Als Phil Mooney 1977 von einer freien Stelle bei Coca-Cola hörte, war er zwar schon ein treuer Konsument, wusste aber nur sehr wenig über die damals 91-jährige Geschichte der Marke. 
„Alles, was ich damals über Coke wusste, war, dass sie in Flaschen und Dosen verkauft wurde und sehr lecker schmeckte,” erinnert sich Mooney heute.
Phil Mooney
Phil Mooney in seinem Büro, circa 1982.



Zum Glück war er immer schon ein Schnelllerner. Mooney wurde die Stelle als Archivar angeboten und wenig später wuchs er zur herausragenden Autorität in Sachen Coca-Cola heran. In den letzten 35 Jahren überführten er und sein Team das Vermächtnis der Marke auch in die moderne Welt der Kommunikation.
Mooney war aber nicht nur verantwortlich für die Aufzeichnung, Katalogisierung und Kuratierung des Werbematerials des Unternehmens, das auch seltene Kunstwerke und Sammlerstücke im Wert von Hundertausenden von Dollar umfasst. Er war auch Chef-Geschichtenerzähler der Marke und führte in dieser Eigenschaft Interviews mit Medien aus der ganzen Welt. Der Umzug nach Atlanta war für Mooney in vielerlei Hinsicht eine große Sache. Eigentlich hatte er damals einen Job, den er sehr gerne ausübte. Er war Direktor am Balch Institute for Ethnic Studies in Philadelphia, das sich als Bibliothek und Museum mit der Geschichte der Einwanderung in die USA befasste. Er und seine Frau waren bis zu diesem Zeitpunkt typische Einwohner des Nordostens der USA, die nie zuvor darüber nachgedacht hatten im Süden zu leben. Die neue Aufgabe erforderte aber nicht nur eine räumliche Veränderung, sondern auch ein Umdenken vom gewohnt akademischen zum unbekannten Umfeld eines Firmenarchivs.
Was hat letztlich dafür gesorgt, dass Phil Mooney sein gesamtes Leben umkrempelte und zu Coca-Cola nach Atlanta ging? „Was mich damals gereizt hat, war der Umstand, dass dieses Unternehmen seiner eigenen reichen Geschichte einen großen Wert beimaß und aus dieser Geschichte auch etwas machen wollte”, erklärt Mooney heute. „Als Archivar hast du das Ziel, Angebote zu schaffen, die es anderen Menschen ermöglichen, das Leben von Einzelnen oder das Vermächtnis einer Organisation zu verstehen. Die Chance, für eine Kultmarke wie Coca-Cola zu arbeiten, war für mich sehr verlockend. Außerdem reizte mich der Gedanke, bei Null anzufangen und etwas vollkommen Neues zu beginnen.
Genau das tat er auch, indem er ein eigenes Archivsystem aufbaute und dieses später auch digitalisierte. Er half damals mit, nicht nur ein Coca-Cola-Museum zu eröffnen, sondern gleich zwei davon. Er organisierte das Fest zum hundertjährigen Bestehen und die Jubiläumsfeiern zum 125. Jahrestag. Und er machte sich als Kontaktperson der Coca-Cola Sammler-Gemeinschaft einen Namen. Mooney kümmerte sich nicht nur um die Vergangenheit und nicht nur um die Gegenwart: Seine Funktion war stets doppelter Natur. Es ging ihm darum, die Geschichte der Marke zu bewahren und die Zukunft mitzuprägen.
Jetzt geht eine Ära zu Ende. Mooney ist im März 2013 in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Aus diesem Anlass setzten wir uns in den Coca-Cola Archiven mit ihm zusammen, um seine bewegte Karriere noch einmal Revue passieren zu lassen.
Phil, warum haben Sie sich für den Beruf des Archivars entschieden?
Ich war immer schon interessiert an Geschichte, Sozialwissenschaft und Sozial- und Kulturgeschichte. Eigentlich wollte ich Lehrer werden aber meine Arbeit mit Studenten an der Hochschule brachte mich auf einen anderen Weg. Als ich an der Syracuse University meinen Master gemacht hatte, musste ich mich entscheiden, ob ich tatsächlich den Weg in Richtung Promotion wagen wollte. Mein Betreuer schlug mir damals vor, mich auf eine offene Stelle in der Abteilung für besondere Sammlungen der Universitätsbibliothek zu bewerben, dort ungefähr ein Jahr zu bleiben und mich in der Zwischenzeit zu entscheiden. Aber es kam anders. Ich habe damals den Job bekommen und er gefiel mir. Die Arbeit mit erstklassigem Quellenmaterial war für mich unglaublich interessant. Syracuse sammelte ausgiebig auf verschiedenen Gebieten der amerikanischen Literatur und der Sozial- und Kulturgeschichte. Ich besuchte Menschen, die selbst alles Mögliche an Material und Unterlagen gesammelt hatten und brachte die Sachen in die Universität, wo sie im Rahmen der Projekte unterer und oberer Semester weiter erforscht wurden. Dies war der Anstoß einer Karriere, die ich mir nie im Leben erträumt hätte.
