Führungskräfte aus der ganzen Welt lehnen Reiseeinschränkungen als diskriminierend und geschäftsschädigend ab

Berlin, 28. November 2012. Anlässlich des diesjährigen Welt-AIDS-Tags fordern Vorstände und Geschäftsführer der größten Konzerne der Welt, die Reisebeschränkungen für HIV-positive Menschen abzuschaffen. In einem beispiellosen Appell haben mehr als 40 Geschäftsleitungen (CEOs) ein Dokument unterzeichnet, das die Abschaffung von Gesetzen und Maßnahmen in 45 Ländern fordert, die noch immer Menschen ausweisen oder ihnen die Einreise verweigern, weil sie mit HIV infiziert sind.

Die CEOs vertreten fast zwei Millionen Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Branchen wie Lebensmittelhersteller, Bankwesen, Bergbau, Tourismus und Technik. Dazu gehören neben Coca-Cola Unternehmen wie Johnson & Johnson, Pfizer, Heineken, Merck, die National Basketball Association, Kenya Airways und Thomson Reuters. „Reisebeschränkungen aufgrund von HIV sind diskriminierend und vor allem geschäftsschädigend“, so Chip Bergh, Präsident und CEO bei Levi Strauss & Co. „Deshalb haben sich Führungskräfte aus der ganzen Welt zusammengetan, um diese Einschränkungen endgültig abzuschaffen.“

Ins Leben gerufen wurde die Initiative durch einen Zusammenschluss von Unternehmen zur Bewältigung globaler Gesundheitsprobleme: dem Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) (Gemeinsames Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS), Levi Strauss & Co. und GBCHealth. „Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für Menschen mit HIV sind diskriminierend und verstoßen gegen die Menschenrechte“, so Michel Sidibé, Executive Director von UNAIDS. „Jeder Mensch sollte das Recht auf eine freie Wahl seines Aufenthaltsorts haben. Deshalb appelliere ich an alle Länder, solche Einschränkungen aufgrund von HIV-Infektionen abzuschaffen.“

Die CEOs bekämpfen die HIV-Reisebeschränkungen weil sie diskriminierend sind. Vor allem aber muss es Unternehmen in der heutigen, globalisierten Geschäftswelt möglich sein, ihre Mitarbeiter ins Ausland schicken zu können – gleich, ob sie von HIV betroffen sind, oder nicht.

„Es ist an der Zeit, HIV-Reisebeschränkungen endgültig aus der Welt zu schaffen“, so Kenneth Cole, CEO von Kenneth Cole Productions. „Wenn wir gemeinsam unseren Einfluss geltend machen, glaube ich daran, dass wir diese diskriminierenden Praktiken abschaffen können.“

In den USA wurde die HIV-Reisebeschränkung 2010 aufgehoben. Auch andere Länder wie Armenien, China, Fidschi, Moldawien, Namibia und die Ukraine haben kürzlich entsprechende Einschränkungen abgeschafft. 45 Länder verweigern Menschen mit HIV jedoch nach wie vor die Einreise, den befristeten oder permanenten Aufenthalt sowie die Vergabe von Arbeitsvisa. Zu diesen Ländern gehören auch wichtige Drehscheiben der internationalen Geschäftswelt.

„Reisebeschränkungen gegen HIV-positive Personen sind unnötig und schränken sowohl Einzelne als auch Unternehmen darin ein, mit einer wirklich internationalen Belegschaft zu arbeiten“, erklärt Mark Bertolini, Chairman, CEO und Präsident von Aetna.

Der Großteil der HIV-Reisebeschränkungen wurde von den damaligen Regierungen in den 1980er Jahren erlassen. Einer Zeit, in der die Übertragungswege von HIV noch wenig erforscht waren und es keine Behandlung gab. Seitdem hat die Forschung jedoch große Fortschritte gemacht und es wurde darüber aufgeklärt, wie man HIV verhindern, kontrollieren und behandeln lassen kann. Die bestehenden Reisebeschränkungen variieren je nach Land. So wird etwa Menschen mit HIV die Einreise von vornherein verweigert oder Ausländer werden ausgewiesen, wenn ihre HIV-Infektion bekannt wird. Es kommt auch zur Verweigerung von Arbeitsvisa, dem Verbot von Kurzzeitaufenthalten für Geschäftsreisen oder Konferenzen. Auch langfristige Aufenthalte zu beruflichen Zwecken oder für Auslandsstudien sind untersagt.

