Eike von Stuckenbrok führt im wahrsten Sinne des Wortes ein bewegtes Leben. Der Akrobat, dem die Lust auf Bewegung in die Wiege gelegt wurde, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass ein aktiver Lebensstil Spaß machen kann. Und dass sich die eigenen Grenzen Stück für Stück verschieben lassen – wenn man nur hartnäckig genug daran arbeitet.
Wenn Eike von Stuckenbrok mit Freunden in den Sommerurlaub fährt, faulenzen sie nicht am Strand. Sie schmeißen sich gegenseitig spektakulär in die Fluten oder springen von Brücken. Wenn der 24-Jährige besonders glücklich ist, gönnt er sich kein Glas Wein. Er springt einen Salto, mitten auf der Straße. „Bewegung hat überall Platz in meinem Leben. Auch im Alltag“, erklärt der junge Mann, der seinen Bewegungsdrang besonders im Beruf auslebt. Der Akrobat tourte schon durch den Nahen Osten und Australien und gehört schon seit Jahren zu einer jungen, kreativen Artistenszene in der Hauptstadt. Und das hat sich früh abgezeichnet.

Judo, Radfahren, Skaten und Parkour: Ruhig sitzen ist nichts für Eike

Aufgewachsen auf dem Land in Brandenburg ist Eike oft in der Natur, spielt und bewegt sich viel. Ruhig sitzen ist nicht sein Ding. Den 25-Kilometer-Weg zur Schule fährt er lieber mit dem Rad als mit dem vollen Bus. Als Jugendlicher probiert er sich in Judo, Kickboxen und vor allem Skaten. „Meine Eltern wussten: Ein normaler Job würde mich fertigmachen. Und sie waren es auch, die mir die Artistik-Schule vorgeschlagen haben“, erzählt Eike. Mit 14 Jahren steht bzw. tanzt der Bewegungsfanatiker auf eigenen Beinen, zieht ins Internat nach Berlin. Auf dem Stundenplan der Artistik-Schule: Mathe, Tanz, Deutsch und Theater. Ein Mix, bei dem Körper und Kopf gleichermaßen gefordert werden. Das gefällt Eike zwar, ist ihm aber nicht genug. Abends spielt er noch Theater, an Wochenenden praktiziert er die Kunst-Sportart Parkour – und bewegt sich laufend, kletternd oder rollend durch seine Umwelt.

300 Shows im Jahr – und täglich ein Entspannungsbad

Kurz vor der Abschluss-Prüfung schmeißt der geborene Bremer dann die Schule, weil er sich mit der Schulleitung streitet. Die Kontakte in die Artistik-Welt hat er da aber schon längst. Dadurch bekommt er viele Engagements, tanzt, hüpft und springt täglich über die Bühnen der Welt: „Wenn ich acht bis neun Shows die Woche habe, tun die Knochen morgens schon weh und es knackt überall. Dann leg' ich mich erstmal in die Wanne, um wieder klar zu kommen.“ Eike weiß: Ewig kann er diesen Job sicher nicht machen, irgendwann streikt der Körper. „Ich stehe seit sieben Jahren auf der Bühne und mache im Jahr rund 300 Shows. Irgendwann muss ich das sicher runterfahren oder etwas anderes machen. Dann produziere ich die Shows vielleicht oder führe Regie.“

Eike will nicht nur seinen Körper sprechen lassen

Den einhändigen Handstand oder Doppelsalto kann Eike mittlerweile aus dem Effeff. Auch das Tanzen kommt in seinen Shows nicht zu kurz. Das sei für ihn „so etwas wie eine Sprache und ein Gefühl“, sagt Eike. „Ich kann mich dabei auch entspannen, wenn ich zum Beispiel in einem Club fünf, sechs Stunden lang einfach nur tanze.“ Aber nicht nur seinen durchtrainierten Körper will Eike, der auch gerne mal einen Burger isst, ständig neu fordern – auch seinen Geist. Darum will er demnächst sein Spektrum erweitern: „Sprache ist eine Kommunikationsform, die mir noch etwas zu kurz kommt in meinen Shows. Ich stehe auf non-verbale Kommunikation mit dem Körper, aber Theater reizt mich momentan auch sehr. Es ist eine Herausforderung, die ich jetzt gerne angehen würde, mehr mit dem Kopf zu arbeiten.“

Ein Zappel-Philipp mit einem stillen Hobby

Neue Projekte und Ideen hat Eike von Stuckenbrok ständig im Kopf, langweilig dürfte ihm da so schnell nicht werden. Und wenn der 24-Jährige doch mal nichts vorhaben sollte, geht er einem Hobby nach, das auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint: er zeichnet. Ganz in Ruhe, ganz ohne Bewegung. Auch ein „Bewegungsfetischist“ muss halt mal entspannen...
Mehr Infos über Eike von Stuckenbrok gibt es auf seiner Facebook-Seite und auf seinem YouTube-Kanal.
In unserer Rubrik "7 Fragen zur Lebensfreude" hat Eike uns erzählt, was Glück für ihn bedeutet und wann er auch mal auf der Bühne lacht.


Und jetzt seid ihr dran!

Die meisten von uns haben ihren letzten Handstand wohl zu Schulzeiten gemacht. Aber warum nicht einfach mal die Füße in die Luft werfen, wenn wir gut drauf sind? Zuhause, im Park oder im Garten. Man muss sich nur trauen... Hier ein paar Tipps für den Handstand zwischendurch:
  1. Handgelenke lockern: ein paar Lockerungsübungen vor dem Handstand entspannen die Gelenke
  2. Probe an einer Tür oder an einem Baum: vor dem freien Handstand sollte zur Sicherheit an einer „Wand“ geübt werden, am besten mit einem Helfer
  3. Schwung holen: mit dem Schwungbein (nicht zu viel) Schwung holen und in den Handstand übergehen, die richtige Schwungdosierung üben
  4. Körperspannung: Arme und Beine durchstrecken, Hohlkreuz vermeiden, der Körper bildet eine gerade Linie
  5. Ausgangsposition: die Beine langsam wieder zum Boden führen, später bei freiem Handstand ist auch das Abrollen möglich: Arme beugen, Beine anhocken, Kinn auf die Brust legen, sanft nach vorne abrollen - und aufstehen