Die Fans können es kaum noch erwarten: Nicht mehr lange bis zum großen Fußballereignis in Brasilien! Fußballspielen wie die Profis geht aber auch eine Nummer kleiner. Tipp-Kick ist ein Fußballspiel im Tischformat. Wir haben uns mit echten Profis zum Training getroffen!

40 Jahre sind eine lange Zeit. 40 Jahre spielt Erich Peters jetzt schon im Verein Tipp-Kick – mit einer Unterbrechung. Ein Spiel, das viele Fußballfans als Kind sicher schon mal gespielt haben, ausgestattet mit den Basics: einem Spielfeld, einem Ball, zwei Spielern, zwei Torhütern. Und das alles in XXS. Das Spielfeld ist etwa 100 Mal kleiner als ein richtiger Fußballplatz. Wer schießen will, drückt einfach den Knopf über dem Kopf der Spielfigur. Der Gegner versucht, sich in die Schussbahn zu stellen.

Präzise Schüsse und ein gutes Auge zählen auch beim Tipp-Kick 

Tipp-Kick

Erich Peters (links im Bild) und seine Team-Kollegen trainieren in Berlin


Wir besuchen Erich am Donnerstagabend beim Training in den Räumen eines Jugendclubs. Sein Verein Celtic Berlin spielt in der Bundesliga. Und Erich hat daran einen großen Anteil. Schussgenauigkeit, technische Finesse, ein Auge fürs Spiel: Erfahrung macht sich auch beim Tipp-Kick bezahlt. Obwohl: „Es hat sich sehr, sehr viel verändert. Es gibt andere Regeln, andere Tricks, ein anderes Abwehrverhalten. Vor 30 Jahren war das Spiel viel schneller. Es ist langsamer geworden“, findet der alte Hase unter den Celtic-Spielern. Der 55-Jährige hat sein Spiel aber angepasst und es über die Jahre perfektioniert. Das wird heute auch Mitspieler Patrick Malessa zu spüren bekommen. Der 23-Jährige tritt nämlich im Trainingsspiel gegen Erich an. 

Für jeden Schuss das passende Bein 

Tipp-Kick

Nachwuchs vs. alter Hase: Patrick (li.) und Erich (re.) vor dem Trainingsspiel   


Patrick holt vor dem Spiel noch schnell eine Flasche Graphitspray aus der Tasche, um seine Spielfiguren zu schmieren. Jeder Spieler hat neben dem Torwart nur noch eine einzige Figur auf dem Feld. Er darf aber bis zu drei Auswechselspieler an der Seitenlinie stehen haben. Warum? Die Füße der Figuren unterscheiden sich. Schließlich reden wir hier über echte Tipp-Kick-Profis! Die feilen das rechte Schussbein ihrer Kicker an oder bauen Stahleinschläge ein. Somit verändern sie die Schusstechnik. Manche Figuren können den Ball zum Beispiel besonders gut heben, andere richtig flach und hart schießen. Fast nach jedem Schuss wechseln die Profis deshalb ihre Figuren. 

„Es geht darum, den Ball zu lesen“

Vor der Partie wählen Erich und Patrick eine Farbe: Schwarz oder Weiß. Das sind die Farben des kleinen, zwölfeckigen Balls. Bleibt der nach einem Schuss mit der weißen Hälfte nach oben liegen, macht der Spieler weiter, der weiß gewählt hat. Und dann kann es losgehen. Ein Computerprogramm gibt den Anpfiff vor. Zweimal fünf Minuten dauert das Spiel. In der Halbzeit tauschen Erich und Patrick die Seiten und die Farbe des Balls. Es entwickelt sich ein schnelles und torreiches Spiel. Denn beim Tipp-Kick wird quasi von allen Positionen aufs Tor geschossen. Nur beim Abstoß, Anstoß und Einschuss muss erst ins Feld gespielt werden. „Im Grunde geht es darum, den Ball zu lesen“, sagt Patrick. Heute kämpft der Jungprofi allerdings mit einer „Leseschwäche“: Er verliert gegen Erich mit 2:6. Für Patrick kein Problem: Er lernt jede Woche dazu. Vor zwei Jahren hat er angefangen, regelmäßig im Verein zu spielen. In der ersten Zeit hat er sich „regelmäßig abschießen lassen“.

Fußballer lernen Tipp-Kick meist schneller 

Tipp-Kick

Kurz vor dem Ehrentreffer: Patrick trifft, verliert aber trotzdem gegen Erich mit 2:6


Tipp-Kick ist für alle Altersgruppen geeignet, natürlich auch für Frauen. Fußball-Erfahrungen auf dem echten Platz müssen Neueinsteiger nicht haben. Aber: „Wer selbst Fußball spielt, lernt Tipp-Kick normalerweise blitzartig. Sie wissen genau, wie sie den Spieler ansetzen müssen und treffen sofort das Tor“, erklärt Erich. Er selbst gewinnt an diesen Abend zwar nicht das mannschaftsinterne Turnier. Aber er hofft, bei den nächsten Bundesliga-Partien wieder als Sieger vom Tisch zu gehen. Denn dann heißt es für ihn, Patrick und Celtic Berlin wieder: „Auf die Knöpfe, fertig, Tooooooor“!