Wie kamen Sie zu Coca-Cola?
Ich arbeitete bereits sechs Jahre am Balch Institute, als ich von der offenen Stelle bei Coca-Cola erfuhr. Ich rief den Personalvermittler an und nachdem wir uns ungefähr eine halbe Stunde unterhalten hatten, bat er mich, ihm meinen Lebenslauf zuzuschicken. Ich flog für zwei Bewerbungsgespräche nach Atlanta, dann wurde mir der Job angeboten. Allerdings war der Antrittstermin schon zwei Wochen später vorgesehen. Das machte die Sache etwas schwierig, da wir in Philadelphia lebten. Meine Frau arbeitete am Bryn Mawr College und unsere Tochter war damals gerade ein Jahr alt. Das war keine leichte Entscheidung. Unsere gesamte Familie lebte im Nordosten, wir kannten niemanden in Atlanta.
Was waren Ihre ersten Aufträge?
Mein Vorgänger, Wilbur Kurtz Jr., hatte sein Büro in ein Kleinmuseum verwandelt. Menschen gingen dort den ganzen Tag ein und aus, mit der Folge, dass er beim Versuch, seiner Arbeit nachzugehen, ständig Leute unterhalten musste. Das begleitete mich noch ungefähr einen Monat. Ich räumte alles aus und schuf einen kleinen Ausstellbereich außerhalb meines Büros. Das Unternehmen verfügte damals ebenfalls über einen externen Bereich zur Archivierung mehrerer Hundert Gegenstände. Allerdings war dieses Archiv praktisch eine einzige Feuerfalle. Als ich diesen Ort zum ersten Mal sah, fand ich ihn entsetzlich. Daher bestand meine erste Herausforderung darin, einen Bereich zu schaffen, der den wesentlichen Standards eines Archivs gerecht wird, um Materialien sachgerecht in einer Umgebung zu archivieren, wo sie über Jahre hinweg erhalten bleiben. Zunächst fanden wir einen Platz in unserem alten Zuckerlager, das wir behelfsmäßig mit Systemen zur Temperatur- und Feuchtigkeitsregelung ausstatteten. Das entsprach aber noch nicht unseren Vorstellungen. Unsere heutigen Räume erwarben wir erst vor 15 oder 20 Jahren.
Bereits zu Anfang Ihrer Amtszeit bekamen Sie den Auftrag, über ein Coca-Cola Museum nachzudenken. Welche Vorstellung hatte das Unternehmen damals von einer World of Coke?
Schon nach sechs Monaten schwebte mir das Konzept einer World of Coke vor. Und doch dauerte es 13 Jahre, um dieses Museum zu verwirklichen. In meinem ersten Jobjahr beauftragten wir eine Inneneinrichtungsfirma und entwickelten einige Vorstellungen und Ideen. Das Management fand die Pläne grandios, aber jeder fragte sich, an welchem Ort wir das Projekt aufbauen würden. Als Neuling ging ich von irgendeinem Platz auf dem Firmengelände aus, aber das war das Letzte, was das Management wollte. So wurde die Idee erst einmal auf Eis gelegt.

Hat die Öffentlichkeit damals nach einem Coca-Cola Museum verlangt?
Es war tatsächlich so, dass Leute zu unserem Firmensitz kamen und fragten, ob es ein Museum gäbe. Sie wurden schnurstracks am Haupttor abgewiesen. Verständlicherweise waren sie enttäuscht, dass es in der Geburtsstadt von Coca-Cola nichts zu besichtigen gab. Für viele Besucher war Atlanta eine Art Mekka. Außerdem erreichte das Sammelinteresse damals seinen Höhepunkt. Der erste offizielle Coca-Cola Sammlerclub wurde 1976 gegründet, Bücher wurden veröffentlicht, die Menschen gaben die ersten Preisführer heraus und die ersten Sammlermessen fanden statt. Unsere Marketing- und Werbeprogramme begannen ebenfalls Reproduktionen von Tabletts und Neuauflagen von Artikeln in unterschiedlichen Formaten anzubieten, die an die Tradition des Unternehmens erinnerten.
