Eine Rutsche erklimmt man in der Regel über eine Leiter. Warum nicht über ein Kletternetz? Oder einen kleinen Baum? Solche Gedanken macht sich Dirk Schelhorn, Landschaftsarchitekt und renommierter Spielplatz-Experte. Wie kann man Spielplätze so gestalten, dass Kinder sich nicht verletzen und gleichzeitig aufregende Erfahrungen sammeln können? Schelhorn berät mit seinen außergewöhnlichen und kindgerechten Ideen die Fanta Spielplatz-Initiative, die in diesen Wochen zum zweiten Mal startet.

Mehr Raum für kreatives und sicheres Spiel: 20 Spielplätze in 2012 saniert

Im vergangenen Jahr hat Fanta zusammen mit dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) und dem TÜV Rheinland, der erhebliche Mängel auf deutschen Spielplätzen festgestellt hat, die Fanta Spielplatz-Initiative ins Leben gerufen. Bereits 2012 unterstützte die Initiative die Sanierung von 20 Spielplätzen in ganz Deutschland. Ein Modellspielplatz in Bochum zeigte außerdem, wie ein Spielplatz Kinder zum kreativen Spiel anregen kann – selbst in Zeiten nicht so prall gefüllter Kassen. Auch wenn hier Rutschen und Schaukeln nicht fehlen: Ebenso wichtig für Kinder sind ganz natürliche Elemente wie Wasser zum Matschen, Steine zum Bauen und Hügel zum Herunterkullern.

Online-Abstimmung für Spielplätze bundesweit gestartet

Auch in diesem Jahr konnten sich Kommunen und Träger von Spielplätzen um finanzielle Förderung bewerben. Per Online-Abstimmung ermitteln die Initiatoren jetzt insgesamt 100 Gewinner. Die ersten 20 bekommen eine Unterstützung von jeweils 5.000 Euro. Spielplätze auf den Rängen 21 bis 100 erhalten je 1.000 Euro zur Sanierung oder ein Spielplatzmodul im gleichen Wert. Wer dem Spielplatz in seiner Nähe seine Stimme geben will, kann das im Voting-Tool unterhalb dieses Artikels tun.

Expertenwissen sichert Qualität

Für die inhaltliche Grundlage bei der Sanierung der Spielplätze sorgt neben dem TÜV Rheinland und dem Deutschen Kinderhilfswerk der Input einer Vielzahl von Experten. Neben dem inzwischen bundesweit bekannten Landschaftsarchitekten Dirk Schelhorn ist das unter anderem Professor Dr. Klaus Fischer. Er forscht an der Universität Köln im Bereich Bewegungserziehung: „Über Bewegungsaktivitäten lernen Kinder intuitiv Dinge kennen und verstehen, die dann in der Schule mit anderen Gesetzen und anderen Begriffen belegt werden.“ Deshalb ist es wichtig, dass Kinder nicht nur die Wahl zwischen Schaukel und Rutsche haben. Spielplätze sollten möglichst vielfältig gestaltet sein und alle Sinne des Kindes ansprechen.

Spielparadies in Bochum errichtet

Der Modellspielplatz der Fanta Spielplatz-Initiative in Bochum erfüllt diese Anforderungen: Eine 2000 m² große Fläche zum kreativen Spiel, zum Austoben und Experimentieren. Eine einfache Wasserzapfstelle ist Hauptanziehungspunkt für die Kleinen. Neben den neu gestalteten Klassikern Rutsche und Schaukel finden die Kinder versteckt in einem kleinen Wald einen Balancierpfad aus statischen und beweglichen Holzbalken mit verschiedenen unruhigen Oberflächen und Neigungen. Außerdem ist das Areal durch Sträucher, Weidentunnel oder Hügel in verschiedene Räume gegliedert, was für Rückzugsmöglichkeiten und Geborgenheit sorgt.

Die besten Spielplätze bauen Querdenker – und Kinder

Die Methode, mit der Landschaftsarchitekt Dirk Schelhorn seine Spielplätze baut, hat noch eine Besonderheit, die seltsamerweise keine Selbstverständlichkeit ist: Er lässt Kinder ihren Spielplatz mitgestalten. Hierbei ist es außerdem wichtig, dass alle Altersgruppen auf ihre Kosten kommen. Gute Spielplätze erfordern in vielerlei Hinsicht ein Umdenken.

Wer mehr über die Bedeutung von freiem Spiel für Kinder wissen möchte und Anregungen für kreatives und sicheres Spielen sucht, kann im Manifest der Fanta Spielplatz-Initiative nachlesen.