Seit 2012 ist Nadine Ziese (31) Personaldirektorin der Coca-Cola GmbH. Hier spricht sie über ihren Karriereweg und gibt Tipps für den Berufsstart.

Sie sind erst Anfang 30 und schon in einer Führungsposition. Welche Stationen haben Sie auf dem Weg dorthin durchlaufen?

Angefangen habe ich mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG. Das war im Jahr 2000. Bereits im Rahmen der Ausbildung schlug mein Herz für Personalthemen, deshalb freute es mich, dass ich nach Abschluss der Ausbildung fest in den Personalbereich wechseln konnte. Dort hatte ich schon bald verschiedenste Stationen durchlaufen, von der Gehaltsabrechnung über die klassische Personalbetreuung. Parallel habe ich BWL studiert und kam 2005 mit dem Diplom in der Tasche zur Coca-Cola GmbH. Dort habe ich wieder die verschiedensten Themen betreut - von Expatriate Management, über Compensation & Benefits, Recruiting-Prozesse bis hin zu internationalen Projekten. 2010 wurde die Personalfunktion innerhalb der The Coca-Cola Company zentralisiert.  Mir bot sich in diesem Rahmen die Möglichkeit, Bestandteil des neu gegründeten Bereiches Employee Relations zu sein und entsprechende Prozesse in Deutschland und Nordwesteuropa zu implementieren. 2012 wurde ich Personaldirektorin für die Coca-Cola GmbH.

Das klingt nach einem sportlichen Programm - was hat Sie auf Ihrem Karriereweg motiviert? 

Mein größter innerer Antrieb ist, die mir übertragenen Themenfelder zum bestmöglichen Ergebnis zu bringen und einen wichtigen Beitrag zum allgemeinen Erfolg zu leisten. Das in Kombination mit der Möglichkeit, meine berufliche Entwicklung bei Coca-Cola vorantreiben zu können, ist der Motivationsschub schlechthin. Coca-Cola hat für mich nach wie vor eine besondere Faszination und eine Strahlkraft.

Die Coca-Cola GmbH setzt bei der Entwicklung ihrer MitarbeiterInnen unter anderem auf Mentoring. Warum sind Mentoren wichtig?

Die Weitergabe von Erfahrungen - Erfolgen wie Misserfolgen - im persönlichen Austausch ist eine wertvolle Möglichkeit, Entwicklung im Unternehmen voranzubringen. Nicht nur der Mentee erhält wertvolle Tipps, auch der Mentor kommt so immer wieder in die Situation, eigene Vorgehensweisen zu reflektieren. Unsicherheiten können aufgefangen werden, die Selbstsicherheit des Mentees wird gestärkt. Das habe ich selbst als Anfänger sehr geschätzt. Ich hatte und habe Unterstützer, die mit mir Errungenschaften und Zweifel geteilt und auch Enttäuschungen aufgefangen haben.

Bei Coca-Cola gibt es individuelle Entwicklungspläne für jeden Mitarbeiter, die wir auf den jeweiligen Bedarf abstimmen. Mentoring spielt dabei immer eine wichtige Rolle, dazu wählen wir den passenden Mentor mit dem entsprechenden Know-how aus.

Sie sind in kurzer Zeit sehr weit gekommen - was raten Sie Berufsanfängern

Es gibt kein richtig und es gibt kein falsch, keinen Leitfaden, dessen Befolgen den Karriereerfolg garantiert. Schwer wird es, wenn Anfänger starr einer Idealvorstellung folgen oder sich selbst den Zwang auferlegen, bestimmte Karrierestufen in einer abgesteckten Zeit zu erreichen. Sie sollten vielmehr darauf achten, einen Arbeitsbereich auszuwählen, der für sie interessante Möglichkeiten bietet und sich Offenheit für Unvorhergesehenes bewahren. Wenn man sich diese Flexibilität beibehält, können sich Optionen auftun, die zwar von der Anfangsvorstellung abweichen, aber nicht weniger spannend und erfüllend sind.

Welche Themen werden den Personalbereich der Coca-Cola GmbH in Zukunft besonders beschäftigen?

Zukunft ist für uns ganz klar das Stichwort: Eine besonders relevante Komponente ist, unseren „Workplace of the Future“ weiter auszubauen. Der Umzug in unser neues Büro Ende März spielt hierbei eine große Rolle. Wir haben ein Arbeitsumfeld geschaffen, das Kreativität, Flexibilität und ein Miteinander für den gemeinsamen Erfolg in den Vordergrund stellt. Genau diese Werte werden wir im Rahmen unserer „Winning Culture“ Inititiativen weiter vorantreiben. Schließlich geht es auch darum, attraktiv für die neue Generation von Talenten zu bleiben. Glaubwürdigkeit und neue Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung sind so wichtig wie die persönliche Freiheit, sich selbst zu organisieren und die traditionelle Abgrenzung zwischen Arbeits- und Privatleben ein wenig aufzuweichen.