The World of Coca-Cola
Die erste World of Coca-Cola öffnete 1990.



Der Zeitpunkt war richtig, die Bedingungen einer Realisierung des Projekts mussten allerdings noch warten, bis sich die Stadt Atlanta entschied, in der Innenstadt neue Impulse zu setzen. Wir sahen eine Chance darin, einen Beitrag zu diesen Plänen zu leisten und unser Museum zum Grundpfeiler der Entwicklung von Underground Atlanta zu machen.
Wie kam es zur Eröffnung der ersten World of Coke im Jahr 1990?
Wir wollten den idealen Ort des Geschichtenerzählens schaffen. Daher mussten wir als nächstes entscheiden, welche Geschichten wir erzählen wollten und in welcher Form. Wir entschieden uns für eine chronologische Darstellung der Marke. Wir hatten einen Getränkespender, den wir wie in den 30er-Jahren benutzen konnten und einen Film, der die Entwicklung der weltweiten Präsenz der Marke beschreibt. Wir hatten auch einen Ort für unsere Gäste, an dem sie diese Getränke aus aller Welt kosten konnten. Das ist übrigens bis heute eine unserer Hauptattraktionen. Wir wählten Artikel aus, an denen sich die Coca-Cola Geschichte nacherzählen lässt und die dem Besucher eine Vorstellung davon ermöglichen, wie die Marke in den 20er, 30er, 40er Jahren repräsentiert wurde. Am Ende bestand die damalige Ausstellung aus 1.500 Exponaten. Ungefähr genauso viele Stücke hat die World of Coke heute; sie werden nur anders ausgestellt.
Vergleichen Sie den ursprünglichen Ort mit dem heutigen in Pemberton Place, der 2007 eröffnet wurde?
Während sich die ursprüngliche World of Coke als Museum mehr auf Tradition und chronologische Ereignisse konzentrierte, baut unsere gegenwärtige Attraktion mehr auf Erlebnisse in Form erzählter Geschichten. Wir machten die Erfahrung, dass ein chronologischer Aufbau eine feine Sache ist, insbesondere für Menschen mit einem Interesse an Geschichte, dass aber viele Besucher nach ein paar Jahrzehnten müde werden. Als wir an der neuen World of Coke arbeiteten, wählten wir zehn Dinge aus, die wir den Besuchern nach dem Verlassen des historischen Bereichs mit auf den Weg geben wollten. Wir entschieden, mehr auf besondere Exponate und Themen zu achten und unseren Gästen von Dingen zu erzählen, die unsere Marke zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Das ist es, was die Menschen gerne sehen und von dem sie gerne lernen.
Warum war das Erzählen der Unternehmensgeschichte so wichtig für die Image-Bildung?
Ich bin der Bewahrer der Geschichten. Wenn der Moment da ist, die Schatzkammer zu öffnen, wird mir das wunderbare Privileg zuteil, diese großartigen Geschichten mit anderen zu teilen. Wann immer ich über Coca-Cola rede, vermittle ich gute Nachrichten. Ich erzähle von unserer langjährigen Partnerschaft mit den Olympischen Spielen oder über die besonderen Beziehungen mit unseren Kunden oder über unsere Werbung. Unser Team stellt Teile unserer Geschichte in einen greifbaren Rahmen, über den Journalisten gerne schreiben. Wir erzählen Geschichten über die zahlreichen Dinge, die diese Marke groß gemacht haben. Das sind ganz unterschiedliche Geschichten. Es geht um Künstler, die unsere kultige Werbung erschufen und auch um visionäre Führungspersönlichkeiten wie Robert Woodruff und Roberto Goizueta, die Unglaubliches wagten, um das Unternehmen in kritischen Zeiten nach vorne zu bringen. Genau das macht den Job so besonders und die Arbeit so unterhaltsam.
Was vom Kommunikationsstandpunkt aus bestimmt auch wichtig ist, ist einen ausgebildeten Historiker im Team zu haben. Die Tatsache, dass ich sowohl über eine akademische Ausbildung als auch über Erfahrung als Archivar verfüge, verleiht meinen Worten einen gewissen Nachdruck. Außerdem habe ich eine enorme Glaubwürdigkeit durch meine 35jährige Coca-Cola Erfahrung. Ich kann über die Markteinführung von New Coke aus erster Hand erzählen, weil ich diese miterlebte.
