Sport. Heute: Matthias Schweighöfer. Der Berliner gehört zur ersten Garde deutscher Schauspieler. Wir sprechen mit ihm über Abende in Berliner Eckkneipen und seine Fähigkeiten als Heimwerker.

SONNTAGMITTAG, Hotel de Rome in Berlin-Mitte: Vor der Tür steht ein schwarzer SUV mit den Initialen „MS” auf dem Nummernschild. Matthias Schweighöfer braucht keinen Chauffeur und kein Taxi, er fährt selbst zum Interview. Er trägt schwarze Jeans und schwarzen Pulli und bestellt einen Tee, den er während des Gesprächs nicht anrührt. Volle Konzentration.

Mit 16 Jahren steht er zum ersten Mal vor der Kamera, heute wird alles zu Gold, was Schweighöfer anfasst: „Keinohrhasen”, „What A Man”, „Vaterfreuden”, „Der Nanny” – nur einige von unzähligen Komödien, die Filmfreunde mit dem 34-Jährigen verbinden. Der Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur und Produzent ist auch noch zweifacher Vater und leitet seine eigene Produktionsfirma.

Im Interview mit Journey spricht Schweighöfer über seinen stressigen Alltag, die Schattenseiten des Ruhms und erklärt uns, wie er auf einer einsamen Insel zurecht kommen würde. Denn jetzt ist er im Kino in dem Animationsfilm „Robinson Crusoe“ zu hören.

Matthias Schweighöfer und Robinson Crusoe
FIGUR und Stimme: Robinson Crusoe und Matthias Schweighöfer

Coke, Coke light, Coke zero oder Coke life?
„Coke!“

Du sprichst im Film „Robinson Crusoe“. Wo würdest du selbst gern mal stranden?
„Eigentlich würde ich nirgendwo gerne Schiffbruch erleiden. Wenn, dann wäre alles in der Nähe von Deutschland nett. Ich bin sehr heimatverbunden und wüsste, ich könnte schnell wieder nach Hause und bei meinen zwei Kindern sein.“

Testen wir deine Qualitäten als Schiffbrüchiger. Im Film versucht Robinson Crusoe ein Haus zu bauen...
„Ich bin handwerklich ganz schlecht. Ich habe mich schon gefragt, wie das ohne Hammer und Nägel sein würde. Aber ich bin auch mit Werkzeug überhaupt nicht begabt.“

Du holst also öfter die Handwerker ins Haus...
„Wenn bei mir eine Lampe ausfällt, kann ich die schon austauschen. Große Umbauten könnte ich aber nicht durchführen.“

Ich habe fürs Aufbauen eines Ikea-Betts vor einigen Wochen zwei Tage gebraucht...
„Ein Bett würde ich mir schon zutrauen. Aufbauen ist eigentlich kein Problem, ich bin auch playmobilerfahren – das hilft...“

Robinson Crusoe muss sich natürlich auch Nahrung beschaffen und zubereiten...
„Im richtigen Leben ist es natürlich einfach, sich ins Restaurant zu setzen und Menü Nummer 12 zu bestellen...“

Gehst du selber einkaufen?
„Nein, das mache ich nicht mehr. Dafür habe ich zum Glück mittlerweile jemanden, der mir hilft. Ich habe zurzeit wieder so viel zu tun, dass ich das einfach nicht schaffe. Ich habe seit langer Zeit jemanden, der normalerweise den Einkauf erledigt. Das gibt mir wieder 45 Minuten mehr Spielzeit mit den Kids.“

Aber kochen kannst du?
„Ich koche, ja. Ich muss auch kochen für meine Kinder.“

Auf einer fremden Insel muss man sich auch erst mal zurechtfinden. Hast du einen guten Orientierungssinn?
„Da bin ich gut drauf. Ich habe ein gutes, inneres Navi.“

