SIE STRAHLT uns schon entgegen. So wie Millionen Fernsehzuschauer sie als Moderatorin kennen, gibt sich Barbara Schöneberger auch bei den Aufnahmen zu den neuen ViO Spots. In den neuen Werbeclips für ViO spricht Schöneberger die Mutter einer Flaschen-Familie.

Der Stylist lockert ihre blonde Mähne, richtet den blauen Blazer. Die Fotoaufnahmen.

Egal wie lange, wie oft etwas wiederholt werden muss: Barbara Schöneberger bleibt immer geduldig, witzelt mit der Crew. Am Abend will sie noch zwei Käsekuchen backen. Ohne Rosinen.

Schöneberger ist die Allrounderin schlechthin: Sie moderiert Galas, Shows mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch, Talksendungen und arbeitet ganz nebenbei an ihrem zweiten Musik-Album. Außerdem ist sie Herausgeberin ihrer eigenen Frauenzeitschrift „Barbara" und kümmert sich um ihre zwei Kinder.

Wir lassen uns im Tonstudio in zwei gemütliche Sessel fallen.

Was möchtest Du trinken?

„Natürlich ViO. Wenn Coke, dann auf jeden Fall Coke light mit Zitrone.“

Wie genau spricht man eine Wasserflaschen-Mama?

„Einfach mütterlich. Mit Liebe und Empathie. Ich liebe ja alle meine Kinder in den Spots. Sechs an der Zahl. Drei sind gerade erst zur Welt gekommen. Meine mütterliche Liebe ist nicht gespielt, sondern echt.“

Die ViO Familie mit Mama Barbara, Folge 1:



Sechs Kinder – könntest du dir das auch vorstellen?

„Irgendwie schon, aber ich hätte dafür echt früher anfangen müssen und würde auch nicht arbeiten können. Ich kenne Leute, die sechs Kinder haben, und bewundere das. Die Älteste ist in der Endpubertät und das Jüngste hat gerade die Drei-Monats-Koliken. Das ist nur zu bewältigen, wenn du nicht arbeitest.“

Barbara Schöneberger - Gespräch
BARBARA SCHÖNEBERGER im Gespräch

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet? Es gibt ja keine berühmten Vorbilder, die schon mal Wasserflaschen gesprochen haben…

„Das stimmt. Die Literatur ist schmal besetzt, was mütterliche Flaschenrollen angeht. Darum musste ich tief in mich reinschauen, wie ich diese Flasche belebe. Aber ich denke, das ist mir gelungen.“

In den Spots redet die Mutter gerne und viel, der Vater ist etwas ruhiger. Wie ist das bei euch zuhause?

„Oft sind Frauen die Außenminister und Männer die Innenminister, die dafür sorgen, dass bestimmte Dinge funktionieren. Ich denke, es muss sich die Waage halten. Bei mir ist das ganz gerecht verteilt. Aber ich kann mich gut einfügen in eine Rolle, in der ich quirlig bin und die sogenannte Power-Flasche bin, das Familienoberhaupt.“

In einem der Spots fragen dich die Kinder, woher sie kommen. Graut es dir vor solchen Gesprächen mit deinen Kindern schon oder freust du dich darauf?

„Also Aufklärung kriegt man im Idealfall nebenher mit. So war es bei mir zumindest. Ich hatte nicht plötzlich das Gefühl: Heute weiß ich alles, davor nichts. Aber da mache ich mir jetzt noch nicht wahnsinnig viele Sorgen, das ist ja noch etwas hin.“

„Ich bin niemand, der spät kommt. Ich habe noch nie ein Flugzeug verpasst. Dafür bin ich zu pflichtbewusst“.

Du hast sicher viele Termine in deinem Kalender stehen. Schon mal einen  verpasst?

„Ich bin niemand, der Termine verpasst oder zu spät kommt. Ich habe auch noch nie ein Flugzeug verpasst. Dafür bin ich zu pflichtbewusst.

Wie bekommst Du Familie und Beruf unter einen Hut?

„Das ist schon ein Riesenthema und wird es auch immer bleiben. Du willst dich einerseits deinen Kindern total widmen und andererseits deinen Job gut machen. Das wird immer ein Spagat bleiben. Das ist schlichtweg auch eine Geldfrage. Wenn du kein Geld hast, um dir eine ordentliche Betreuung zu besorgen, dann ist das einfach ein saublödes Thema, was sich nur durch Kompromisse lösen lässt. Ich bin in der glücklichen Lage, mir ein Au-Pair-Mädchen leisten zu können. Aber es ist immer ein Thema, wie man zum Beispiel auch mit Sondersituationen umgeht. Wenn ein Kind krank wird oder etwas Unvorhersehbares passiert. Bei mir ist aber bisher alles glatt gegangen.“

Würdest du im Notfall eine Veranstaltung kurzfristig absagen?