Welche Frage stellte man Ihnen in all den Jahren am häufigsten?
Jeder möchte wissen, ob ich die geheime Coca-Cola-Formel kenne. Dies ist tatsächlich eine meiner Lieblingsfragen, da sie zu dem geheimnisvollen Nimbus überleitet, der das Produkt umgibt. Die Menschen versuchen seit 126 Jahren den Code zu knacken. Je weniger ich preisgebe, umso neugieriger werden die Menschen - und das ist gut so.
Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben und wie hat sie sich im Laufe Ihrer Karriere entwickelt?
Ich bin ein Fackelträger der Traditionsgeschichte des Unternehmens. Über Jahre bezeichnete man unsere Abteilung einfach als Archiv. Vor einigen Jahren entschied ich mich, den Namen in Heritage Communications zu ändern, da der Begriff „Archiv” Assoziationen von alt, regungslos und passiv weckt. Wir verstehen uns aber als aktive Teilnehmer am Business, die die Wertschöpfung unserer Marken erhöhen. Ein Teil meiner Ziele bestand darin, unsere historischen Ressourcen so oft und so facettenreich wie nur möglich zu nutzen. Vor einigen Jahren schufen wir ein digitales Managementsystem, mit dem wir weltweit Tausende unserer Inhalte per Mausklick zugänglich machen können. Wir sind heute in der Lage, einem Coca-Cola Team, einem Journalisten oder Kunden innerhalb von Minuten zu antworten und wir können mit Social Media über unseren Blog Coca-Cola Conversations, über Coca-Cola Journey und andere Kanäle aktiv werden, da wir über großartige Inhalte verfügen.
Phil Mooney


"Immer wenn ich über Coca-Cola spreche, habe ich gute Nachrichten."

Über 35 Jahre lang war Phil Mooney Coca-Cola's Chef-Geschichtenerzähler - für Besucher der World of Coca-Cola genauso wie für Medien aus der ganzen Welt.

Sie sind einerseits Chronist der Marketing- und Werbeaktivitäten, aber auch historischer Berater. Haben Sie eine Lieblingskampagne?
Wenn Sie an Coca-Cola Werbung denken, müssen Sie ein paar Dinge unterscheiden. Coca-Cola hatte einen Slogan, der lautete „The Pause That Refreshes“, der von den späten 20er- bis in die 50er-Jahre verwendet wurde. Das ist eine unglaublich lange Zeit. Vom historischen Standpunkt aus könnte jemand behaupten, dies sei mit Abstand der wichtigste Werbeslogan aller Zeiten. Sie müssen ihn allerdings im Gesamtkontext sehen, da er in einer Epoche auf dem Markt war, in der Druckwerbung das einzige Medium war. Beim Gedanken an die Anfänge des Fernsehzeitalters fallen einem drei Werbespots ein: „Hilltop”, „Mean Joe Greene” und die Coca-Cola Eisbären. Jeder einzelne war perfekt für die Zeit, in der er produziert wurde. Wenn du zusammenfließende Botschaften erfasst, die sich auf die Welt jenseits der Werbung beziehen und du das ansprichst, was in der breiten Gesellschaft geschieht, dann hast du einen großartigen Werbespot gefunden.
Ihr Team arbeitet eng mit der Gemeinschaft der Sammler zusammen. Warum sind die Menschen so begeistert von Coca-Cola Fanartikeln?
Coca-Cola erzeugt Erinnerungen. Die Marke wird mit glücklichen Momenten verbunden. Wenn jemand zum Beispiel ein Coca-Cola Tablett aus den 40er-Jahren sieht, fühlt er sich in Zeiten versetzt, als er sich mit seiner Freundin an einem Getränkespender traf oder mit Freunden unterwegs war. Die Werbung von Coca-Cola ist auch unter dem Gesichtspunkt der Qualität verblüffend. Das Unternehmen arbeitet seit jeher mit den besten Künstlern und Lithografen zusammen um Poster, Auslagen, Kalender oder andere Artikel zu kreieren. Ich habe oft gesagt, die Coca-Cola Werbung gäbe ein ausreichendes Lehrmaterial ab, um eine Klasse in Geschichte der amerikanischen Gesellschaftsbräuche zu unterrichten, da sie ein Spiegel der jeweiligen Zeitepoche ist. Darin liegt der Reiz für die Menschen.
Ihr Team ist stets auf der Suche nach seltenen Coca-Cola Artikeln. Sind damit irgendwelche besonderen Geschichten verbunden?