Bei deinen Filmen bist du meist in alles involviert, du bist Produzent, Autor, Regisseur, Schauspieler und kümmerst dich um den Soundtrack. Wie ist es da „nur“ eine Sprecherrolle zu übernehmen? Juckt es da manchmal...
„Das kommt schon mal vor, wenn ein Film dramaturgisch hängt, dass ich mir überlege, wie man das hätte besser machen können. Aber der Gedanke ist schnell da, dass man es nicht mehr ändern kann. Als Synchronsprecher geht man in die Kabine und gibt nur seine Stimme. Das hat schon etwas Entspanntes.“

Als Synchronsprecher geht man in die Kabine und gibt nur seine Stimme. Das hat schon etwas Entspanntes



„Robinson Crusoe“ ist im Kino, bald folgt „Der geilste Tag“, die Dreharbeiten zu „Vier gegen die Bank“ mit Jan-Josef Liefers, Bully Herbig und Til Schweiger gehen zu Ende. Blickst du da überhaupt noch durch?
„Es ist Anfang des Jahres tatsächlich sehr viel. Wir drehen auch an den Wochenenden, darum gibt es gerade keine freien Tage. Aber ich weiß zum Glück noch, für welchen Film ich gerade Interviews gebe. Trotzdem kommt jetzt alles zusammen, so wie es eigentlich immer ist. Du kannst noch so gut planen: am Ende fallen alle Termine zusammen.“

Auf 'ne Coke mit Matthias Schweighöfer
NAH am Fan: Matthias Schweighöfer bei der Premiere von „Robinson Crusoe“ in Berlin

Gibt es da manchmal Kollisionen mit privaten Terminen, wenn deine Kinder Geburtstage haben zum Beispiel?
„Nein. Im Terminkalender ist immer eingetragen, dass ich da einen freien Tag habe.“

Wie entspannst du dich, wenn du mal ein paar Stunden zu Hause bist?
„Ich habe im Winter wieder angefangen, ein bisschen Playstation zu zocken und spiele gerade das neue „Assassin's Creed“. Das macht großen Spaß. Michael Fassbender hat gerade eine Verfilmung zu dem Spiel gedreht.“

Schaust du Fernsehserien? Das ist ja seit einiger Zeit sehr angesagt...
„Ich habe jetzt angefangen, „Penny Dreadful“ zu gucken, eine britische Gruselserie. Außerdem habe ich mir ein paar Folgen der „Shannara Chronicles“ angeschaut, auch unfassbar gemacht.“

In den USA drehen viele berühmte Schauspieler Serien. Würde dich so etwas auch reizen, wenn der Markt in Deutschland dafür größer werden sollte?
„Die amerikanischen Serien sind einfach sehr gut. Wenn es ein gutes Format ist, warum nicht. In „True Detective“ hätte ich natürlich auch gerne mitgespielt, aber es ist schwierig, so etwas in Deutschland herzustellen.“

Natürlich ist es schön, mal die Kollegen zu sehen, aber die Zeiten der Berlinale-Partys habe ich durch


Der deutsche Regisseur Marco Kreuzpaintner meinte kürzlich in einem Interview, in Deutschland würden im Prinzip nur romantische Komödien mit dir, Til Schweiger oder Elyas M'Barek erfolgreich laufen. Ist das Erfolgsrezept so einfach?
„Bei mir und Til ist das nochmal was anderes, weil Elyas keine Filmfirma hinter sich hat, die er als ausführender Produzent führt. Aber Til und ich müssen ja auch unsere Firmen irgendwie am Leben erhalten. Und in Deutschland funktionieren viele Genres einfach nicht. Deswegen ist es klar, dass man mit einer romantischen Komödie in Deutschland etwas mehr Erfolg an der Kinokasse haben kann, als wenn du einen deutschen Thriller planst.“

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Ein außergewöhnliches Drama wie „Victoria“ wurde aber auch international gefeiert...
„‚Victoria' war bei Kritikern sehr erfolgreich, aber an der Kinokasse war das minimiert, wenn auch gut für einen Arthouse-Film.“

