rfen wir vorstellen? Unsere Mama-Managerinnen! Heute: Ulrike Henkes.

DIE BUNTE GLASTÜR fällt mit einem Klicken ins Schloss und dann ist es still. Ruhige Orte sind schwer zu finden in der Zentrale von Coca-Cola in Berlin. Hell und weitläufig zieht sich das Band von Schreibtischen einmal im Kreis durch das ganze Gebäude, Etage für Etage. Aber hier in dem kleinen Besprechungszimmer bekommt man nicht mehr viel mit von da draußen. Ab und an ein Schatten im Vorbeigehen, sonst Stille. Meetingräume. Ulrike Henkes hat Stunden über Stunden in ihnen verbracht. Die Marketingmanagerin kommt aus der Werbung und wenn am Ende eine Kampagne so leicht daherkommt wie ein Traum, dann war es vorher harte Arbeit und die Suche nach Perfektion. Heute ist vieles anders. Heute ist das nur eine Seite in ihrem Leben. Ulrike Henkes hat eine lila Trinkflasche zum Interview mitgebracht, „Matilda“ steht darauf. 

In der Ruhe liegt die Kraft

Ulrike Henkes ist spät Mutter geworden. Die Entscheidung hat sie bewusst so getroffen. „Ich habe viel erlebt und viel erreicht im Leben, dass gibt mir heute eine besondere Art der Ruhe.“ Sie strahlt diese Ruhe aus, schlank und hoch gewachsen sitzt sie am Tisch, die Augen abwartend und wach. Als Matilda kam, hat sich vieles geändert, aber es hat ihr Leben nicht auf den Kopf gestellt.

Die Elternzeit war eine tolle Zeit, erzählt sie, der Wiedereinstieg mit einer 30-Stunden-Woche passte perfekt. Sie sei heute anders aufgestellt als früher. Ruhiger und mit viel mehr Geduld im Beruf. „Katastrophen passieren zwar grundsätzlich nach 16 Uhr“, die 46- Jährige lacht, „aber es muss schon viel passieren, bevor ich einen Anruf bekomme und reagieren muss.“ Wirklich unaufschiebbar seien nur die wenigsten Dinge und am Nachmittag steht die Familie im Mittelpunkt.

Bei Coca-Cola gibt es ein Familienzimmer

Moms @ Work @ Coke – Kinder und Karriere – Coca-Cola Journey
KREATIV ja, Chaos nein: Ulrike Henkes

Wir verlassen den Meetingraum. Zweimal rechts abbiegen und dann links. Der Schreibtisch von Ulrike Henkes steht im offenen Raum am Fenster, Matilda schaut neugierig, abwartend von einem Strandfoto an der Wand, eine Kollegin sitzt gleich gegenüber. Zettel, Plakate, Notizen – ein System lässt sich nicht gleich erkennen, aber es gibt eins. Kreativ ja, Chaos nein.

Das Wort Familien-Managerin für die Rolle als Mutter mag Ulrike Henkes nicht. Dazu ist beides zu wichtig, ihr Beruf und ihre Rolle als Mutter. Aber manchmal geht es eben nicht anders und dann kommt sie als Mutter zum Job und zwar mit Matilda. „Wenn alle Stricke reißen und ich zum Beispiel keine Nanny finde, nehme ich Matilda an schulfreien Tagen mit ins Büro. Es kommt vor, dass noch ein weiteres Kind hier ist und dann sausen die beiden durch die Gänge und haben Spaß oder spielen im Familienzimmer der Company. Die Kollegen stört’s nicht.“ Überhaupt findet Matilda den Beruf ihrer Mutter ziemlich spannend. „Sie hat früh erkannt, dass im Ton- oder Fotostudio Snacks und Süßigkeiten rumstehen, da ist sie dann gerne mit dabei.“

Spaß mit James Franco

Gerade hat Matilda ihr erstes Schulzeugnis bekommen. „Da merkt man erst wie die Zeit vergeht. Eben noch der Kindergarten und jetzt schon in der Schule.“ Ulrike Henkes Augen strahlen, da ist kein Bedauern zu sehen sondern Freude, all diese Momente mitzuerleben. Im Beruf sind es Erfolge, die Ulrike Henkes stolz machen. Wenn nach langer Vorarbeit eine Kampagne zündet, wenn sie draußen gut ankommt.

Moms @ Work @ Coke – alle Folgen

Das Fotoshooting mit James Franco hat sie organisiert, sie hat ihn getroffen und jawohl, es war toll! Ulrike Henkes lächelt, wenn sie davon erzählt. „Aber der erste Anruf eines kleinen Jungen, der Matilda sprechen wollte, um sich mit ihr zu treffen, das ist unbezahlbar.“ Und jetzt lacht sie herzlich und imitiert die Ernsthaftigkeit des Sechsjährigen am Telefon.

Braucht es Perfektion zum Glück?

„Muss es denn immer perfekt sein?“ Ulrike Henkes neigt den Kopf zur Seite. Sie hat sich die Frage längst beantwortet, aber das Thema treibt sie dennoch um. Sie wirkt jetzt nachdenklich und wiegt die Trinkflasche ihrer Tochter in den Händen.

Mütter müssen funktionieren, allein das erzeugt Druck. Aber der Druck durch die Erwartungshaltung im Umfeld, in der Gesellschaft, ist manchmal fast noch größer. Dabei gehören Kompromisse zum Leben und diese sind nicht per se faul. „Wenn keine Zeit bleibt, Matilda einen selbst gebackenen Kuchen mit in die Schule zu geben, dann kaufe ich einen. Das ist vielleicht nicht perfekt, aber was ist denn schon perfekt?“

Perfektion ist ein großes Wort - dabei geht es doch um eine glückliche Kindheit. Und die macht es am Ende perfekt.

Steckbrief
Name: Ulrike Henkes
Alter: 46
Kinder: Matilda
Beruf:  Content Marketing Manager Western Europe
Berufung: Reisende zwischen zwei Welten