SIE HABEN ES geschafft: Sam, Tobi und Julian haben mit ihrer Band Barna das Newcomer-Voting von Coca-Cola gewonnen. Am 2. Oktober treten sie beim Coca-Cola Festival der Einheit auf, vor 400.000 Zuschauern am Brandenburger Tor. Zusammen mit Stars wie Mark Forster, Wincent Weiss, Glasperlenspiel, den Lochis und Mike Singer.

Kennengelernt haben sich die drei Musiker 2015 bei den Dreharbeiten zur ProSieben-Show „Die Band“ mit Samu Haber. Danach dachten sie sich: Wir müssen gemeinsam Mucke machen! Also ab in den Keller von Drummer Julian nach Heidelberg und Songs schreiben. Jetzt wartet Barna mit ihrer Mischung aus Pop und Rock auf den großen Durchbruch – und will am Montag beim Coca-Cola Festival der Einheit auf sich aufmerksam machen! Wir treffen Frontmann und Bassist Sam wenige Tage vor dem Gig am Brandenburger Tor. Sein Gesicht strahlt, als er Richtung Bühne schaut, die gerade aufgebaut wird. „Das macht es nicht besser mit meiner Aufgeregtheit“, lacht er. Bei einem Kaffee und Donut erzählt der 24-Jährige uns danach, wie sich die Newcomer auf ihren großen Auftritt vorbereiten und wie hart das Musikgeschäft für sie ist.

Auf 'ne Coke mit Barna
WE ARE ALL THE SAME – nur manche spielen ein bisschen besser Bass als andere

Foto: Benedikt Stehle

Coke, Coca-Cola light, Coke Zero Sugar oder Coca-Cola Life?

„Die normale Coke. Das ist das beste Getränk, wenn es einem schlecht geht.“

Mit welchen Gefühlen standest du gerade am Brandenburger Tor?

„Boah. Das war krass. Ich bin jetzt schon aufgeregt. Das ist eine Premiere, vor so vielen Leuten zu singen.“

Wie bereitet ihr euch auf den Gig vor?

„Wir checken erstmal doppelt, ob unsere Technik funktioniert, gehen in unseren Proberaum und üben unseren Auftritt. Die Jungs arbeiten in NRW und schlafen dann bei mir in Berlin – alle in einem Zimmer. Wir können gut miteinander und sind das gewohnt. Also wenn wir irgendwann mal auf Tour gehen sollten: überhaupt kein Problem!“

"Der Auftritt ist ein Meilenstein für unsere Band."


Wie wichtig ist euch dieser Auftritt?

Auf 'ne Coke mit Barna
ZUSAMMEN UNTERWEGS SEIT 2015: Sam, Tobi und Julian von Barna

Foto: Oliver Ajkovic

„Sehr. Wirklich sehr wichtig. Der Auftritt ist ein Meilenstein für unsere Band. Wir freuen uns, dass wir jetzt so viele Interviewanfragen bekommen und dass so viele Menschen unseren Auftritt verfolgen können. Das ist nach zwei Jahren Arbeit ein Riesending.“

Ihr habt euch bei einer Castingshow kennengelernt. Wie es dazu gekommen, die Band zu gründen?

„Wir haben uns von Anfang an super verstanden und waren zusammen unterwegs. Während der Dreharbeiten haben wir vier Monate lang nur gemeinsam Musik gemacht. Als wir wieder zu Hause waren, haben wir gesagt: Das müssen wir weiter machen. Weihnachten 2015 haben wir uns dann zuhause eingeschlossen und die Songs geschrieben, die wir zum großen Teil am Montag spielen werden. Damals wussten wir noch gar nicht, in welcher Sprache wir singen sollen und welcher Stil zu uns passt. Das kam alles damals in diesem Keller.“

"Wir sind gerade Künstler, Produzent, Songwriter und Manager in einer Person."


Die Richtung ist klar, ein paar Songs sind fertig. Wie schafft man es dann, darauf aufmerksam zu machen?

„Zunächst hab ich noch alleine Songs in der Einöde Finnlands geschrieben. Dann haben wir fünf Lieder aufgenommen bei Freunden im Studio – alles selbst finanziert. Auch die Musikvideos. Das ist schon hart. Viele wissen gar nicht, wieviel so etwas kostet. Vor einem halben Jahr haben wir dann angefangen, Veranstalter und Bookingagenturen anzuschreiben. Wir sind gerade Künstler, Produzenten, Songwriter, Manager und Agent in einer Person.“

Ist es schwer für eine Newcomer-Band sich Gehör zu verschaffen?