„Ich kann keine Gala absagen. Ich kann nicht nachmittags sagen: Freunde, ich komme heute nicht. Das weiß ich und das weiß auch mein Umfeld. Ich bin ja nicht alleinerziehend. Es gibt auch einen Vater. Das ist also alles irgendwie machbar.“

„Wenn ich in mein Auto steige, bohre ich genauso in der Nase, wie alle anderen auch.“

Wie ist das, wenn du mit deiner Familie im Supermarkt bist: Wirst du häufig angesprochen und deine Familie muss warten?

„Je kleiner die Stadt, desto häufiger natürlich. Wenn du in einer Kleinstadt über den Marktplatz gehst, ist es mitunter schwierig. Die Menschen verhalten sich ja dann so komisch. Es sagt keiner: 'Grüß Gott, Frau Schöneberger. Ich habe ihre Show gesehen, hat mir gefallen.‘ Mädchen fangen an zu kichern und zu tuscheln, laufen hinter einem her und fotografieren heimlich. Aber in Berlin interessiert sich kein Schwein dafür, was ich mache. In meiner Nachbarschaft wissen die Leute, dass ich da wohne. Sie grüßen oder gucken auch weg, verhalten sich also typisch berlinerisch. Ich lebe ein völlig normales Leben. Ich verstecke mich nicht, schminke mich nicht, wenn ich aus dem Haus gehe, und fahre nicht mit abgedunkelten Scheiben durch die Gegend. Ich vergesse auch ganz schnell, warum mich Leute angucken. Wenn ich in mein Auto steige, bohre ich genauso in der Nase, wie alle anderen auch.“

Da sind Kinder wahrscheinlich hilfreich. Die interessiert es sicher nicht, wer da zuhause das Essen macht...

„...obwohl die Frage schon ist: wie Kinder damit umgehen, wenn sie irgendwann merken, dass ihre Mutter erkannt wird. Da bin ich mal gespannt. Es gibt ja viele Beispiele von Leuten, die es nicht hinbekommen haben mit ihren Kindern.“

„Ich habe noch nie in meinem Leben eine Bewerbung geschrieben. Noch nicht mal einen Lebenslauf.“

Erinnerst du dich noch an die letzte Bewerbung, die du geschrieben hast?

„Ich habe noch nie in meinem Leben eine Bewerbung geschrieben. Noch nicht mal einen Lebenslauf.“

Der steht ja zur Not bei Wikipedia.

„Ich dachte mir kürzlich echt: Wenn du jetzt deinen Job beim Fernsehen verlierst und im Büro arbeiten müsstest, könnte ich nicht mal Powerpoint oder Excel-Tabellen. Ich kann gar nichts. Ich bin schon froh, wenn ich meinen Computer geöffnet und angeschaltet kriege und das Schreibprogramm finde. Als Bürokraft müsste ich nochmal einen Aufbaukurs machen.“

Du bist ja nicht nur Unterhalterin, sondern auch Unternehmerin mit deinem eigenen Magazin. Auf der einen Seite humorvoll-unterhaltend, auf der anderen Seite müsstest du profit-orientiert denken...

„Ich bin nicht gierig und habe die ganze Zeit Dollarzeichen vor Augen. Allerdings verdiene ich schon gerne Geld und bin daran interessiert, möglichst viel davon zu verdienen. Aber halt nicht um jeden Preis. Gleichzeitig weiß ich nie, was ich verdiene. Das steht irgendwo, ist für mich aber nicht die Hauptsache. Ich bin auch niemand, der betriebswirtschaftliche Entscheidungen trifft. Ich habe eine Geschäftsführerin, die meine GmbH führt, und sich mit allen Verträgen rumschlägt. Damit möchte ich mich auch gar nicht befassen. Ich habe einen Vermögensberater, der letztens wieder gesagt hat, dass es auch Rentenfonds gebe. Aber das habe ich immer noch nicht kapiert. Dafür bin ich auch Künstlerin geworden, damit ich mich mit solchen Dingen nicht rumschlagen muss. Die Unterhaltung liegt mir mehr. Ich kann sehr gut einschätzen, welche Bereiche ich kann. Die anderen gebe ich gerne ab. Ich bin gar kein Kontroll-Freak.“

Auf ein ViO mit Barbara Schöneberger
IHRE MÜTTERLICHE Liebe ist nicht gespielt, sondern echt, sagt Barbara Schöneberger

Kannst du denn knallhart sein als Unternehmerin?

„Nein, gar nicht. Ich bin eine relativ treue Seele, was das Personal angeht. Ich kann sehr gut mit den gleichen Leuten arbeiten. Und wenn nicht etwas total massiv Doofes passiert, würde es mir sehr schwerfallen, jemanden zu kündigen. Das kann ich nicht so gut. Da muss ich mich wahnsinnig zusammenreißen, nicht andere Leute vorzuschicken, sondern es selbst zu übernehmen. Aber das habe ich zum Glück noch nicht machen müssen.“

Du führst Interviews, schreibst die Editorials und gibst dort viel von dir preis. Ist das Teil des Erfolgs?