Dem Appell des Welt-AIDS-Tags zur Abschaffung HIV-bedingter Reisebeschrän-kungen geht die Veröffentlichung eines Entwurfs von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton voraus. Dieser Entwurf beschreibt die Zielsetzung der USA, das Ende der AIDS-Epidemie einzuleiten. An diesem Donnerstag, den 29. November 2012 wird der Managing Director und Co-Präsident von GBCHealth, Michael Schreiber im New Yorker UN-Hauptsitz um 13:15 Uhr Ortszeit an einer Diskussionsrunde zur HIV-bedingten Stigmatisierung und Diskriminierung teilnehmen. Zudem wird er zuvor um 12:30 Uhr bei einer Pressekonferenz im UN-Pressezentrum gegen HIV-Reisbeschränkungen sprechen. Die CEO-Initiative nahm ihren Anfang bei der Welt-AIDS-Konferenz 2012 in Washington D.C. „Von einer Aufhebung der HIV-Reisebeschränkungen profitieren alle Seiten“, so Schreiber. „Sowohl aus menschlicher als auch aus geschäftlicher Sicht ist es das einzig Richtige.“

Unterzeichnende CEOs

Aigboje Aig-Imoukhuede, Group Managing Director/CEO, Access Bank Plc; Mark Bertolini, Chairman, CEO und Präsident, Aetna; Cynthia Carroll, Chief Executive, Anglo American plc; Vincent A. Forlenza, Chairman of the Board, CEO und Präsident, BD; Debra Lee, Chairman und CEO, BET Networks; Andy Burness, Präsident, Burness Communications; Lamberto Andreotti, CEO, Bristol-Myers Squibb Company; Muhtar Kent, Chairman of the Board und CEO, The Coca-Cola Company; Richard Edelman, Präsident und CEO, Edelman; Mark R. Kramer, Gründer und Managing Director, FSG; Glenn K. Murphy, Chairman und CEO, Gap Inc.; Jonathan D. Klein, CEO und Co-Gründer, Getty Images; Dr. John C. Martin, Chairman und CEO, Gilead Sciences, Inc.; Karl-Johan Persson, CEO, H&M Hennes & Mauritz AB; Dr. Chris Kirubi, Chairman, Haco Tiger Brands; Jean-Francois van Boxmeer, Chairman of the Executive Board/CEO, HEINEKEN NV; Victor Y. Yuan, Chairman, Horizon Research and Consultancy Group; Bong Yong Dam, CEO, Hub One International Company Ltd; Jena Gardner, Präsident und CEO, JG Black Book of Travel; Alex Gorsky, Chief Executive Officer, Johnson & Johnson; Kenneth Cole, CEO, Kenneth Cole Productions; Dr .Titus Naikuni, MD und CEO, Kenya Airways Ltd; Chip Bergh, Präsident und CEO, Levi Strauss & Co.; Kaushik Shah, CEO/Director, Mabati Rolling Mills Ltd; Kenneth C. Frazier, Chairman und CEO, Merck; Heather Bresch, CEO, Mylan; David J. Stern, Commissioner, National Basketball Association (NBA); Blake Nordstrom, Präsident, Nordstrom, Inc.; Ji Yong, General Manager, Northeast Pharmaceutical Group Co., Ltd; Douglas A. Michels, Präsident und CEO, OraSure Technologies, Inc.; Ian C. Read, Chairman und CEO, Pfizer Inc.; Tzameret Fuerst, CEO, Prepex; Bob Collymore, CEO, Safaricom; Hiromasa Yonekura, Chairman, Sumitomo Chemical; Liam E. McGee, Chairman, Präsident und CEO, The Hartford; James C. Smith, CEO, Thomson Reuters; Mikkel Vestergaard Frandsen, CEO, Vestergaard Frandsen; Philippe Dauman, Präsident und CEO, Viacom; Richard Branson, Gründer, Virgin Unite; Melissa Waggener Zorkin, CEO, Präsident und Gründerin, Waggener Edstrom Worldwide; Andy Payne, CEO, Wilderness Holdings Ltd; David Sable, CEO, Y&R; William H. Roedy, AIDS-Aktivist und ehemaliger Chairman, MTVN International.

Über GBCHealth

GBCHealth vertritt über 200 Unternehmen des privaten Sektors, die sich im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit für eine weltweite Verbesserung der Gesundheit einsetzen. Die Mitglieder von GBCHealth setzen ihre globalen gesundheitsbezogenen Ziele um, indem sie beispielsweise umfassende Arbeitsplatzstrategien entwickeln; öffentliche Programme unterstützen; ihre Kernkompetenzen nutzen; Engagement und Führung durch wirtschaftliche Größen unterstützen und öffentlich-private Partnerschaften vermitteln. GBCHealth verwaltet außerdem die private Delegation des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, die als Anlaufpunkt für die Zusammenarbeit mit Konzernen und Engagement für den Fonds und seine Begünstigten auf der ganzen Welt fungiert. GBCHealth unterhält Niederlassungen in New York, Johannesburg, Peking, Nairobi und Moskau. Weitere Informationen zu GBCHealth finden Sie unter www.gbchealth.org.

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Über UNAIDS

Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS) geht der Welt mit gutem Beispiel im Kampf für das gemeinsame Ziel von null HIV-Neuinfektionen, einem Ende der Diskriminierung und null AIDS-bedingten Todesfällen voran. UNAIDS bündelt die Anstrengungen von 11 UN-Organisationen – UNHCR, UNICEF, WFP, UNDP, UNFPA, UNODC, UN Women, ILO, UNESCO, WHO und der Weltbank – und arbeitet eng mit globalen und nationalen Partnern zusammen, um möglichst große Unterstützung für den Kampf gegen AIDS zu gewinnen. Mehr Informationen erhalten Sie unter unaids.org. Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter.

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