Ted Ryan ist der weltweite Chef-Archivar von Coca-Cola. In einem Interview mit den Kollegen von Coca-Cola Great Britain hat er von seinem Job erzählt – und ein paar Geheimnisse aus der größten Coca-Cola Sammlung der Welt verraten.

„Mein Team und ich sind für das Erbe von Coca-Cola verantwortlich. Mit Fans und Sammlern kommunizieren wir auf vielen verschiedenen Wegen: über unseren internationalen Blog Coca-Cola ConversationsTwitter, Facebook und auch hier auf Journey.

Einer meiner letzten Chefs sagte einmal, dass es zu unserem Job gehört, die Marke Coca-Cola jeden Tag ein bisschen weiter zu polieren. Wir wollen sie glänzen lassen und sicherstellen, dass jede Information, die über Coca-Cola in die Welt kommt, nicht nur richtig ist, sondern auch eine großartige Geschichte erzählt.

Ein typischer Tag in den Coke Archiven

Anfragen erreichen uns täglich aus der ganzen Welt, zum Beispiel aus Brasilien: In São Paulo wurde eine Ausstellung mit Material zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ organisiert und ein richtiges Mini-Museum eröffnet.  

Fragen kommen aber nicht nur von außerhalb, sondern auch innerhalb des Unternehmens Coca-Cola. Wir arbeiten zum Beispiel sehr eng mit unseren Brand Managern in der ganzen Welt zusammen. Wenn jemand beispielsweise eine neue Verpackung plant, liefern wir Informationen darüber, wie die Verpackungen in der Vergangenheit aussahen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass alte Designs wieder kopiert werden sollen: Wir zeigen auf, welche Sachen in der Vergangenheit gut und welche nicht so gut funktioniert haben.

Coca-Cola Historie - Teaser

Zu unseren Aufgaben gehört auch, zu beobachten, was in anderen Archiven und Sammlungen für uns interessant sein könnte. Bei der Versteigerung des Gemäldes von Andy Warhol mit der Coke Flasche für 57 Millionen Dollar bei Christie’s haben wir dann aber doch nicht mitgeboten.

Meilenweit Erinnerungen

Wir haben hier in Atlanta einen riesigen Raum, gefüllt mit Coca-Cola Erinnerungsstücken. Wenn wir alle Bretter aus den Regalen nehmen und sie aneinanderlegen würden, ergäbe das eine Strecke von 2,4 Meilen (das sind knapp 3,9 Kilometer, Anm. der Redaktion). Dann haben wir noch Schränke für unsere riesigen Werbeplakate und extra Lagerhäuser für unsere Automaten und die Lieferwagen. Die alten Lieferwagen sind extrem beliebt.

Eine Sammlung von unschätzbarem Wert

Werbezeichnung aus dem Coca-Cola Archiv
Legendäre Stücke im Coca-Cola Archiv: Norman Rockwells Werbezeichnungen

Einer meiner Lieblingsmomente in all der Zeit, die ich jetzt für Coca-Cola arbeite, war die Eröffnung der „World of Coca-Cola.“ Dieses Projekt wurde in zweieinhalb Jahren realisiert. Als besondere Attraktion haben wir dort eine Ausstellung zur geheimen Formel von Coca-Cola. Die Ausstellung war fast so geheim wie die Formel. Wir haben das Geheimnis jedenfalls bis zur Museumseröffnung bewahrt. Die geheime Formel ist unser wertvollstes Ausstellungsstück. Danach kommen die Gemälde von Norman Rockwell und die ersten Skizzen der Flasche.

Wir werden oft gefragt, wie viele Ausstellungsstücke wir besitzen. Sie sind nahezu unzählbar. Am einfachsten ist es vielleicht so zu sagen: Wir haben versucht, Stücke zusammenzutragen, die die Coke Werbung der letzten 127 Jahre so gut wie möglich illustriert. Es gibt immer noch Dinge, die fehlen. Aber wir versuchen weiterhin, so viele Stücke wie möglich zu bekommen. 

Meine Lieblingsstücke sind...

... das „Yes girl“-Poster von 1946, das ist einfach schön gemalt.

... beim Flaschendesign die Original Flasche von 1915. Da bin ich Purist.

... bei den Werbespot: der so genannte „Hilltop-Spot.“ Ich möchte gern alle Orte besuchen, die für den Spot eine Rolle gespielt haben, angefangen mit Heathrow, dann kommt das Savoy-Hotel, wo der Song geschrieben wurde und zuletzt das Tonstudio, in dem er aufgenommen wurde.“