„Es ist so schwer, weil es ein überlaufener Markt ist. Du musst heute erstmal beweisen, dass du kein Idiot bist und weißt, wovon du redest. Außerdem brauchst du ein Alleinstellungsmerkmal. Du darfst nicht die 150. Indieband aus Berlin sein. Es ist schwer da rauszustechen – und krasse Arbeit. Das dauert einfach, aber das wissen wir auch.“

Du hast im Musikgeschäft schon viele Erfahrungen gesammelt, unter anderem als Bassist der weltberühmten Rockband Limp Bizkit vor zwei Jahren. Die Story ist recht kurios...

„Ja, ich habe damals einen Anruf von einem Freund bekommen, der den deutschen Promoter der Band kennt. Sie haben kurzfristig einen Bassisten für einen Gig gesucht, weil ihrer krank geworden war. Nach mehreren Telefonaten habe ich dann einen Tag später die Zusage bekommen, noch am gleichen Abend mit der Band aufzutreten. Ich habe die Songs gelernt und bin hingeflogen. Wir haben uns sofort verstanden und nach dem Gig ging es direkt in den Tourbus. Ich hatte gar keine Klamotten dabei, bloß zwei Plastiktüten. Am nächsten Tag haben wir mit Linkin Park ein Open-Air-Festival in Belgien gespielt. Das war wie ein Film. Ich habe musikalisch und mit Blick auf das Business so viel gelernt... das ist krass.“

Auf 'ne Coke mit Barna
SELFIE BEIM INTERVIEW: Samuel am Brandenburger Tor

Du hast ja schon früh angefangen mit der Musik, bist schon vor dem Abitur 2012 auf vielen Festen aufgetreten. War immer klar: Ich werde das beruflich machen?

„Es ist einfach immer so weiter gegangen. Nach dem Abi war ich mit Mic Donet Vorband von Xavier Naidoo, und es kamen immer mehr Anfragen als Bassist. Darum hat es sich nie ergeben, mit dem Studium anzufangen.“

Was hättest du studiert?

„Meine Mutter hätte sich gefreut, wenn ich Theologie studiert hätte. Aber mittlerweile sagt sie, ich solle das machen, was ich liebe.“

Und das ist die Musik. In eurem Song We Are All The Same setzt ihr ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Wie ist der Song entstanden? „Das ist einer der Songs, den ich in Finnland zu Ende geschrieben habe. Die Idee hatte Tobi. Die Message ist klar: Es kann niemand abstreiten, dass alle Menschen gleich sind. Das ist etwas, das uns schon länger beschäftigt, wenn wir die Nachrichten schauen. Damals gab es gerade einen Terroranschlag in Paris. Ich habe mich aber schon viel früher damit intensiv beschäftigt.“

Hattest du selbst Erfahrungen mit Rassismus?

„In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, schon mal. Da ist man halt anders. In Berlin geht es, aber du musst nur etwas rausfahren. Da sind die Leute schon anders drauf. Aber ich kann nur eine positive Botschaft aussenden, um damit etwas zu bezwecken. Ich möchte Leute nicht als Nazis beschimpfen und in Grund und Boden argumentieren. Dann würde ich mich ja genauso verhalten wie die. Ich will lieber positive Songs schreiben. Musik und Konzerte  verbinden ja sowieso. Und der Song passt perfekt zum Tag der deutschen Einheit.“

Auf welchen Künstler freut ihr euch am Montag besonders?

„Also Wincent Weiss habe ich schon mal kennengelernt, bevor er den riesigen Erfolg hatte. Ich bin gespannt, ob er mich noch erkennt. Und auf Mark Forster freue ich mich auch. Ich war mal auf einem Konzert von ihm, habe ihn aber noch nie getroffen.“

Mit wem würdest du dich mal gerne auf 'ne Coke treffen?

„Das ist echt schwer, ich finde einfach alle Leute interessant. Es gibt natürlich Vorbilder, die ich habe. Mit Dave Grohl von den Foo Fighters würde ich auf jeden Fall mal gerne eine Coke trinken. Oder einem Politiker.“

Die Lieblingssongs von Barna 

Fix You / Coldplay
„Ein epochales Meisterwerk gegenwärtiger Musikgeschichte, das an Dramaturgie und Explosivität kaum zu übertreffen ist. Ein Song, wie ein Feuerwerk am Nachthimmel."

"Sweet Disposition" / The Temper Trap
„Pulsierend, mitreißend und catchy as hell!"

"Highway Tune" / Greta Van Fleet
„Absoluter Geheimtipp für alle Led Zeppelin Fans. Überragender Song!"

"The City" / The 1975
„Ein herausragender Song, der dich stilsicher und gut gelaunt in jeder City begleitet. Ein Must Have auf jeder Playlist."

"Come Down" / Anderson.Paak
„Der Vibe und diese Basslinie... Unglaublich!"

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Mehr Infos zum Coca-Cola Festival der Einheit findet ihr
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