Wie so oft fängt alles mit einem Zufall an. Auch die Entdeckung des ersten dokumentierten Süßungsmittels im Jahr 1879 durch den deutschen Chemiker Fahlberg. Seitdem sind Saccharin & Co. nicht mehr wegzudenken aus vielen Produkten – vom Light-Getränk bis zum Kaugummi. 

Gleich, ob sie synthetisch hergestellt oder als natürliche Verbindungen vorkommen, Süßungsmittel, meist Süßstoffe genannt, zählen zu den so genannten Lebensmittelzusatzstoffen. Sie können vielfältig eingesetzt werden und haben einen netten Nebeneffekt: Sie enthalten praktisch keine Kalorien und sind gerade für Diabetiker gut geeignet. Welche Süßstoffe wir zum Süßen verwenden können, wird innerhalb der EU durch das Lebensmittelrecht geregelt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat elf Süßungsmittel zugelassen. 

 

1. Acesulfam-K        

Acesulfam K wurde 1962 entdeckt und 1983 durch die EU zugelassen. Es ist 200-mal süßer als Zucker, wird vom Körper nicht verwertet und hat keine Kalorien! Der synthetische, hitzebeständige Süßstoff schmeckt natürlichem Zucker sehr ähnlich, mit einem leicht bitteren Nachgeschmack.

Verwendung: z. B. in Getränken und Zahnpasten

 

2. Advantam

Advantam ist seit Juni 2014  in der EU für die Herstellung von Lebensmitteln zugelassen. Wegen seiner hohen Süßkraft reichen bereits winzigste Mengen, um einem Lebensmittel süßen Geschmack zu verleihen. Zudem verstärkt es Aromen und Molkereiprodukte und kann bitteren Geschmack reduzieren.

Verwendung: z. B. in Kaugummi; hier sorgt Advantam für dessen lang anhaltenden süßen Geschmack 

 

3. Aspartam

Aspartam wurde 1966 entdeckt und 1979 durch die EU zugelassen. Er ist einer der am gründlichsten getesteten Lebensmittelzusatzstoffe überhaupt. Als kalorienarmer Süßstoff, der etwa 200-mal süßer als Zucker ist, kann er z. B. den Energiegehalt von Erfrischungsgetränken auf nur eine Kalorie pro Glas reduzieren. Er ist somit gut für Diabetiker geeignet. 

Verwendung: in vielen Light-Produkten

           

4. Aspartam-Acesulfam-Salz

Aspartam-Acesulfam wurde 1995 entwickelt und 2004 durch die EU zugelassen. Es ist ein Salz aus den Süßstoffen Aspartam und Acesulfam und 350-mal süßer als Zucker. Aspartam-Acesulfam ist sehr gut wasserlöslich und hat einen zuckerähnlichen Geschmack.

Verwendung: in vielen Light-Getränken, Knabbereien und Fischkonserven  

 


5. Cyclamat

1937 entdeckten zwei US-Wissenschaftler Cyclamat – eher zufällig, denn die Forscher der Universität Illinois waren eigentlich auf der Suche nach einem fiebersenkenden Mittel. 1950 kam der Süßstoff in den USA auf den Markt, in Europa wurde er 1994 zugelassen.

Im Vergleich zu Zucker hat Cyclamat zwar von den in der EU zugelassenen Süßstoffen die geringste Süßintensität, aber dafür einen ausgezeichneten Geschmack.

Verwendung: z.B.  in Gebäck und Desserts 

           

6. Saccharin

Die Legende besagt, dass der deutsche Chemiker Constantin Fahlberg den Stoff 1879 zufällig entdeckte, während er mit etwas ganz anderem experimentierte. Als er nach einem Versuch ein süßes Aroma an seinen Händen roch, war dies die Geburtsstunde des ersten künstlichen Süßstoffs: Saccharin. Heute ist Saccharin einer der gängigsten Süßstoffe und schmeckt etwa 550-mal süßer als herkömmlicher Zucker.

Verwendung: in vielen Diät-Produkten, Lebensmitteln sowie in pharmazeutischen Produkten

 

7. Steviolglycoside „Stevia-Extrakt“

Stevia-Extrakt ist ein natürliches Süßungsmittel, das aus der Stevia-Pflanze gewonnen wird. Es stammt ursprünglich aus Südamerika. Die dort ansässigen Guarani-Indianer nutzen das Kraut schon seit Jahrhunderten, um ihre Speisen zu süßen. In der EU sind seit November 2011  die süßen Inhaltsstoffe des Stevia-Blattes, die sogenannten Steviolglycoside, als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Die Süßkraft der Steviolglycoside ist ca. 200- bis 300-fach höher als die von Zucker.

Verwendung: als Tabs, Streusüße oder Granulat bestens geeignet zum Backen, Kochen oder zum Süßen von Getränken

 

8. Sucralose

Sucralose ist ein sehr intensiver Süßstoff, der aus Zucker hergestellt wird. Entdeckt 1980, wurde er 2006 durch die EU zugelassen. Sucralose ist etwa 600-mal süßer als Zuckerund kalorienfrei. Verwendung: z.B. als Tabs oder Streusüße für zuhause