Bald beginnen die Filmfestspiele in Berlin, eigentlich für jeden Schauspieler ein Muss. Gehst du gerne auf Premieren-Partys oder sind dir da zu viele Menschen aus der Branche?
„Ich bin früher gerne auf Berlinale-Partys gegangen, aber zurzeit schlafe ich auch sehr gerne, wenn ich Zeit habe. Natürlich ist es schön, mal die Kollegen zu sehen, aber die Zeiten der Berlinale-Partys habe ich durch.“

Gehst du denn schon mal mit Freunden in Berliner Eckkneipen, oder ist das wegen deiner Bekanntheit nicht mehr drin?
„Doch, das machen wir ab und zu mal.“

Hast du noch Zeit für Freunde von früher, die nicht im Geschäft sind?
„Ich habe einen engen Freundeskreis, in dem eigentlich alle in diesem Geschäft sind. Schauspieler Milan Peschel, Silbermond-Schlagzeuger Andreas Nowak und Moderator Joko Winterscheidt. Wir kennen uns alle noch aus den Phasen, in denen wir noch nicht bekannt und erfolgreich waren. Und dann sitzen halt vier normale Jungs am Tisch.“

Aber mit so etwas wie Junggesellenabschieden, mit denen sich andere in deinem Alter befassen, hast du nichts zu tun...
„Nein, dafür ist mein Freundeskreis dann doch mittlerweile etwas spezieller. Keiner von meinen Freunden ist bislang verheiratet. Sie haben alle Kinder, sind aber nicht verheiratet. Es gibt nur einen Freund, bei dem musste ich vor zehn Jahren mal auf die Hochzeit. Aber jetzt – Mitte 30 – heiratet irgendwie keiner.“

Vielleicht weil ihr alle keine Zeit habt...
„Es sind sehr viel arbeitende Männer mit Kindern. Da fehlt wahrscheinlich tatsächlich die Zeit.“

Selfie Matthias Schweighöfer
SELFIE beim Interview: Matthias Schweighöfer

Wenn du einen Tag lang tauschen könntest mit einem nicht prominenten Menschen. Was würdest du gerne unternehmen?
„Einfach mal wieder entspannt durch eine Einkaufspassage laufen. Das wäre das einzige, was ich machen würde, wenn ich tauschen könnte. Oder vielleicht mal in eine Disko gehen.“

Du hast deine Freundschaft zu Joko Winterscheidt schon erwähnt. Du triffst öfter in seiner Sendung „Circus HalliGalli“ auf. Dort habt ihr euch schon betrunken oder habt als Nikolaus verkleidet Besucher auf einem Weihnachtsmarkt verarscht. Genießt du diese Ausflüge oder ist das für dich Arbeit?
„Während wir das machen, wird es auch zum Job. Die Dreharbeiten dauern ja dann doch deutlich länger als eine Stunde. Aber ich liebe es, das mit den Jungs zusammen zu machen. Wir planen schon die nächsten Auftritte, das ist schön. Jokos und meine Firma sitzen sich genau gegenüber. Seine Köpfe liefern manchmal Ideen für mich, das macht Spaß. Das ist gutes Teamwork.“

Mit wem würdest du dich gerne mal auf 'ne Coke treffen?
„Justin Timberlake und Johnny Depp würde ich gerne mal kennenlernen. Ich mag die beiden. Johnny Depp finde ich großartig, Timberlake ist auch ein cooler Typ.“

„Robinson Crusoe“ läuft ab 4. Februar im Kino.

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Die fünf Lieblingssongs von Matthias Schweighöfer:

1.) Coldplay – Yellow
„Die sind im Olympiastadion in diesem Jahr – gehe ich auf jeden Fall hin.“
2.) Rae Morris – For you
„Das ist meine Lieblingssängerin.“
3.) J. Cole – Love Yourz
„Zu dem Lied war ich immer joggen in Kapstadt.“
4.) Bon Iver – re:stacks
„Ich bin mit dem Song durch Amerika gefahren, das war herrlich.“
5.) Silbermond – Unendlich
„Ich bin mit Andreas Nowak, dem Schlagzeuger, gut befreundet.“



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