Vor einigen Jahren rief mich ein Mann aus Louisville, Kentucky, an, um mir mitzuteilen, dass er im Besitz eines Originalgemäldes von Norman Rockwell sei, an dem wir vielleicht interessiert sein könnten. Er sagte, dieses sei in einem Coca-Cola Kalender der 30er-Jahre abgebildet gewesen. Ich bekomme solche Anrufe ständig – und in den meisten Fällen sind diese Stücke Drucke – daher war ich anfangs nicht übermäßig interessiert. Nachdem ich allerdings ein Foto gesehen hatte, das er mir zusandte, reiste ich nach Louisville. Da stellte sich heraus, dass das Gemälde zur Produktion des Kalenders in eine Druckerei in Louisville gebracht worden war, um die richtige Farbwiedergabe zu ermöglichen. Nach der Druckauflage verschwand das Gemälde in einem Hinterzimmer. Als der Inhaber der Druckerei in den Ruhestand ging, nahm er das Stück mit nach Hause und bewahrte es 20 oder 30 Jahre lang auf, bevor er sich an uns wandte. Am Ende kauften wir es ihm ab. Wir besitzen gegenwärtig drei von sechs Kunstwerken, die Rockwell für uns schuf, was heißt, dass die anderen drei noch irgendwo im Umlauf sind und an oberster Stelle unserer „Most Wanted“-Liste rangieren. So hoffen wir weiterhin auf einen Anruf wie den aus Louisville. Ehrlich gesagt: auf Sammlermärkte zu gehen und dabei zu wissen, dass man vielleicht etwas entdeckt, was man nie zuvor gesehen hat, das ist der schöne Teil der Jagd.
Was ist Ihre früheste Erinnerung an Coca-Cola?
Ich hatte als 12- oder 13-Jähriger einen Job als Zeitungsausträger. Jeden Freitag schaute ich bei meinem Eckladen vorbei, der eine dieser mit Eiswasser gefüllten metallenen Coca-Cola Kühlboxen hatte. Beim Hineingreifen wurde deine Hand auf der Stelle taub. Ich gönnte mir eine eisgekühlte Coca-Cola als Belohnung für eine Woche harte Arbeit. Außerdem machte ich jeden Samstagmorgen, nachdem ich im Zeitungsbüro meinen Wochenlohn abholte, einen Sprung zu Woolworth, um eine Coca-Cola aus dem Getränkespender mitzunehmen.
Andere Erinnerungen kamen hinzu, als ich älter war. Kurz nach meiner Ankunft in Atlanta beantragte ich eine Kreditkarte bei Rich’s. Der Angestellte fragte mich, wo ich arbeite, und als ich sagte bei Coca-Cola, gab er mir augenblicklich die Karte. Ich war platt über den Umstand, dass allein die Tatsache, dass ich für dieses Unternehmen arbeite, mich kreditwürdig machte. Ich erinnere mich daran, dass ich zu meiner Frau sagte „Das wäre in Philadelphia unmöglich!” Zum ersten Mal verspürte ich die wahre Macht der Marke Coca-Cola und den Einfluss dieses Unternehmens auf Atlanta.
Auf welche Ihrer Leistungen sind Sie besonders stolz?
Eine große Frage, die ich aber leicht beantworten kann. Die Mitwirkung beim Aufbau von zwei öffentlichen Einrichtungen, die die Geschichte unseres Unternehmens und Markenzeichens dokumentieren, war schlicht ergreifend. Wenn du zum Lebensunterhalt tust, was ich tue, ist die Chance, so etwas in deiner Karriere zu verwirklichen ein unglaubliches Glück. Ich hatte diese Chance zweimal. Und die Tatsache, dass jedes Jahr eine Million Menschen kommen, um das Werk zu sehen, bei dessen Schaffung du mitgewirkt hast, flößt Demut ein und ist eine Quelle großen Stolzes.
Außerhalb von Coke bin ich Mitglied der Society of American Archivists, eines Berufsverbands zur Beaufsichtigung der Archivare in allen Bereichen. Ich leite bei diesem Verband seit 25 Jahren Workshops über Unternehmensarchive. Diese Anerkennung bedeutet mir sehr viel.
Wie stellen Sie sich Ihr eigenes Vermächtnis vor?
Wenn die Menschen begreifen, dass wir mit den archivierten Inhalten der The Coca-Cola Company neue Wege schufen, um dynamisch und zeitgemäß zum Erfolg des Unternehmens beizutragen, dann bin ich glücklich.