Madlen Baetzgen
Senior Brand Manager Coca-Cola light & Coca-Cola Zero, Coca-Cola GmbH

„Kein Moment mit Langeweile“

Angefangen hat Madlen Baetzgen als Praktikantin, heute entscheidet sie mit über das Schicksal der Marken Coca-Cola light und Coca-Cola Zero. Privat ist sie Coke light Fan. Die Geschichte eines Aufstiegs.

„Ich bin Senior Brand Manager Coke light und Coke Zero. Mit einem Team von zwei Leuten bin ich für das Marketing der Marken Coke light und Coke Zero zuständig. Das ist ein sehr abwechslungsreicher Job, nicht nur wegen der beiden unterschiedlichen Marken, sondern weil wir uns mit sehr verschiedenen Themen beschäftigen. Mit Coke light machen wir zum Beispiel viel im Bereich Fashion, mit Coke Zero zum Thema Fußball. Es ist nicht immer leicht zu erklären, was ich mache. Grundsätzlich kümmern wir uns darum, dass die Marken immer beliebter werden. Das ist sehr facettenreich. Neulich fragte mein Vater mich, „Wenn du Montag ins Büro gehst, was machst du da eigentlich?“ Ich habe gesagt, ganz ehrlich, oft weiß ich das noch nicht genau, weil wir in einem sehr schnellebigen Geschäft sind – es ist „fast moving“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Light oder Zero – eine Geschmacksfrage

Light und Zero sind nicht nur Produkte für figurbewusste Cola-Trinker. Als in den 80ern der Körperkult aufkam, war Coke light das Getränk der Stunde. Alles in allem ist es aber eher Lifestylegetränk als Diätprodukt. Das spiegelt sich auch in den Kampagnen wider, die das Lebensgefühl der jeweiligen Generation aufgreifen. In den 90ern zeigen wir die emanzipierte Frau, die dem Mann hinterher pfeift, heute zeigt der Spot „I don’t care, I love it“ Frauen, die ganz selbstverständlich das machen was sie wollen. 

Oft werde ich nach den Unterschieden zwischen light und Zero gefragt. Tatsächlich sind es unterschiedliche Produkte. Coke light schmeckt weniger süß, es ist die „erwachsene“ Cola. Richtige light-Trinker würden nie eine andere Cola trinken. Zero liegt geschmacklich näher an Coke regular. Es positioniert sich auch anders als light und die Kommunikation ist männlicher ausgerichtet. Da wird meistens ein Durchschnittstyp zum Helden. Es geht darum, das Unmögliche möglich zu machen und keine Kompromisse einzugehen. Wie bei Coke Zero, das schmeckt toll und enthält keinen Zucker.

Am Anfang der Karriere stand der Spaß

Mein Weg zu Coca-Cola war geprägt von Zufällen. Ich habe Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste studiert und wollte eigentlich in die strategische Planung einer Agentur. Gegen Ende meines Studiums fand ich Marketing spannender. Dort hat man eine ganzheitlichere Verantwortung und kann mehr bewegen. Deshalb wollte ich noch schnell ein Praktikum im Marketing machen. Ich machte mir eine Liste von tollen Marken mit Glamourfaktor. Coca-Cola stand ganz oben. Ich habe mich um ein Praktikum beworben und es bekommen. Das war 2004. Da war ich 25 Jahre alt, heute bin ich 34. 

Zum Ende meines Praktikums wurde eine Position als Junior Promotion Manager frei. Das war für mich der ideale Einstieg weil ich genau wusste, worauf ich mich einlasse. Ich bin durch ein ganz normales Bewerbungsverfahren gegangen. Als mich die Personalchefin fragte, warum sie mich einstellen solle, sagte ich „weil mir die Arbeit hier so viel Spaß macht“. Sie war etwas verwundert, weil sie eher ein Stärken-Profil von mir erwartet hatte. Inzwischen bin ich acht Jahre hier, das ist im Marketing wahnsinnig lang. In den Jahren gab es keinen Moment, in dem es mir langweilig geworden wäre. Es gab sicher auch schwierige Phasen und komplizierte Prozesse, aber keine Zeit, in der ich den Spaß verloren hätte oder wo sich das Gefühl eingeschlichen hätte, dass ich nicht weiterkomme.

Trucks am Brandenburger Tor

Ich bin zuerst ins Promotion-Team eingestiegen. Das war zu der Zeit, als die Programme für die WM 2006 in Deutschland geplant wurden. Es war eine spannende Zeit, weil diese besondere Stimmung herrschte. Als nächstes durfte ich das Weihnachtsprogramm planen. Ich war die erste, die es nach vielen Jahren wieder geschafft hat, die Weihnachts-Trucks ans Brandenburger Tor zu bringen. Alle hielten mich für etwas wahnsinnig. Tatsächlich war es organisatorisch ein Horror. Aber am Ende gab es ein Riesenevent mit 500.000 Leuten am Brandenburger Tor. Ich stand an der Bühne und dachte, das hast du veranstaltet, das ist wahnsinnig toll.

Als nächstes habe ich zu meinem Chef gesagt, dass ich gerne ins Brandmanagement wechseln würde. Das wurde dann auch recht schnell möglich gemacht. Was ich toll finde bei Coke: Man achtet darauf, dass wir uns weiterentwickeln können. Zuerst wurde ich Junior Brand Manager für Coke light, dann Brand Manager. Zwei Jahre später wurde die Stelle meiner Chefin frei. Ich habe mich beworben und wurde Senior Brand Managerin.

Mach mal Pause

Meine erste intensive Erinnerung an Coca-Cola reicht zurück in die Zeit nach dem Abi. Ich habe für ein soziales Projekt einige Zeit in einem Obdachlosenheim in Irland gearbeitet. Dort hatte ich eine Kollegin aus Texas. Für mich war sie der Inbegriff der Amerikanerin, sehr stolz darauf, dass Texas den höchsten Coca-Cola Konsum nach Mexiko habe. Sie hat förmlich inhaliert, wofür die Marke steht. Wenn unser Job richtig hart wurde, hat sie die Türe abgeschlossen und sich eine eiskalte Coke aufgemacht. So habe ich gelernt, Pausen als Moment zu genießen, in dem alles egal ist, außer einem tollen, erfrischenden Getränk.

Von Außen dachte ich, Coca-Cola sei ein sehr großer, anonymer Konzern. Tatsächlich ist es sehr familiär und unheimlich zwischenmenschlich getrieben. Wir arbeiten eng zusammen, kennen uns schnell privat, alle duzen sich. Ich war neulich zwei Wochen krank, da haben mir die Leute gefehlt. Es ist enorm emotional. Ich glaube nicht, dass hier jemand glücklich werden kann, der nur seinen Job machen will und mit dem ganzen Drumherum nichts anfangen kann. Auch wenn man mit schnellen Veränderungen nicht umgehen kann, ist das nichts. Coca-Cola ist ein sich schnell wandelndes Unternehmen, Dinge die wir gestern gemacht haben, können morgen obsolet sein. Zwar wirkt die Markenführung sehr kontinuierlich, aber die Details verändern sich ständig. Ideal ist Coca-Cola für Menschen mit einem Kopf voller Ideen und der Energie diese Ideen umzusetzen.“

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