„Ich glaube, das ist die Mischung. Zum einen schreibe ich aus meinem Leben. Zum anderen kann das Magazin jeder lesen, der noch nie etwas von mir gehört hat. Es ist ein ganz normales Frauen-Magazin, das auch ohne mich funktioniert.“

„Lasst uns mal zwei Stunden entspannen und nicht an irgendwelche Diäten denken.“

Ärgert es dich, wenn manche Medien vom „Ego-Print-Projekt“ Barbara sprechen?

„Ich muss sagen, dass die Zeitschrift so gut aufgenommen wurde, dass ich fast schon etwas skeptisch wurde. Sie ist auch sehr erfolgreich, was wir alle nicht gedacht hatten. Dass das Magazin „Barbara“ heißt und ich auf dem Cover bin: Okay. Das kann man natürlich als Ego-Projekt bezeichnen. Aber wie gesagt, es ist kein Fan-Magazin. Es geht nur darum, meinen Blick der Dinge in alle möglichen Bereiche des Lebens zu transportieren und zu sagen: Lasst uns mal zwei Stunden entspannen und nicht an irgendwelche Diäten denken.“

Ihr geht auch mit einer Internetseite online. Welche Idee steckt dahinter, das jetzt nachzuziehen?

„Ich bin ein großer Fan davon, alles Schritt für Schritt zu machen. Wir haben uns im Print etabliert und haben geschaut, was wir noch machen können. Wo geht die Reise hin? Was wollen die Leute dort sehen und auch nicht sehen? Wir machen viel ‚Work in Progress‘ und können uns beim Online-Projekt ziemlich gut darauf konzentrieren, welche Zusatzinhalte die Leserinnen haben wollen. Darauf sind wir eingestellt.“

Wie viele männliche Leser habt ihr eigentlich?

„Keine Ahnung. Aber ich gehe schon davon aus, dass einige Männer reingucken, weil es rumliegt und schön aussieht. Irgendwie anders als andere Frauenmagazine.“

Gibt es Beschreibungen von dir in den Medien, die du als beleidigend empfandst?

„Nein, ich bin eigentlich nie beleidigt. Es hat ja jeder einen anderen Blick auf die Dinge. Lob und Kritik lese ich eher oberflächlich. Ich finde, dass es letztlich nichts mit meiner Arbeit zu tun hat. Ich werde immer wieder mit Attributen aus dem militärischen Bereich bedacht: ‚Stimmungskanone‘, ‚Allzweckwaffe‘, ‚Spaßbombe‘, ‚Atombusen‘. Das ist aber weniger geworden. Früher war ich in einer Schublade, aus der ich mich irgendwie raus gearbeitet und rausgealtert habe. Früher war ich jung, blond und vollbusig. Heute bin ich alt, blond und vollbusig. Eine Schublade tiefer.“

Du empfindest es auch nicht als sexistisch, wenn dich Tim Mälzer beim Fernsehpreis auf der Bühne als „Tittending“ bezeichnet?

„Nein. Herr Mälzer meinte wohl – nachdem ich einen Spruch über ihn gemacht hatte – er müsste zurückschießen. Dann hat er ganz süß nach irgendetwas gesucht, mit dem er sich an mir rächen kann. Und es ist ihm in dem Moment nicht ganz so gut gelungen. Das habe ich ihm auch gar nicht übel genommen. Männer denken ja oft, wenn sie irgendwas mit Titten sagen, wird es lustig.“

Mit wem würdest du dich gerne mal auf ein ViO treffen?

„Barack Obama.“

Das kam schnell…

„Meine Freundinnen und ich überlegen in regelmäßigen Abständen, welchen Mann wir ausführen würden. Die Mehrzahl hat sich immer wieder für Barack Obama ausgesprochen. Dann gibt’s ne Runde Wasser, ich würde eine Kleinigkeit kochen und Michelle wartet kurz im Auto.“

Hast du eine Frauenrunde, mit der du dich regelmäßig triffst?

„Nein. Ich habe auch manchmal etwas Angst vor Frauenrunden. Ich mag schon sehr gerne, wenn Männer dabei sind. Aber mit Barack Obama würden wir einen kleinen, illustren Frauenkreis zusammenkriegen – und alle anderen Männer außen vor lassen.“

 

Fünf Lieblingssongs von Barbara Schöneberger:

Massive Attack: „Unfinished Sympathy“
U2: „One“
New Radicals: „You Get What You Give“
Joni Mitchell: „Both Sides Now”
Matthias Schweighöfer: „Superman und seine Frau“

Folge Barbara Schöneberger auf Facebook oder Instagram!